
Unsere 11-jährige Tochter Samira ist eine begeisterte Seglerin und Windsurferin. Doch sie wächst rasend schnell aus dem Kinderequipment heraus. Beim Segeln tut es der OPTIMIST, Samiras erstes, eigenes Segelboot, nicht mehr. Als "Einer" kommt da als nächstes die Laserjolle von Vater Gerd in Frage, die man auch mit einem etwas kleineren Frauenrigg ausstatten kann. Samira testet bei Leichtwind die Vorzüge einer kleinen, flitzigen drehfreudigen sportlichen Laserjolle...........
Die Laserjolle ist die kleinste olympische Segelklasse, seit Jahrzehnten - und daher etwas "altmodisch". Unsere Laserjolle ist regattatauglich mit Trimm für den Baum, das Vor- und Unterliek. Umständlich im Vergleich zu modernen Minijollen dieser Art ist das beim Anlanden hinderliche Steckschwert, ein nicht durchgelattetes Segel, das man nicht einfach hochziehen kann, sondern über den Mast stülpen muss.Das Steuerblatt lässt sich vom Boot aus nicht einfach runter- oder hochziehen, die Schotschnur bleibt in der Wende oft an einer Heckecke hängen. Also eigentlich ein richtiges Scheißboot - würde das Segeln damit nicht so viel Spaß machen. Außerdem ist die kleine "Kiste" sehr solide gebaut und starkwindtauglich.
Beim Umsteigen von der Kinderjolle OPTIMIST (siehe die Seite "Segeln für Kids") auf die LASERJOLLE besteht der gravierendste Unterschied in der Kippligkeit. Ein OPTIMIST lässt sich kaum kentern, eine LASERJOLLE kippt fast von selbst und muss permanent ausbalanciert werden.
Die Schotschnur wird über eine Rolle am Baumende zu einer Rolle am Heck geführt, die an einer Travellerleine bei der Wende oder Halse von links nach rechts wandert - auch verdammt altmodisch, aber halbwegs funktionell.
Samira beginnt mit der LASERJOLLE bei ganz wenig Wind zu üben. Wenn man leicht ist, fährt die Minijolle schon bei einem winzigen Windhauch.
Vom Kanadier aus, der an einer Boje festgemacht ist, machen wir Segelkurs mit Samira - und schießen ein paar Erinnerungsfotos von dieser Phase von Samiras "Segelkarriere"
Samira segelt und surft schon lange sehr gut - hat aber absolut keine Lust auf Segelverein und Wettkampfsegeln, obwohl an unserem Hausrevier ein gut organsierter Segelverein mit OPTI-KIDS existiert (siehe www.scw.de) Diese Abneigung vereinsorganisierten Tuns scheint sie vom Vater geerbt zu haben.
Das beste an der LASERJOLLE ist der schnittige Rumpf. Samira hat nicht mehr das Gefühl wie beim OPTI, in einer "Badewanne" zu segeln.
Das Steckschwert der Laserjolle wird während des Segelns häufig verändert. Beim Höhe laufen steckt es voll drin. Wird der Wind stärker und möchte man auf Raumschot ins Gleiten kommen, zieht man es etwas raus, um den Drang zum Anluven zu reduzieren
Hier sieht man genau die Führung der Schotschnur über 2 Rollen am Baum in der Mitte und hinten.
Unbequem ist auch die Tatsache beim LASER-Equipment, dass der "Block" im Boot nur aus einer Rolle besteht - ohne Klemme. So kann man die Schot nicht blitzschnell arritieren und wieder lösen. Stattdessen befinden sich 2 Schotklemmen links und rechts vorne auf der Sitzfläche. In der Wende muss man die Schot sofort mit der freien Hand lösen. Vergisst man es, muss man sich zum Lösen nach Lee beugen. Bei Starkwind ist das eine Kenterfalle!
Hier sieht man genau das Tampengetüttel zum Trimmen von Baum, Vorliek und Unterliek. Die Tampen-"Installation" ist beim Aufriggen etwas nervig, aber nützlich, da man beim Segeln den Segelbauch verändern kann. Bei Schwachwind sind die blauen (Baum), gelben (Vorliek) und roten (Unterliek) Trimmtampen gelöst und damit das Segel bauchig. Nimmt der Wind zu und möchte man das ca. 7 qm-Segel flacher getrimmt haben, dann zieht man beim Fahren an den Strippen und sieht und fühlt, was dann passiert.
Für die LASERJOLLE gibt es auch ein spezielles Frauen-Rigg. Das Frauensegel hat 5,6 qm, ist also 1,4 qm kleiner als das Männersegel. Dementsprechend ist das Aluminium-Unterteil des zweiteiligen Mastes etwas kürzer und muss beim Segelwechsel ausgetauscht werden.
Die LASERJOLLE ist ein Ein-Mann-Boot. Hier kann Samira keine anderen Kinder beim Segeln mitnehmen. Deshalb benutzt sie zum Kindersegeln mit Freunden unseren Gummikat (siehe hierzu die neue Seite "Gummikat für Kids")
Wir segeln und surfen zeitlebens auf allem, was schwimmt, von der Klotür über Gummiwürste bis hin zu sündhaft teuren Plastikbombern wie der LASSERJOLLE oder dem großen HOBY CAT. Es macht uns allen sehr viel Spaß!
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