


-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Warum die natursportlich so begeisterte Kassel-Family urplötzlich auch mit lauten, stinkenden, motorgetriebenen Fahrzeugen unterwegs ist, das liest man unter dem Link: http://www.kanukassel.de/373876/index.html.
Seit kurzem verfügen wir jedenfalls über eine mobile, schnell überall einsatzbare "Rollstuhleinheit", die wir in Zukunft auf unseren Reisen in passende Regionen an unserem Campingbus hängen haben. Hier sind wir auf eine unserer ersten kleinen Touren in Deutschland unterwegs. Wir statten den Deutschen Alpen einen Kurzbesuch ab. Warum ausgerechnet "Deutsche Alpen"? Keine Ahnung, das war Zufall. Unsere Tochter Sina hat am Wendelstein bei Bayrischzell auf dem Hubertushof ihren Lebensgefährten Alex geheiratet. Da fiel uns auf, dass wir ja von einer schönen Berglandschaft umgeben sind, die wir noch nie zuvor erkundet haben. Also wird es höchste Zeit. Wir benutzen hierfür natürlich prompt unsere 2 Knatterkisten, die hinter dem Bus auf dem soliden Buggy-Trailer festgezurrt sind. (Siehe hierzu die Links: http://www.kanukassel.de/373876/392602.html, http://www.kanukassel.de/373876/393702.html.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Isar sind wir natürlich früher schon mal im Oberlauf oberhalb von Scharnitz auf Wildwasser 2-3 gepaddelt. Vor 2 Jahren hatten wir uns für Kajaktouren in einfachem Übungs-wildwasser auch schon mal auf einem schönen Campingplatz am Isarhorn einquartiert (Siehe hierzu die Links: http://www.kanukassel.de/70201/217707.html, http://www.camping-isarhorn.de/)
Egal, keine Kajaks an Bord schmerzt zwar, aber wir haben ja unsere "Mobile Rollstuhleinheit" dabei. Hier im noch beinahe alpinen Isartal gibt es doch sicher einige schöne Nebensträßchen, wo es sich lohnt, mit Buggy und Enduro rumzugurken. Die erste Straße, die wir hierfür nutzen, ist die Mautstrecke von Wallgau nach Vorderriss. Diese kleine Straße können wir für 5 Euro den ganzen Tag nutzen. Sie führt immer in der Nähe der Isar vorbei und an einigen Parkplätzen kann man anhalten und in der Isar zwecks radikaler Abkühlung Schwimmen gehen.
Unsere Kajaks haben wir zwar schlicht vergessen, doch dafür den besonderen Luxus, dass Samira ihr Saxophon an Bord hat. Bei jeder passenden Gelegenheit spielt sie uns ein kleines Konzert. (Siehe hierzu auch die Links: http://www.kanukassel.de/398553.html, http://www.kanukassel.de/398553.html.)
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Auf einem Isarparkplatz an der Mautstraße von Wallgau nach Vorderriss üben wir erst mal den Umgang mit Enduro und Buggy. Wir haben gezielt und bewusst ein kleines und leichtes, also besonders frauenfreundliches und easy trailerbares 125er-Moped gekauft.
Sogar meine 58-jährige, recht unsportliche Schwester Erika, die uns auf diesem Kurztrip durch die Alpen begleitet, fühlt sich auf Anhieb wohl auf der Straßen-Enduro DERBI CROSS CITY 125. Siehe hierzu auch den Link: http://www.kanukassel.de/373876/391294.html.
Ja, und mein "Buggy PGO Bugrider 250" ist der echte Knaller und ein richtig geiles Fun-Gefährt. Niemand kennt es! Alle rätseln, wie das Ding heißen könnte. Viele halten es für einen Eigenbau. Wenn ich den interessierten Zuschauern erkläre, dass es sich bei dem Gefährt um meinen neuen Turbo-Rollstuhl handelt, dann nehmen sie mir diese Definition auch glatt ab - und wollen wissen, ob die Knatterkiste auch von der Krankenkasse bezahlt wird.
Die Sache mit dem Buggytransport und dem Buggytrailern on tour funktioniert überall genau so flott und leicht, wie ich mir das bei der Planung unserer "Mobilen Rollstuhleinheit" vorgestellt habe.
An der Isar zwischen Wallgau und Vorderriss bleiben wir einfach auf einem geeigneten Parkplatz stehen, um unsere Rollstühle zu entladen und zu probieren.
Natürlich haben wir wie sonst auch auf unseren Kanu- und Kattrailern eine Bierzeltgarnitur dabei, die auf dem Buggy-Trailer unter dem Bugrider noch Platz gefunden hat. Und ruckzuck verwandeln wir den Parkplatz an der Isaraue um uns herum in ein übliches Kassel-Chaos. Die Art der Ausrüstung ist da im Prinzip immer austauschbar: Egal, ob es Segelboote , Surfbretter, Surfriggs, Kajaks, Mountainbikes - oder Turbo-Rollstühle sind.

24 nummerierte Parkplätze an der Süduferstraße mit mehr oder minder schönen Badestränden laden zum Verweilen und Schwimmen im warmen und glasklaren Walchenseewasser ein.
Unser bevorzugter Parkplatz am Südufer hat die Nummer 23. Er liegt etwas weiter hinten und weit genug weg, von der fetten Westuferstraße. Hier sind wir morgens meist immer die Ersten, können in Ruhe schwimmen gehen und auf der Tischgarnitur direkt am Ufer frühstücken.
Gelegentlich kommen auch Tochter Sina mit Schwiegersohn Alex bei uns am Walchensee vorbei. Sie wohnen in München und brauchen mit dem Auto nur eine Stunde bis in dieses herrliche Wassersportrevier. So ist klar, dass sie hier viel Zeit beim Windsurfen mit regelmäßig auftretenden, thermischen Winden verbringen.
Hier sitzen wir in der Abendsonne auf der Surferwiese am Westufer nahe des Herzogstands. In diesem Eck kommt der thermische Wind tagsüber gut rein. Am Abend ist es dann urplötzlich wieder windstill und noch Zeit zum Entspannen und grillen.
Trotz der Schönheit des Walchensees sind seine Ufer nur wenig verbaut und beinahe überall frei und ohne Eintritt zugänglich. Man zahlt nur hier und da eine Park- bzw. auf der Süduferstraße eine Mautgebühr.
Das Übernachten auf den Parkplätzen der Süduferstraße ist verboten. Am See befinden sich aber ein Campingplatz und 2 Wohnmobilstellplätze, wo man jederzeit problemlos einen Schlafplatz findet.
Auf dem Parkplatz 23 am Südufer des Walchensees rollen wir tagsüber unsere Knatterkisten vom Trailer, um weiter Ausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen.
Das Ostufer des Walchensees ist leider für Knatterkisten gesperrt. Hier bereuen wir es, dass wir unsere Mountainbikes nicht noch auf den 1000kg-Buggy-Trailer gepackt haben. Knatterkisten und Mountainbikes werden sich in Zukunft auf unseren weiteren Touren nicht gegenseitig ausschließen. Auf leichten Trails bin ich auch sicher noch einige Zeit in der Lage, mit meinem Mountainbike und eigener Muskelkraft zu fahren - trotz demolierter und vielfach operierter Beine (Siehe hierzu Link: http://www.kanukassel.de/137481/index.html.)
Natürlich verwandeln wir auch den Parkplatz 23 am Walchensee jeden Tag in ein kassel-typisches Ausrüstungschaos. Sina und Alex sind heute wieder mit Surfausrüstung aus München zu uns gestoßen.
Am Südufer des Walchensees entlang führt eine kleine, landschaftlich sehr reizvolle Mautstraße über Jachenau und weitere kleine Weiler nach Lengries ins Isartal. Dieses Sträßchen lädt uns natürlich auch für weitere, genussvolle Knatterkisten-Ausflüge durch eine idyllische Voralpenlandschaft ein.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am Ende der Walchensee-Süduferstraße geht es ja noch weiter - durch schöne Wald- und Wiesenlandschaften bis zum Örtchen Jachenau mit typisch bayrischen Bauerngehöften, einer hübschen Kirche und einem großen Gasthof.
In Jachenau endet die Walchensee-Südufer-Mautstraße. Von nun an ist wieder etwas mehr Verkehr auf der Gasse, der uns mit unseren Knatterkisten umbügeln könnte. Deshalb gilt erhöhte Aufmerksamkeit.
Ich glaube, in jedem bayrischen Kaff auf der Welt gibt es einen GASTHOF ZUR POST"! Obwohl weit und breit keine Post mehr zu sehen ist. Egal! Wir brauchen auch keine Oost, sondern was zum Essen und Trinken.
Egal, ob Paddel-, Radel, Segel- oder Knatterkistentour: Wir brauchen immer ein Ziel. In der Regel ist das eine Kneipe oder ein Gasthof, wo wir schön Pause machen können. Im bayrischen Voralpenland besteht kein Mangel an Pausengelegenheiten.
So ein richtiger, bayrischer "Gasthof zur Post" hat natürlich viel Holz vor der Hütte, üppigeGeranienkästen überall hängen - und mit Sicherheit üppige, großbusige, dirndlbehangene Wirtinnen. So jedenfalls lautet meine kindheitsgeschwängerte Vorurteilsmeinung über solche Einrichtungen im Alpenland.
Hier in Jachenau trifft mein jahrzehntelang sorgfältig gepflegtes Voruteil sogar zu. Nachmittags beim Buggy-Ausflug in brütender Hitze sitzen wir komischerweise mutterseelenallein im verwaisten Biergarten, doch zur Abendbrotzeit strömen die typischen Seppl-Tiroler-Touristen zuhauf in den "Gasthof zur Post", um typisch deutsche Gerichte in üppigen Mengen zu verspeisen. Dieses Szenario traue ich mich dann gar nicht mehr zu fotografieren.
Astrid ist vom ENDURO-Fahren bei Affenhitze ziemlich durchschwitzt und ziemlich fix und fertig. Mopedfahren erfordert nun mal eine rutschfeste, protektorengefütterte Hardcore-Kleidung von Kopf bis Fuß samt Handschuhen auch im Hochsommer. Bis man die bei 35 Grad im Schatten an- und ausgezogen hat, ist man schon so ziemlich bedient. Nur der Fahrtwind so jenseits der 100km/h-Grenze bringt ein bisschen Erleichterung. Aber so schnell fahren wir noch nicht!
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Sowohl im Isartal zwischen Wallgau und Vorderriss, als auch am Walchensee, besonders aber im Karwendel-Nationalpark befinden wir uns permanent in Landschafts- oder sogar Naturschutzgebieten, die wir schätzen und achten. Natürlich ist hier überall wildes Campen verboten. Auf den meisten zum Übernachten gut geeigneten Parkplätzen befinden sich zusätzliche Verbotsschilder. Aber nicht überall! Und an manchen Plätzen wird das Kurzzeitübernachten von der Polizei sogar toleriert. So sind wir ziemlich überrascht, als wir im Naturheiligtum "Ahornboden" am Talschluss des geschützten und auch einmalig schönen Rissbachtales in Österreich auf eine Großversammlung von Wohnmobilen treffen, die hier offensichtlich auch des Nachts geparkt haben.
An der Süduferstraße des Walchensees gibt es zwar 23 gut zum Übernachten geeignete Parkplätze, die aber kein Wohnmobilist zum Übernachten nutzt. Das ist auch nicht nötig, da sich sowohl am Anfang als auch am Ende der Mautstraße kostenlose Wohnmobilstellplätze befinden, die auch wir nutzen.
Ein sogenannter Nachtparkplatz für Wohnmobile ist eine feine Sache - zumal er hier am Walchensee nichts kostet. Anderswo wird oft eine vertretbare Gebühr erhoben, die berechtigt ist, wenn dem Parkplatz eine Entsorgungsstation für Schmutzwasser und Fäkalientoilette angeschlossen ist.
Am Walchensee nutzen wir jedenfalls in mehreren Nächten den Nachtparkplatz mitten im Wald am südöstlichen Ende des Sees. Das war auch ganz o.k. bis auf die Tatsache, dass sich auch auf solchen Parkplätzen schnell "wilde" Hirarchien etablieren. Das heißt, es gibt emsige Parkplatzeinweiser, Nachtwächter, Müllkontainer-Verwalter, Platzhirsche und alle Arten selbst ernannter Chefs, die meinen, weil sie mehr als 10 Jahre hier gewesen wären, sie hätten allen Neulingen zu erklären, wo es auf "Ihrem" Platz langgeht. Auf solche Typen reagiere ich in der Regel allergisch und könnte sie bei Annäherung prompt und umgehend aufs Maul hauen - obwohl ich kein gewalttätiger Mensch bin.
Auf dem Walchensee-Nachtparkplatz lasse ich eines Abends vor 22 Uhr für eine Stunde unseren kleinen, vergleichsweise leisen HONDA-Stromgenerator laufen, um die entleerten Versorgungsbatterien im Bus neu zu laden, als so ein klugscheißerischer Platzhirsch angeschissen kommt, um uns das zu verbieten und prompt mit dem Oberförster droht. Da werde ich dann meist sehr unfreundlich - und an diesem Abend läuft unser notwendiger und unter Nomaden-Campern auch unverzichtbarer Stromgenerator noch ein bisschen länger als üblich.
Grundsätzlich gilt: auch unter spießigen Seppl-Tirolern und Satelitenschüssel-Campern lassen wir uns auf dieser Tour unsere saugute Laune nicht verderben und genießen die nebelverhangenen Morgenstunden selbst auf den Nachtparkplätzen des herrlichen Walchensees.
Schon recht früh, sprich bei Tagesanbruch, verlassen wir aber blitzschnell die Nachtparkplätze, um an exponierten Orten des Alpenlandes dem genussvollen Camperdasein zu frönen, z.B. beim Morgenbad im Walchensee.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Eine ca. 20 km lange, schmale, kaum befahrene Mautstraße führt leicht ansteigend bis zum Talschluss des Rissbachtals. Hier befinden wir uns bereits mitten im Karwendel-Nationalpark, der natürlich zum Verweilen und Wandern einlädt.
Auf einem großen Parkplatz im sogenannten AHORNBODEN machen wir eine längere Pause, genießen beim Frühstück die herrliche Landschaft um uns herum - und beschließen, unsere Turbo-Rollstühle vom Trailer zu laden und die Gegend genauer zu erkunden.
Im beinahe ausgetrockneten Flussbett des Rissbachs stellen wir unsere Bierzeltgarnitur auf, die stets mit auf dem Buggy-Trailer liegt. Sie ist in wenigen Minuten entladen und aufgestellt und erlaubt uns auch an den unmöglichsten Orten - eben mitten im Flussbett - ein gepflegtes Frühstück!
Wir sind zum ersten Mal in diesem Tal, umringt von hohen Bergen des Karwendel. Könnte ich noch länger laufen, kämen jetzt nicht unsere Motorroller, sondern Wanderschuhe, Karte und Rucksack zum Einsatz. In früheren Jahren war ich ein Fan von weiten, alpinen Hochgebirgswanderungen in den Alpen, Pyrenäen und Skanden. Erst seit meine Beine mich nicht mehr tragen, bin ich auf andere Fortbewegungsmittel angewisen und umgestiegen.
Hohe Berge, alpine Landschaften und Felsenklötze üben seit jeher einen großen Reiz auf uns aus. Leider haben wir uns in den letzten Jahren nur in den Wintermonaten zum Wintersport in hochalpinen, verschneiten Regionen aufgehalten. Jetzt sehen, riechen und fühlen wir beim Pfeifen der Murmeltiere in den Schotterhängen um uns herum, wie schön der alpine Sommer sein kann.
An unseren Füßen befinden sich nur Flip-Flops und keine Bergschuhe. Erika flucht darüber am meisten, denn sie würde jetzt am liebsten eine kleine Berg-Wanderung machen, während wir mit den Turbo-Rollstühlen das Tal erkunden.
Der Ahornboden ist eine große, beinahe brettebene Kuhwiese mit vielen alten Ahornbäumen zwischen hohen Bergen. Die Weide ist noch wie in alten Zeiten bewirtschaftet.
Die kleine, gelegentlich kurvige, aber immer einfache Mautstraße im Rissbachtal ist ideal zum Üben für uns. Denn noch immer befinden wir uns beim Handling unserer Knatterkisten im Anfangsstadium.
Die grelle Fahne am Buggy dient übrigens weniger der Dekoration als der Warnung. Als mir auffiel, dass wir im kleinen Buggy von vielen Verkehrsteilnehmern besonders in unübersichtlichen Kurven und Serpentinen schnell einfach übersehen werden, kam ich auf die Idee, eine grelle Fahne am Buggy zu montieren. Dazu diente mir ein Teleskop-Einbeinstativ und eine Pannenweste.
Laut Straßenverkehrsordnung zählt ein Buggy mit Überrollbügeln üblicherweise als PKW, d.h., man benötigt keinen Helm. Das ist schön, wenn man in ungefährlichen Regionen gemütlich spazieren fährt. Aber nur dann! Gibt man richtig Gas und fährt fetzig, dann es es aus Gehörschutz- und aus Sicherheitsgründen sicher sehr sinnvoll, einen geeigneten Schutzhelm zu tragen. Als Kompromisslösung benutzen wir zur Zeit bequeme Snowboardhelme, die dämpfen und dämmen - in gewissem Grade. Nicht bei einem Mega-Crash, bei dem die Fetzen fliegen. Da wäre ein solider Motorradhelm mit Kinnbügel schon haltbarer!
Hier im idyllischen "Ahornboden" des Rissbachtales fahren wir langsam und gemütlich und nehmen angemessen Rücksicht auf Wanderer und Mountainbiker. Denn diese Landschaft gehört eigentlich den unweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln und nicht unseren Knatterkisten.
Astrid ist froh, ihre Leicht-Enduro hier im Rissbachtal erst einmal langsam fahren zu dürfen, d.h. nicht schneller als 50 - 60 km/h. Sie ist 25 Jahre kein Moped gefahren. Auch wenn man Gelerntes nie verlernt, so fehlt doch die Fahrpraxis. Und wir lassen die Sache äußerst gemächlich angehen. Unfälle hatten wir in den letzten Jahren wahrlich genug (siehe hierzu auch den Link: http://www.kanukassel.de/137481/index.html).
Das Knatterkistenfahren geht im ungleichen Team mit Buggy und Straßen-Leicht-Enduro eigentlich recht gut. Der Buggy kann auf ebener Strecke 82 km/h Höchst-geschwindigkeit fahren und liebt eher befestigte Wege als hartes Offroad. Am Berg und in Serpentinenkurven zieht er gut an - bis 28 % Steigung. Die 125er DERBI CROSS CITY ist auch keine Geländemaschine. Auf Schotterpisten und kleinen, schlecht asphaltierten Straßen im Gebirge ist sie aber sehr tauglich. Ihr Höchstgeschwindigkeit ist 110 km/h, die Astrid aber höchstens auf ungeliebten Geraden benötigt, um Laster zu überholen.
Auf kleinen Gebirgssträßchen kommen wir also so rein geschwindigkeitstechnisch im Team Buggy-Enduro gut zurecht und meist gemeinsam am ins Auge gefassten Ziel an.
Unsere Tourenziele sind in der Regel keine Bergspitzen und Gipfelkreuze wie beim Wandern, sondern gemütliche Gasthöfe, Kneipen oder Almhütten. Im Rissbachtal gibt es mehrere davon, aber nur eine ist so schön, dass wir hier länger pausieren.
Beim offenen Buggyfahren knallt einem so manches Getier ins ungeschützte Gesicht. Unangenehm sind Bienen und Wespen, die vielleicht trotz hartem Aufprall noch den Elan entwickeln zu stechen! Über einem Helm mit geschlossenem Visier kann man ja noch streiten, über die Sinnhaftigkeit einer robusten Kunststoffbrille aber nicht!
Es gibt Leute, die meinen, der Buggy brauche dringend ein Plexiglasfenster zum Schutz vor Insekten und Dreck. Wenn ich das für notwendig hielt, dann hätte ich mir lieber einen SMART CABRIO gekauft.
Schade, nach einer Woche müssen wir wieder nach Hause, da ich noch einen OP-Termin in der Frankfurter Unfallklinik habe. Aber da das Wetter umschlägt von Sommer in Herbst, tut's nicht ganz so schlimm weh! Trotzdem hätte ich unsere Reise jetzt gerne Richtung Süden in die Cevennen und Pyrenäen fortgesetzt! Dort gibt es jede Menge einsames, uriges Buggy-Land! Klar, dass dort bald unsere nächste Turbo-Rollstuhl-Reise hingeht!
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Auif der Heimreise müssen wir irgendwo auf einem Rastplatz übernachten. Doch alle Autobahnrastplätze sind hoffnungslos überfüllt. So landen wir auf der Zufahrt zu einem Burgerking-Drive-in! Der Nacht ins hell und lebendig. Der Vorteil: Niemand kommt auf die Idee, uns den Turbo-Trailer unterm Arsch wegzuklauen.
|