
Leute, die im Sommer in Wohnwagen auf Campingplätzen hausen, meinen, dass sei im Vergleich zum Hotel der wahre Abenteuer-Urlaub (siehe hierzu auch unter DAUERCAMPER die Seite „Sommercamping“). Camper, die auch im Winter ihren Wohnwagen als Feriendomizil nutzen, sind stolz auf ihre Wetterfestigkeit (siehe unter DAUERCAMPER die Seite „Wintercamping“). Ja, und die Outdoor-Freaks, die auch im harten Winter mit Campingbussen im verschneiten Hochgebirge Urlaub machen, die halten sich meist für verdammt extrem (siehe hierzu die Seite „Extremmobil“). Aber, wirklich harte Typen sind eigentlich nur die, welche bei Schnee und Dauerfrost ohne mit der Wimper zu zucken in Zelten campieren. Das sind nicht nur Himalaya-Bergsteiger und Hundeschlittenführer in Alaska, sondern auch ganz normal „Verrückte“ wie z. B. die Kassel-Family, die es liebt, dem Schnee hautnah auf die Pelle zu rücken.


Samira Kassel ist ein besonderes „Schneekind“. Neben Alpinski und Snowboard liebt sie es auch, mit Langlaufski durch verschneite Wälder zu ziehen, wo man wirklich nur sehr selten Kinder ihres Alters antrifft. Dass sie dabei auch noch ihren mit Zelt und Biwakzeug beladenen Schlitten hinter sich herzieht, das ist für ein Kind in der Tat extrem!
Samiras Schlitten ersetzt die professionelle Pulka. 2 Teleskop-Skistöcke werden als Zugstangen benutzt. Die Handschlaufen lassen sich gut am Rucksack-Hüftgurt einhängen, so dass der Schlitten bergab nicht auflaufen kann.
Auf dem Schlitten ist das recht schwere Zelt samt Iso-Unterlagen fest geschnallt. Die vergleichsweise leichten Schlafsäcke + dehydrierte Trockennahrung tragen wir auf dem Rücken. Damit sind wir ein paar Schneetage autark.
Mit dem Schlitten ziehen und dem mühsamen Spuren wechseln wir uns natürlich abseits planierter Wege und Loipen ab, damit niemand in die Knie geht.
Am liebsten sind wir auf einsamen Wegen in jungfräulichem Neuschnee unterwegs, wo noch niemand vor uns seine Spuren hinterlassen hat. Je nach Schneehöhe ist das natürlich etwas anstrengender als auf ausgelatschten Pfaden. Aber uns kommt es nicht auf weite Wege an. Wenn wir müde sind, wird pausiert oder biwakiert.
Beim Schneewandern geht es uns nicht um das „Herunterreißen“ von Kilometern, sondern um den Genuss verschneiter, stiller Winterlandschaften. Die körperliche Leistung, die hierfür nötig ist, die schafft auch unsere 10-jährige Tochter Samira!
Wenn wir auf maschinell gespurte Loipen treffen, dann laufen wir nicht nebenher. Unser „Pulka“-Kinderschlitten passt so in die Spur, dass sie nicht zerstört wird.
Mit „professionellen“ Expetitionspulkas dürfen wir uns natürlich in keine Loipe wagen, wird diese doch durch den flachen Boden platt gewalzt. Damit würden wir uns den Zorn der richtigen Wintersportler zuziehen, die gelegentlich auf den „Schienen“ an uns vorbei rasen.

Natürlich zieht kein Winter-Freak in Alaska, Grönland, Lappland oder anderswo mit einem Kinderschlitten durch die Gegend. Der Outdoor-Markt bietet verschiedene Modelle in verschiedenen Größen zu sündhaft teuren Preisen zwischen 300 und 800 € an (siehe www.Globetrotter.de und andere Ausrüster wie Lauche & Maas).
Zur Pulka gehören Zugstangen, die als Zubehör gelten und noch mal 100 € kosten!
Die Zugstangen müssen natürlich am Körper optimal eingehängt werden, wozu ein Hüftgurt notwendig ist. Der kostet noch mal 50 €. Alles in allem also ein verdammt teurer Spaß
Handwerklich fähige Schneewanderer können sich allerdings für wesentlich weniger Geld eine Pulka selbst bauen und mit wasserdichten Packsäcken aus dem Kanusport beladen!

Wenn wir müde sind, suchen wir einen geeigneten, d. h. abseits gelegenen, möglichst versteckten und windgeschützten Biwakplatz, den wir mit unseren Skiern erst mal glatt planieren.
Auf eine glatte Zeltunterlage legen wir stets größten Wert – ob im Sommer auf Geröll, Kies oder Sand oder im Winter auf Eis oder Schnee - , damit die Nacht nicht allzu ungemütlich wird.
Auch im Winter bevorzugen wir Zelte, die frei stehen können, also sogenannte „Geodäten“. Wie im Sand oder auf Fels hat man im Schnee so seine Probleme mit dem festen Verankern der Zeltheringe.
Im Winter ist ein stabiles und robustes Zelt lebenswichtig. Wir benutzen die bewährten HILLEBERG-Zelte, die einst vor der Globalisierung in Schweden produziert wurden.
Das HILLEBERG-Zelt „Saivo“ lässt sich als Geodät mit eingehängtem Innenzelt und außenliegendem Gestänge leicht aufbauen. Der Vorteil von Außengestänge liegt auch darin, das eventuell brechende Stangen nicht die Zelthaut durchlöchern (siehe hierzu auch unter der Seite KANUAUSRÜSTUNG die Seite „Zeltausrüstung“)
Es ist wichtig, dass Kinder unterwegs als vollwertige Tourenpartner Anerkennung erwerben, indem sie bei allen Arbeiten mithelfen. Samira weiß, wie ein Zelt aufgebaut wird und geht selbstverständlich mit zur Hand.
Beim Winterzelten ist es wichtig, möglichst lange in Bewegung zu bleiben, damit man nicht friert. Das gelingt auch leicht, da ständig Arbeit anfällt.
Praktisch am HILLEBERG-Zelt “Saivo“ sind die stabilen Schnellverschlüsse fürs Fixieren des Gestänges.
Ratz-fatz! In 5 Minuten steht die Behausung und bietet Schutz für die Nacht vor Schnee und Wind. Doch eins dürfte klar sein: Warm wird es nicht in so einem „Wohnzimmer“ aus hauchdünnen Stoff!
Wenn das Zelt erst mal steht, dann wird kurz aufgeräumt – und gekocht!

Wir haben nicht viel Gepäck dabei! Nur das Lebenswichtige! Dazu gehört ein TRANGIA-Sturmkocher, der uns seit Jahrzehnten auf allen Touren als zuverlässige „Outdoor-Küche“ begleitet.
Der TRANGIA-Sturmkocher ist kinderleicht zu bedienen. Deshalb darf auch Samira ran und zuerst mal neuen Tee aufbrühen!
Lebenswichtig sind heiße Getränke. Die werden sooft wie möglich gekocht und in Thermoflaschen tagsüber immer griffbereit mitgeführt.
Wenn man schwitzt, verliert der Körper Wasser und Mineralien, die sofort neu aufgefüllt werden müssen, will man nicht schlapp machen! Deshalb tut ein Schluck Tee mit Honig gut!
Solange es nicht stürmt und schneit, findet das abendliche Lagerleben vor der „Haustür“ statt ……
Das Geschirr reinigen findet natürlich auch mit Schnee statt. Es muss nicht allzu ordentlich sein. Bakterien können sich bei Minustemperaturen nicht allzu gut verbreiten.
Samira macht das Schneelager besonderen Spaß – und der Umgang mit dem TRANGIA-Sturmkocher, der mit Spiritus brennt.
Das „Geschirrspülen“ geht nur mit Handschuhen, die dann irgendwann nass werden. Deshalb sind ein paar trockene Ersatzhandschuhe beim Schneezelten sehr wichtig.
Ein Topf mit sauberem Schnee zum Tee kochen. Man braucht verdammt viel Schnee für einen Liter Wasser.
Diese Menge an Schnee reicht noch nicht mal für eine Tasse Tee!
Unsere Edelstahl-Teetassen hängen unterwegs immer griffbereit am Rucksack.

Wenn es „draußen“ windig und ungemütlich wird, dann verziehen wir uns ins Zelt und gekocht wird unterm windgeschützten Vordach.
Man muss aufpassen, dass man beim Kochen das Zelt nicht abfackelt. Aber der TRANGIA-Sturmkocher steht sehr kippstabil und lässt keine Flammen unkontrolliert in der Gegend rumschlagen.
Auch im „Wohnzimmer“ tragen wir die kompletten Outdoorklamotten. Sollte die Thermo-Unterwäsche durchgeschwitzt sein, wird sie gegen eine Ersatzgarnitur ausgewechselt. Schwierig ist immer das Trocknen nasser Klamotten wie Unterhemden, Handschuhe und Socken. Ist kein Lager/Trockenfeuer möglich, dann müssen die feuchten Klamotten mit in den Schlafsack, damit sie nachts nicht gefrieren und am nächsten Tag kaum zu benutzen sind.
Astrid und Samira finden es im Zelt vergleichsweise „gemütlich“, auch wenn irgendwann der Frost durch alle Klamottenritzen zieht.
Wenn es nun bald dunkel wird, dann muss das Zelt zu einem komfortablen Thermo-Bett ausstaffiert werden, in dem man die angefrorenen Extremitäten wieder auftauen kann.


Trotz "erstklassigen" Langlauf-Schuhwerks werden die Füße bei mangelnder Bewegung und nachlassender Durchblutung saukalt!
Um nicht zu viel Gepäck mit zu schleppen, haben wir auf die Mitnahme warmer Thermo-Winterstiefel verzichtet und stattdessen solide Langlauf-Tourenschuhe an den Füßen. Aber die Socken darin schwitzen und die Schuh-Innenfütterung wird feucht. Feuchte Schuhe bekommt man während einer Zeltwanderung nicht mehr trocken. Aber so ist das wirklich extreme Outdoorleben jenseits beheizbarer Luxusgefährte wie Campingbus und Wohnwagen.
Fürs Skitrekking quer Beet benutzen wir etwas breitere Wanderski, damit sie im Tiefschnee nicht zu tief einsinken. Auch haben sie Schuppen gegen das Zurückrutschen bei Anstiegen. Für nassen, klebenden Schnee haben wir immer einen Tubenschnellwachs einstecken.
Unter den Skikennzeichnungen firmieren unsere Bretter als BACK COUNTRY SKI.
Unsere Schneeanzüge von der Schweizer Nobelfirma MAMMUT, made in China, mit 3-Lagen-Goretex gehören zum Teuersten, was der Klamottenmarkt zu bieten hat. Der Tragekomfort ist gut, Haltbarkeit und Robustheit für das normale Leben draußen jedoch schlicht katastrophal schlecht.
Zum Schlittentransport benutzen wir eine sehr solide, praktische Rollverschlusstasche der Firma PRIJON

Beim Schneebiwak sind natürlich Winterschlafsäcke notwendig. Mit ALDI geht da nichts mehr. Wir benutzen keine Daunenschlafsäcke, sondern Mehrlagen-Kunstfaser-„Penntüten“, weil die sich leichter waschen lassen.
Wir benutzen (zu)altbewährte Ärmelschlafsäcke von der dahin geschiedenen Marke Markill, entworfen vom Outdoor-Spezialisten Volker Lapp. Vorteil: Mit den Dingern kann man pinkeln gehen, ohne auszusteigen!
Leider sind unsere Säcke schon zu alt und die Fasern müde vom Komprimieren. Dann plustern sie sich nicht mehr optimal auf und können kaum noch Wärme speichern. Doch das Manko ersetzen wir durch Aneinanderkuscheln…..
Doch noch ist es nicht soweit und alle Gliedmaßen werden allmählich starr vor Kälte. Wären wir doch lieber im warmen Wohnwagen oder Campingbus geblieben, wir verdammten Vollidioten! Abends sinkt in der Regel die Moral am tiefsten – da muss man durch!
Außer bei Samira. Sie friert nicht und sie flucht nicht und findet Winterzelten einfach spannend! Bei den "Alten" sieht das öfter anders aus!
Doch wenn man dann mal im Schlafsack liegt und die Füße auftauen, dann findet man so verückte Sachen wie Winterzelten einfach wieder Klasse!
Alles klar?

Trotz Kälte, Nässe, verfrorener Hände und schnell leerer Akkus und Batterien wird - oft auch unter "Lebensgefahr" für die teure Kamera-Ausrüstung - fotografiert und dokumentiert.
Die Kamera-Ausrüstung samt Stativ gehören zwar nicht zum Lebensnotwendigen und oft genug habe ich das schwere, empfindliche Zeug auch schon verflucht und wollte es zu Hause lassen – aber Tourenfotos speichern für uns wertvolle Erinnerungen auf, für die im Kopf sehr oft der Platz auf der "Festpatte" fehlt. Deshalb…..
…. gehört sogar ein Regenschirm als Schutzdach für die Kamera zum Tourengepäck!

1. DAS SCHNEEKIND – Eine Familie unterwegs durch die Schneewüsten von Kanada und Alaska. Die Geschichte von der Erfüllung eines Traums: Der weltberühmte Abenteurer zieht mit seiner Frau Diane und der kleinen Tochter Montaine für ein Jahr in die Wildnis Kanadas und Alaskas. Sie leben dort im Einklang mit der gewaltigen Natur des hohen Nordens.(Siehe auch die neuee Seite "Buch-Tipp des Monats")
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