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Paddeln als Familientherapie?!

Sind wir doch mal ehrlich: Welche Eltern haben mit ihren Kindern noch eine gemeinsame, aktive Freizeitbeschäftigung? Wo geht man sich am Wochenende und sogar im Urlaub aus Frust und Langeweile nicht gegenseitig tierisch auf die Nerven?

Wer dem Abhilfe schaffen und sich und seine Kids von der Glotze weglocken möchte, dem sei das Familienpaddeln als sinnvolles Hobby ans Herz gelegt – Kanufahren als herrliche Gelegenheit für Jung und Alt, gemeinsam in sportlicher Aktivität sich selbst und die Natur zu erkunden.

Warum das sinnvoll ist und eventuell eine kostspielige Familientherapie ersetzt und wie Familienpaddeln funktionieren kann, darüber möchte ich in diesem Artikel berichten.                                                                                                                                                   

PADDELN ALS FAMILIENSPORT ist immer wieder ein beliebtes Thema von KANU - und OUTDOOR-Zeitschriften, wo Gerd Kassel als Vater, Spezialist und Autor stets gefragt ist. Siehe hierzu OUTDOOR 3/2004 "Outdoor-Urlaub mit Kindern" und KANUMAGAZIN 6/2004 "Kids im Kanu" 

Unterwegs im Glaskogen Naturrerservat - einem idealen Familienrevier in Mittelschweden


Bereits 1920 stellte der bekannte Pädagoge Kurt Hahn, auch als „Vater der Erlebnispädagogik“ bezeichnet, folgende, provozierende Frage:

              WAS GESCHIEHT MIT DEN REICHTÜMERNDER KINDHEIT IM JUGENDALTER,

                                                    DEM ANSPORN ZUM WACHSEN,

                                               DER SEHNSUCHT NACH ABENTEUERN,

                               DER FREUDE AM ERFORSCHEN UNBEKANNTER DINGE,

                               DER LIEBE ZUR MUSIK, ZUM MALEN ODER SCHREIBEN,

                                       DER LEBHAFTEN UND KREATIVEN FANTASIE?

Wie das 1920 war, weiß ich nicht, aber für 2003 behaupte ich mal ganz dreist: Es geschieht Beängstigendes! Oder wie anders ist Folgendes zu verstehen:

 -         Untersuchungen belegen, dass immer mehr Kinder ihre Freizeit allein, passiv und bewegungslos vor Fernseh- und Computerbildschirmen verbringen.

 -         Über diese Bildschirme werden häufig Denk- und Verhaltensstrukturen in Kinderköpfe gepflanzt, die Kinder krank und verhaltensgestört machen.

 -         Kinderärzte stellen fest, dass immer mehr Kinder an Bewegungsmangel und Antriebsarmut, Haltungsschäden, Übergewicht und senso-motorischen Störungen leiden.
 
-        Pädagogen beklagen bei Kindern fehlendes Selbstbewusstsein und Ichstärke, von kreativer Fantasie ganz zu schweigen. Stattdessen nehmen Aggression und Gewalt täglich zu.
 
-        Immer mehr Kids wählen die Flucht in die gefährliche, süchtigmachende Droge. Drogenberatungsstellen sind überlaufen.
 
-         Juristen beobachten mit Sorge die sich ausbreitende Kinder- und Jugendkriminalität. Erziehungsheime und Jugendgefängnisse sind überfüllt.
 
-         Immer mehr Eltern entziehen sich ihrer Erziehungsverantwortung und haften nicht mehr für das Verhalten ihrer Kinder.
 
-         Statistiker behaupten, dass verheiratete Paare täglich im Durchschnitt nicht mehr als 3 Minuten miteinander kommunizieren, Tendenz eher abnehmend. Wenn geredet wird, dann meist in Form von Streit  über die Wahl des Fernsehprogramms. 

Es ist ziemlich wurscht, wie alt die Kinder sind, wenn man sie mit nach draußen nimmt. Die Gewöhnung an Wind und Wetter kommt von selbst - und um so schneller, je eher man sie mitnimmt!

O.K., genug der Provokation. Natürlich habe ich alles ein bisschen übertrieben, aber wer nachdenkt, wird mir zustimmen: Etwas Wahres ist dran! Und dabei wäre doch alles so einfach: 

-         Kinder (und Eltern!)  müssen raus aus den vier Wänden und ihrer seelischen Verarmung und das simple Spielen wieder lernen – am besten zusammen mit ihren Eltern und anderen Kindern. 

-         Passiver Fernseh-, Video- und Computerkonsum gehören (nicht nur) bei Kindern reglementiert und durch aktive Freizeitgestaltung ersetzt. 

-         Kreatives, aktives Tun in freier Natur ist etwas, das alle Eltern ihren Kindern fast zum Nulltarif anbieten können – und wesentlich sinnvoller als teure Besuche von fragwürdigen Freizeit- und Vergnügungsparks. 

-         Eine Möglichkeit für Eltern mit Kindern, einen Weg vom passiven „EUROSPORT“-Konsum zurück in eigene, gemeinsame, erlebnisreiche, Körper und Geist fördernde Freizeitbeschäftigungen zu finden, bieten familienfreundliche Erlebnissportarten – wie das Kanufahren.

Sie lieben es, die Kids, die nichts Interessanteres kennen: Die Nitendos und Gameboys. Doch Samira wird dieser Computer-Scheiß, den andere Kinder mitbringen, schnell langweilig, weil....

...... ihr Interessanteres zum Spielen einfällt, z.B. schöne Wanderstöcke suchen zum Schnitzen und Anmalen.

"Steht Nachwuchs ins Haus, wollen viele Paare das Paddel an den Nagel hängen. Zu strapaziös erscheint das bisherige Freizeitverhalten, kalt, nass und gefährlich noch dazu. Diesen Zweiflern sei jedoch eines gesagt: Kapitulation ist keine Lösung. Sie würden was verpassen. Kanu fahren mit Kind und Kegel ist nämlich perfekter Familiensport - wenn man es richtig anstellt."   11-seitiger Artikel von Falk Bruder und Gerd Kassel im aktuellen KANUMAGAZIN 6/2004

Der Kanumarkt bietet heute den jungen, paddelwilligen Familien die angemessene Kanuausrüstung vom kippstabilen Boot über superleichte Kinder-Paddel, passendes Neopren und bequeme Schwimmwesten

Wer seine Kinder später nicht in der Suchtklinik besuchen möchte, der sollte ihre Erziehung und Entwicklung in die eigene Hand nehmen und nicht kinderfeindlichen Medien und der „Straße“ überlassen.
Was Kinder brauchen, ist ein Umfeld, das ihnen neben Liebe und Geborgenheit auch aktives Tun anbietet. Will man die Kids vom PC weglocken und auch die Eltern vom Sofa reißen, muss dieses Tun allerdings für Kinder und Eltern gleichermaßen interessant, leicht erlernbar und spannend sein – und  Erfolgserlebnisse mit einem Hauch von Freiheit und Abenteuer vermitteln.
Ganz klar: All das kann der Kanusport für die ganze Familie mit Kindern unterschiedlichen Alters bieten, sei es als geruhsames Seenpaddeln, eine längere Flusstour mit Schlafsack und Zelt oder rasantes Wildwasserpaddeln auf alpinen Wildbächen.
Natur- und Erlebnissport ist weitaus mehr als nur körperliche Ertüchtigung. Er dient auch der Persönlichkeitsbildung. In dem lesenswerten Buch „Vom Junkie zum Ironman“ (J. Schmitt-Kilian, Kreuz Verlag 2000) las ich neulich folgendes „Erziehungsrezept“, das mir auch als Motto für diesen Artikel bestens geeignet erscheint:

                                              MAN SOLLTE KINDER LEHREN,

                                      OHNE NETZ AUF EINEM SEIL ZU TANZEN,
                        BEI NACHT ALLEIN UNTER FREIEM HIMMEL ZU SCHLAFEN,
                      IN EINEM KAHN AUF DAS OFFENE MEER HINAUS ZU RUDERN.

                                                 MAN SOLLTE SIE LEHREN,

                     SICH LUFTSCHLÖSSER STATT EIGENHEIME ZU ERTRÄUMEN,
                      NIRGENDWO SONST ALS HIER IM LEBEN ZU HAUSE ZU SEIN
                               UND IN SICH SELBST GEBORGENHEIT ZU FINDEN.

Alleine mit den Kanus hinaus auf den See zu paddeln, zu lernen, wie man ein Kanu fortbewegt und steuert, das ist eine super Sache........

Eine Seite aus dem Bericht KIDS IM KANU in dem KANUMAGAZIN 6/2004

Kanus zum Kentern bringen, das ist eine spannende Sache - und die Kids verlieren die Angst davor........


Ich weiß: Mit erhobenem Zeigefinger moralisieren und gute Vorsätze fassen, das geht ja noch recht einfach. Schwieriger wird es mit der praktischen Umsetzung – auch bei der Kassel-Family! Jedenfalls kommt unsere 8-jährige Tochter Samira neulich mit der hartnäckigen Forderung:

„Im nächsten Urlaub möchte ich aber endlich mal Kinder zum Spielen!“

Samira ist Einzelkind, ihre Geschwister sind schon erwachsen und wir mit ihr meist in Kajaks auf einsamen Wildnistouren unterwegs. Und da trifft man nicht an jeder Ecke wie beim Badeurlaub in Südfrankreich auf Kinder am Strand. Eigentlich wollten wir diesen Sommer 6 Wochen zum Paddeln auf die größtenteils unbewohnten, finnischen Åland-Inseln. Da laufen einem noch nicht mal Erwachsene über den Weg, geschweige denn Spielkameraden. Müssen wir jetzt unserer Tochter zuliebe an einen der von mir so gehassten, weil überfüllten Familienbadestrände ans Mittelmeer? Nein! Ich probiere es anders.

„Also gut. Suchen wir Familien mit Kindern, die mitpaddeln!“

lenke ich kinderfreundlich ein. Meine Tochter hat ja recht. Immer nur allein mit den Eltern unterwegs sein, das ist irgendwann doof.

„Paddelnde Familien suchen? Wie soll das denn funktionieren? Etwa über Kontaktanzeigen, oder wie? Mit wildfremden Menschen den Kajak-Urlaub verbringen? Du spinnst wohl!“

Meine Frau Astrid ist sehr skeptisch. In der Tat, so aus dem Stehgreif fällt mir niemand ein, der mit uns auf Kajaktouren nach Skandinavien fahren würde. Zumindest niemand mit Kindern, Paddelerfahrung und geeigneter Kanuausrüstung. Aber egal:

„Ich telefoniere und suche mal ein bisschen rum. Noch ist Zeit, Leute mit Kindern zu finden.“

Und ich finde interessierte Familien und versprengte Alleinerziehende, die froh sind, nicht allein durch die Gegend ziehen zu müssen (siehe Text weiter unten).........

...... auch 2 alleinerziehende Väter sind mit von der Partie.


Gesagt, getan. Vier Wochen später habe ich 4 Familien mit 6 (!) Kindern aufgetrieben, mit denen wir uns an familienfreundlichen Kanuseen in Schweden treffen werden. Damit ist Samiras Kinderbedarf ausreichend abgedeckt – aber Astrids Flexibilität und Toleranzvermögen wahrscheinlich etwas überstrapaziert. Schwedens Binnenseen kennen wir zu Genüge, aber unsere Mitpaddler nicht. Das verspricht ein echtes Abenteuer zu werden!

„Ob das mal gut geht? Soviel Leute – und keiner kennt keinen!“

Ausnahmsweise teile ich die Skepsis meiner Frau, nur unsere Tochter hat keine Bedenken. Was sie allerdings nicht weiß: Es ist ein verdammt bunt zusammengewürfelter Haufen, den ich da zum Mitpaddeln animiert habe. Eigentlich ist nur eine vollständige Familie dabei, ansonsten allenfalls Restbestände davon. Damit meine ich die immer mehr zunehmenden Familienversprengten, die oft recht orientierungslos als sogenannte „Alleinerziehende“ mit sich, ihrem Leben und ihren Kindern kämpfen. 

Viele Leute - und keiner kennt keinen! Und es geht gut!

Zusammensitzen, quatschen, Geschichten erzählen, gemeinsam neue Erlebnisse planen... einfach schön!

Für dieses menschliche Abenteuer mussten wir etwas umdisponieren. Für das Paddeln auf der Ostsee in der Schärenwildnis der Åland-Inseln ist niemand passend mit Seekajaks ausgerüstet. Auch sind einige absolute Neulinge im Metier dabei. Also haben wir unseren Sommerurlaub im Interesse unseres Kindes gesplittet in 3 Wochen einsames Hardcore-Wildnispaddeln in Finnland und 3 Wochen Großfamilienpaddeln auf idyllischen Kanuseen in Schweden.

Dafür mussten wir unseren Kajakanhänger wie eine Kanutouristik-Firma mit jede Menge Leihausrüstung – Kajaks, Paddel, Schwimmwesten, Zelte, Paddelkleidung – beladen, da meine frisch geschiedene Schwester Elke mit ihren beiden Kindern Lisa-Marie (9) und Johannes (14) noch nie im Kanu saß, geschweige denn Outdoor-Urlaub kennen gelernt hat.  Aber auch der Paddelneuling Felix aus Österreich hat für sich, sein Frau Gabi und seine Tochter Anna (8) in die falsche Kanuausrüstung investiert. Statt eines großen, kippstabilen Familienkanadiers hat er sich von einem „Experten“ ein kippliges, wildwassertaugliches Kurzkanu aufschwatzen lassen. Das führt gleich zu Beginn zu heftigen Ehestreitigkeiten zwischen Gabi und Felix. Doch dieses Problem – übrigens eins von vielen, die noch kommen werden – ist schnell gelöst. Felix muss seinen Solo-Kanadier mit Tochter Anne alleine paddeln und Gabi bekommt aus unserem Bootsvorrat ein nagelneues Wanderkajak, mit dem sie sich zumindest paddeltechnisch von Felix emanzipieren kann.

Als harten Kontrast zu den Kanuanfängern haben wir noch zwei erfahrene Kanada-Paddler dabei, Rainer aus München und sein Kumpel Giggi. Beide kennen sich von vielen gemeinsamen Wildnistouren, u.a. auf dem Insider bekannten South Nahanni, von dessen Befahrung sie harte Paddelstories zu erzählen  wissen. Sie haben alles und sie wissen alles, was man auf dem Wasser und in der Wildnis braucht. Hoffentlich haben sie auch den Nerv, ihr  Paddel- und Touren-Know-how an doofe Neulinge weiter zu geben? Doch diesbezügliche Bedenken erweisen sich schnell als falsch. Rainer und Giggi haben zwar keine paddelwilligen Lebensgefährtinnen dabei, dafür aber jede Menge spannende Abenteuergeschichten auf Lager und 3 Kinder an Bord, denen sie als alleinerziehende „Urlaubsväter“ die Gemeinschaft mit anderen Kindern gönnen. Kathi (8), Chris (12) und Max (13) nehmen die gebotene Gelegenheit auch prompt freudig wahr.

Schweden bietet paddelwütigen und outdoorfreudigen Familien eine fantastische Landschaft mit unendlich vielen Seengebieten (siehe hierzu auch die Seite "Kanuland Schweden" unter REISEBERICHTE)


Ich muss gestehen: Das schwedische Familien-Abenteuer 2002 mit 7 Kindern, 7 Vätern und Müttern in 9 Kanus ähnelt mehr einem Großmanöver als einem geruhsamen, stillen, einsamen Outdoor-Urlaub. Aber es macht allen Beteiligten viel Spaß.

Natürlich starten wir nicht gleich von null auf hundert: In dem kleinen und überschaubaren Seensystem des idyllischen Naturreservats Glaskogen in Värmland – einem optimalen Familientreffpunkt – finden zunächst mal „Kleinmanöver“ statt: Zelte aufbauen, Kanu-Anhänger abladen, Ausrüstung testen, Boote schleppen, Sturmkocher benutzen usw. Dann geht es erstmals bei ruhigem Sommerwetter aufs Wasser – zunächst stunden- dann tagelang. Das Paddeln wird so lange geübt, bis sich alle sicher fühlen. Erst danach planen wir eine kleine Dreitagestour mit Zeltgepäck. Dafür eignet sich besonders der wunderschön mit Inseln durchsetzte Stora Gla. An seinen Ufern befinden sich zahlreiche, angelegte Biwakplätze mit Schutzhütten und Feuerstellen. Selbst das Brennholz wird von der Reservatverwaltung bereits gespalten angeliefert. Dafür müssen pro Person pro Tag 2,50 € entrichtet werden. Ein akzeptabler Preis, den auch finanziell gebeutelte Familien noch zahlen können.

In der 2. Hälfte des Familienurlaubs wird es dann richtig ernst. Wir sind 10 Tage mit Kanu, Kind und Kegel bei Wind und Wetter auf den großen Seen Dalslands unterwegs. Aber auch in diesem schwedischen Kanuparadies sieht man öfter Familien mit Kindern und Jugendgruppen. Die Dalsland-Seen verfügen über eine familienfreundliche, kanutouristische Infrastruktur, die das Paddeln mit Kindern und damit auch uns das Nomadenleben einfach macht.

Viele, meist mit Schleusenkanälen verbundene Seen in herrlicher Landschaft - Familienparadies Dalsland

Beim Paddelurlaub wachsen Eltern mit ihren Kindern in gemeinsamer "Arbeit" viel enger zusammen als im Alltagsstress zu Hause

Ausgiebig über unserem 3-wöchigen Großfamilien-Trip, die interessanten Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse von Kindern und Eltern im Bei- und Miteinander und im Umgang mit Kanus, Wind und Wetter zu berichten, sprengt den Rahmen dieses Artikels. Nur so viel:

-         Die Eltern lernen in diesem Kanuurlaub mit ihren Kindern gemeinsam neue, interessante Dinge und Aktivitäten. Sie erleben gemeinsam Frust, Spaß, Nässe, Kälte, Hitze, Müdigkeit, Hunger und die Freude am Erkunden von täglich Neuem und dem Gelingen selbst gestellter Aufgaben.

-         Am abendlichen Lagerfeuer sitzen alle – Eltern und Kinder – zusammen. Es wird viel geredet, gelacht und diskutiert. Natürlich werden auch Geschichten erzählt von den großen und kleinen, schönen und schlimmen Abenteuern des Tages - und des Lebens. Auch Kinder haben schon viel zu erzählen, wenn man sie lässt!

-         Die Kinder lernen außer der gemeinsamen Bewältigung täglicher Aufgaben (z.B. Zelt auf- und abbauen, Luftmatratzen aufblasen u.ä.) auch das Spielen miteinander. Der Abenteuerspielplatz liegt direkt ums Zelt rum und Spielgeräte sind Taschenmesser, Stöcke, Steine, Bäume, Boote und was sich so alles findet. Johannes stellt eines Abends ganz erstaunt fest: „Komisch, ich vermisse gar nicht den Fernseher!“

-         Natürlich gab es auch Konflikte zwischen den Kindern, den Eltern und Kindern – und den Vätern und Müttern. Öfter wurde auch gezankt, gestritten, gemeckert und geflucht. Aber das gehört zum Paddeln als Familientherapie wie das Salz an der Suppe dazu. Viel zu oft wird sich im Alltag tödlich angeschwiegen. Doch eine solch verhängnisvolle Konfliktstrategie ist beim gemeinsamen, aktiven Tun draußen kaum durchzuhalten. Konflikte müssen gelöst und Streit geschlichtet werden. Denn letztlich sitzen beim Familienpaddeln doch alle in einem Boot, das nicht untergehen darf.

Bei der abschließenden „Manöverkritik“ wird klar: Es war für alle Beteiligten, besonders für die Kinder, aber auch ihre Eltern eine beindruckende Veranstaltung, die positiv im Gedächtnis hängen bleiben wird und zur Fortsetzung und Nachahmung herausfordert.

Kinder werden auf Kanutouren mehr und mehr zu gleichwertigen Team-Mitgliedern, helfen, wo's geht und lernen ihre "Häuser" alleine auf- und abzubauen

Jedes Kind, das draußen schläft, freut sich über "Mitbewohner(innen)" im Zelt. Deshalb ist das Outdoorreisen mit "Großfamilien" bei unserer Tochter Samira sehr beliebt!

Eine Seite aus dem Bericht KIDS IM KANU im KANUMAGAZIN 6/2004


Paddelurlaub mit Kind und Kegel ist nicht immer ganz einfach. Wenn die Kids klein sind, finden sie draußen alles ungeheuer spannend und  wollen auch alles mitmachen, können aber leider noch nicht. Dann muss man sie in ihrem Aktivitätsdrang ständig bremsen und höllisch aufpassen, dass sie nicht mutterseelenallein auf gefährliche Erkundungsausflüge gehen. Sind sie dann endlich größer und auch fit für eine richtige Abenteuer-Kanutour, haben sie plötzlich keine Lust mehr. Null Bock auf Outdoor! Jetzt lieben sie die richtigen Urlaubsrummelorte, wo was los ist: Überfüllte Badestrände, laute Promenaden, geile Diskos, wo es sich mit Gleichaltrigen herrlich rumgammeln lässt. Das führt nicht selten zu Stress bei der Urlaubsplanung und vor Ort. Hier ein paar Tipps eines erfahrenen Vaters von drei Kindern, wie man als Paddel-Familie über die Jahre hinweg mögliches Konfliktpotential entschärfen kann. Wir haben es immer – mehr oder minder erfolgreich – folgendermaßen probiert:

·         Wir planen nach Möglichkeit unsere Touren mit den Kindern gemeinsam. Jeder muss vorher wissen, wo’s hingeht und was auf ihn zukommt. Jeder muss „Bock“ darauf haben. Die Kanureviere sollten als gemäßigte „Wildnis“ viel kindgemäße Abwechslung und auch tolle Badefreuden auf kinderfreundlichen Sand- und Kiesbänken bieten.

·         Der Charakter unserer Kanureisen muss im Vorhinein geklärt sein, mehr erholsamer Gammelurlaub oder eher anspruchsvolle Gepäcktour in nordischer Wildnis? Wollen oder müssen wir innerhalb der zur Verfügung stehenden Urlaubszeit ein bestimmtes Tourenziel erreichen, oder lässt sich das geplante Paddelunternehmen kinderfreundlich so organisieren, dass der Weg das Ziel ist?

·         Kein Familienmitglied darf auf einer Kanutour unter- oder überfordert sein. Das ist oft gar nicht so einfach zu realisieren, wenn die Kinder unterschiedlich alt sind. Ideal sind dafür allerdings Kanureviere mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden - von Zahmwasser bis WW III.

·         Dinge, die auf einer Kanutour je nach Alter und Fähigkeit beherrscht werden müssen, werden von uns vorher zu Hause geübt, z.B. das Kinderschwimmen mit Schwimmwesten im örtlichen Hallenbad. Vor Fahrtantritt findet ein Probepacken statt. Auch Wochenendprobetouren auf heimatlichen Gewässern sind empfehlenswert, bis alles perfekt klappt und passt. Wer zu Hause im Vorfeld dazu keine Zeit und Muse hat, kann allerdings auch am Urlaubsort zunächst gefahrlos Familien-Kanuurlaub üben, ehe es zur Sache geht.

·         Optimale, vor allem auch kindgemäße Tourenausrüstung verhindert Urlaubsstress. Das Kinderpaddel darf nicht zu schwer sein, im Boot muss man auch nach Stunden noch schmerzfrei sitzen können. Kleinkinder brauchen im Kanu Platz für den regelmäßigen Mittagsschlaf, Regenkleidung und Zelte müssen schlechtwettertauglich sein, usw.

·         Familienpaddeln ist mit viel Arbeit verbunden. Jeder muss sich im Rahmen seiner Möglichkeiten daran beteiligen. Auch Kinder übernehmen schon Aufgaben, die sie bewältigen können, z.B. Zelte aufbauen, Luftmatratzen aufpumpen, Feuerholz sammeln, Geschirr spülen u.ä. Auf das notwendige Minimum lässt sich diese Arbeit reduzieren, wenn man ein festes „Basislager“ für mehrere Tage einrichtet.

·         Paddeleltern muss klar sein, dass die ersten zwei Tage auf Tour am schwierigsten und konfliktreichsten sind. Eine Familie braucht Zeit, bis sich alles eingespielt hat und zur Routine wird.

·         Familientourenplanung muss flexibel sein. Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Touren müssen je nach Wind, Wetter und Verfassung der Teilnehmer problemlos abgeändert und im Ernstfall auch abgebrochen werden können.

·         Trotz aller Konfliktvermeidung sind wir uns einig, dass man auf einer Kanutour auch mal streiten und ausflippen darf. Meist reden wir abends gemeinsam am Lagerfeuer über den Tag, was gut war, was schlecht geklappt hat und wem was besonders „gestunken“ hat.

Im KANUMAGAZIN 5/2004 wird von Gerd Kassel das PADDELPARADIES SCHWEDEN ausführlich vorgestellt. Viele Reviere eignen sich besonders für Familien mit Kindern

Kanuurlaub mit Kindern birgt nicht zu unterschätzende Gefahrenmomente, die man kennen muss. Ein Untersuchungsbericht des Marburger Forums Unfallprävention des Deutschen Grünen Kreuzes stellt fest: Die häufigste Todesursache bei Kleinkindern ist Ertrinken! 38 % der tödlichen Unfälle von Kindern zwischen ein und vier Jahren passierten 1997 beim Planschen in Flüssen, Seen, Teichen und Regenwassertonnen. Hierfür sind die Eltern verantwortlich. Wer z.B. Kleinkinder ohne Aufsicht und funktionelle Schwimmhilfe allein am Wasser spielen lässt, verletzt seine Aufsichtspflicht. Daher hier kurz die wichtigsten Regeln für das Paddeln mit Kindern:

·         Kleinkinder sollten nur mit kanuerfahrenen Eltern und geeigneten Schwimmwesten ins kippstabile Familienboot.

·         Auch für die Erwachsenen besteht Schwimmwestenpflicht, nicht nur in Vorbildfunktion, sondern auch, um im Kenterfalle die Kinder und die abtreibende Ausrüstung leichter ans Ufer zu schaffen.

·         Kinder, die mit ihren Eltern zum Paddeln unterwegs sind, sollten keine Angst vor dem Wasser haben und Schwimmkenntnisse besitzen. Das verhindert im Kenterfalle mögliche Panik.

·         Beim Ausleihen von Kanuausrüstung muss auf ordentlichen Zustand (Boote, die nicht absaufen, notwendige Auftriebskörper, keine wackligen, kaputten Sitze, solide, bruchfeste Paddel), Passgenauigkeit der Kinderwesten und Vollständigkeit (wasserdichte Tonnen oder Packsäcke, Flussbeschreibung oder Streckenkarte mit eingezeichneten Wehren und Gefahrenstellen, wenn nötig Bootswagen) geachtet werden.

·         Für Kinder ist grundsätzlich wasserdicht verpackte Reservekleidung mitzunehmen.

·         Im Frühjahr und Herbst sollten Kinder nicht nur Schwimmwesten, sondern auch Kälteschutzkleidung tragen.

·         Bei Kindern, die etwa ab 10 Jahren im eigenen Kinderkajak unterwegs sind, muss sichergestellt sein, dass sie im Kenterfalle alleine die Spritzdecke öffnen können.

·         Vor Fahrtantritt sollte man nach Möglichkeit in Zahmwasser mit den Kindern spielerisch das Kentern, Retten und Bergen üben.

·         Kanueltern planen aus Sicht der Kinder nur kurze Tagesetappen, die von allen gut bewältigt werden können.

·         Sie üben keinen Zwang aus, legen nach Wunsch der Kinder Pausen ein und lassen sie den Tagesrhythmus bestimmen.

·         Verantwortungsbewusste Eltern sorgen am und auf dem Wasser für die lückenlose Beaufsichtigung ihrer Kinder und sind genau über das Gewässer informiert, auf dem sie mit ihren Kindern unterwegs sind.

Meine Hinweise sollen Eltern keineswegs abschrecken, mit Kindern paddeln zu gehen. Es gibt genügend Kanureviere in Europa, die familientauglich sind. Für Kinder ist ein naturbelassener Fluss oder  glasklarer Natursee ein fantastischer Abenteuerspielplatz, den man ihnen aus Angst vor möglichen Gefahren nicht vorenthalten sollte.


Vor kurzem las ich in der „Frankfurter Rundschau“, dass Frankfurter Kinderpsychologen und -therapeuten den Eltern sensomotorisch gestörter Stadtkinder die Anschaffung von speziellen Fußmatten mit Gumminoppen empfehlen, worauf selbige täglich eine halbe Stunde rumtrampeln sollen, um die sich mehr und mehr ausbreitenden Zivilisationsschäden zu kompensieren. Wenn man darüber einen Moment nachdenkt und erkennt, wie absurd solche therapeutischen Maßnahmen für naturentwöhnte und „entwurzelte“ Kinder eigentlich sind, stellt man fest, dass obige Frage so falsch gestellt ist. Denn den meisten, in zunehmendem Maße und auf vielerlei Art gestörten Kindern wird heutzutage via Medien „Natur“ ohne Ende nähergebracht, sozusagen frei Haus ins Wohnzimmer geliefert. Doch diese „Natur“ in didaktisch brillant aufbereiteten Bilderbüchern, wunderschönen Heimat-, Natur- und Tierfilmen, pädagogisch wertvollen Naturkundemuseen oder auch im schulischen Biologie-Unterricht lässt sich nicht anfassen, fühlen, riechen, schmecken, erleben und verhindert nicht eine zunehmende „Denaturierung“ der Menschheit und ihre schwerwiegenden Folgeschäden für die physische und psychische Gesundheit. Die mittelbare, nur per Medium ins Hirn der Kinder transportierte Naturerfahrung kann das unmittelbare, wirkliche Naturerlebnis niemals ersetzen. Kinder brauchen in erster Linie kein kognitives, theoretisches Wissen über die Natur, sondern körperliche, emotionale Erlebnisse in der Natur. Diese simple Tatsache findet in jüngster Zeit ihren Niederschlag in pädagogischen Reformkonzepten von Erziehungseinrichtungen. Unsere Tochter Samira  besuchte z.B. einen Kindergarten, in dem ein Natur- und Waldtag eingeführt wurde, an dem die Kinder mit angemessener Kleidung bei Wind und Wetter rund ums Jahr draußen im Wald spielen. Kurz und gut: Es ist wichtig, Kindern nicht nur die Natur näher zu bringen, sondern auch der Natur die Kinder!! Dafür ist das Kanufahren mit der ganzen Familie und Sack und Pack eine nahezu ideale Naturerlebnis-Sportart.


Hier eine möglichst knappe (und daher unvollständige) Auflistung, ab welchem Kindesalter sich Eltern mit passender Kanuausrüstung auf geeignete Kanureviere wagen können und welche Besonderheiten zu beachten sind: Alter - Paddel-Know-how - Kanuausrüstung - Kanureviere - Besonderheiten


Nur empfehlenswert für sehr erfahrene Eltern, die sich draußen und im Kanusport bestens auskennen. Eine Kenterung ist praktisch ausgeschlossen. Kippstabiler Wanderkanadier der 5-Meter-Klasse, auch Schlauchkanadier. (z.B.: Old Town „Trip“ oder Grabner „Adventure“) Kinder + Eltern tragen Schwimmwesten. Sonnen- und Regenschutz fürs Baby. Nur Zahmwasser auf kleineren Seen und schwach strömenden Flüssen (z.B.: Mecklenburgische Seenplatte, Lahn) Babys hassen Schwimmhilfen aller Art. „Lagerung“ im Boot evtl. samt schwimmfähig gemachtem Autokindersitz für Kleinkinder (vor Verwendung mit Puppe testen!) Meist schlafen die Kleinen beim Paddeln!


Nicht nur erfahrene, sondern auch nervenstarke Paddeleltern wagen kleinere Touren. Sind die Kinder erst mal ans Paddeln gewöhnt, sind auch längere Gepäcktouren möglich. Das Zelten sollte vorher auf der Gartenwiese geübt werden.  Kippstabiler Wanderkanadier über 5 Meter, in dem ein Spiel- und Schlafplatz fürs Kind eingerichtet werden kann. Alle Insassen tragen passende Schwimmwesten. Der Kanumarkt bietet geeignete Kinderwesten mit Schrittgurten (z.B.: Grabner „Holiday“ Mini, Midi,). Ein Kinderpaddel ist an Bord. Zahmwasser, größere Seensysteme, leichte Wanderflüsse. Da Kinder gerne im Wasser planschen, sollte dies sauber und warm sein. (z.B.: Glaskogen-Naturreservat in Schweden, Dordogne/Frankreich) Kinder in diesem Alter haben einen großen Bewegungsdrang, der im Boot kaum ausgelebt werden kann. Deshalb nur kurze Tagesetappen mit vielen Spiel- und Schwimmpausen planen. Keine kinderlosen Mitpaddler zur Tour einladen, da diese zu schnell durch ständige Stopps genervt werden!


Geübte Eltern, die bereits wissen, wie man ein Boot steuert. Bei möglichen Kenterungen tritt keine Panik auf, da alle schwimmen können und Schwimmwesten tragen. Kinder und Boot können problemlos geborgen werden. Neben dem Familienkanadier können auch kippstabile Zweierkajaks zum Einsatz kommen (z.B.: Prijon „Excursion“). Außer Schwimmwesten tragen Kinder an kühlen, nassen Tagen einen Neoprenanzug (z.B.: Langer „Kids Jump“ ab Größe 128). Seensysteme und Wanderflüsse aller Art. (z.B. Dalsland-Seen/Schweden, Femundsmarka/Norwegen, Klarälven/Schweden, Loire/Frankreich, Fränkische Saale/Deutschland). Paddelausflüge sind auch mit 2 Kindern möglich. Sie sollten aber bereits das Schwimmen ohne Auftriebsweste gelernt haben. Trotzdem sollte die Schwimmweste auf dem Wasser und beim unbeaufsichtigten Spielen am Wasser aus Sicherheitsgründen getragen werden.


Ungeübte Eltern sollten nur unter Anleitung erfahrener Paddler, evtl. mit Kanuvereinen,
aufs Wasser gehen. Neben dem Familienkanadier als „Mutterschiff“ und Zweierkajaks können  Kinderkajaks eingesetzt werden (z.B.: Prijon „Flipper“). Paddeln auf den schönsten Kanuwanderrevieren in ganz Europa ist möglich (siehe „Kanuliteratur“). Es ist wichtig, dass Kinder den Übergang vom Mitpaddeln zum aktiven Selbstpaddeln im Kinderkajak schaffen. Das erhöht die Paddelfreude und das Selbstbewusstsein. 


Es ist ab diesem Alter möglich, dass Eltern und Kinder gemeinsam in den Kanusport einsteigen und zusammen lernen, wie was geht. Anleitung in Vereinen oder durch Kanuschulen ist nicht zu verachten. Außer Großraumkanadiern kommen Zweier-, Einer- und Kinderkajaks zum Einsatz. In Kanuvereinen stehen meist alle Bootstypen zu Verfügung. Was man sich für die eigene Familie anschafft, das ist Geschmacksache und hängt vom Geldbeutel und den bevorzugten Kanurevieren ab. Haben sich Eltern + Kinder Paddelkenntnisse und Ausrüstung angeeignet, dann sind ab jetzt sind auch große Kanutrekkingreisen mit Zeltgepäck reizvoll. Naturbelassene Großgewässer findet man hierfür auch noch in Europa. Kinder mögen den Kontakt zu anderen Kindern und möchten Freunde haben, natürlich in erster Linie zum gemeinsamen Spielen und Abenteuer erleben. Kanutouren kommen dem entgegen, wenn man andere Familien zum Mitreisen findet oder bereits vorhandene Freunde mitnimmt.


Die Kinder in diesem Alter lernen spielerisch und mit Anleitung schnell, mit Kanus aller Art umzugehen. Sie werden schon bald zu gleichbefähigten Paddelpartnern ihrer Eltern. In Kanu-Vereinen nehmen sie bereits allein an Jugendcamps und WW-Trainingslagern teil. Jetzt verlassen die Kids endgültig das „Mutterschiff“ und wünschen im eignen Boot zu paddeln. Der Kanumarkt liefert sowohl für den Wanderbereich als auch für die ersten Erfahrungen im Wildwasser die passenden Jugendboote. Ist man in keinem Verein, wird es ab jetzt teurer. Sinnvoll und geldsparend ist die Nutzung von Gebrauchtbootmärkten   Neben Wandergewässern werden jetzt auch WW-Reviere mit leichtem Schwierigkeitsgrad (I-III) interessant. Jugendliche zieht es dorthin, wo es rauscht. Schöne Übungsgewässer findet man in den Alpen (z.B. Salza) und Südfrankreich (Z.B. Ardeche, Tarn) Der Übergang vom Zahmwasser zum Wildwasser ist im wahrsten Sinne des Wortes fließend. Viele Eltern schrecken aus Angst vor den damit verbundenen Gefahren zurück – Jugendliche nicht! Jedenfalls ist eine gute Kajakausbildung im Wildwasser (in Vereinen oder bei kommerziellen Kanuschulen)  für Eltern und Kinder absolut notwendig.


Wer mit dem Familienpaddeln beginnen will, geht in den nächsten Kanuladen und kauft einen kippstabilen Wanderkanadier, Schwimmwesten, Paddel und einen Gewässerführer für die nähere Umgebung – und los geht’s auf den nächsten See oder Fluss direkt vor der Haustür.

Na gut, wem das zu schnell ist, der probiert eben noch nicht auf dem Wasser, sondern im Internet zu surfen! Hier bekommt man alle Infos, die das Paddlerherz begehrt. Wer z.B. noch ein bisschen mehr Anregung und Inspiration braucht, der schaut sich auf der umfangreichen Website des Autors www.kanukassel.de um. Wer lieber erst Mal noch kein Boot kaufen will, sucht nach Kanushops mit einer Palette von Test- und Verleihbooten, die man vor dem Kauf ausprobieren kann. Händler- und Herstelleranschriften findet man auf der sehr nützlichen Kanu-Website www.kajak-channel.de. Hier sind auch Infos über Kanumedien, Kanureviere, Kanuvereine, Kanubücher, Kanu-Homepages u.v.m. aufgelistet.

Wer lieber erst Mal was Gebrauchtes sucht, wird vielleicht fündig auf der „Pinnwand“ des Kanumagazins (www.kanumagazin.de). Viele Händler und Kanuverleiher verkaufen im Herbst auf Kanuflohmärkten gebrauchte Boote der Saison.

Wer erst mal nur reinschnuppern möchte ins Metier – unverbindlich und ohne Aufwand –  der bucht einen Tag, ein Wochenende oder gar einen ganzen Paddelurlaub bei einem Kanutouristikunternehmen. Die findet man an allen Wanderflüssen Deutschlands und im Internet aufgeschlüsselt nach Bundesländern unter www.kanutouristik.de.  

Wem das Kaufen oder Leihen und allein Losdüsen zu unsicher und zu riskant ist, und das Buchen zu teuer, der nimmt zum nächstgelegenen Kanuverein Kontakt auf, wird Mitglied – und los geht’s. Die meisten Kanuvereine sind im Deutschen Kanuverband (DKV) organisiert. Auf der informativen Surfwelle www.kanu.de  findet man schnell Kontakt- und Infoadressen samt Homepages aller Kanuvereine in Deutschland; aber auch sinnvolle Tipps für Einsteiger.

Will man sich durch Lesen ins Metier vertiefen, so ist auch das kein Problem. Es gibt jede Menge gute Kanubücher auf dem Markt: Lehrbücher, Fluss- und Revierführer, Abenteuerberichte. Den besten Überblick verschafft man sich auf der Website www.kanu-verlag.de.

Wer auf eigene Faust loszieht, muss sich allerdings vorher noch über den Kanutransport Gedanken machen. Ein Familienkanadier passt zwar nicht auf jede Minicar, aber in der Regel auf das Dach einer Familienkutsche. Taugliche Dachgepäckträger findet  man im Kanuhandel.

 
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