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Mann, siehst Du Scheiße aus, Alter!  Jetzt wird es aber langsam eng! Da muss was passieren!







Deshalb habe ich die Reha in Bad Nauheim einen Tag früher abgebrochen als bezahlt. Denn für das erste Februarwochenende 2008 war Schnee im Mittelgebirge angesagt. Meine Frau Astrid und Tochter Samira haben mich Freitagmorgen, den 01.02.2008 in Bad Nauheim abgeholt und weiter ging es in unser privates Rehazentrum in den Hohen Westerwald. Dort haben wir alles, was wir für  Bewegung brauchen - sogar Wanderski und ab und zu den passenden Schnee dazu! (Siehe hierzu auch http://www.kanukassel.de/205207/205269.html#top)  

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Bei meinem Herz-Reha-Aufenthalt  in Bad Nauheim im Januar 2008 habe ich gelernt, dass es als Herzpatient wichtig ist, bei körperlicher Betätigung seinen Puls unter Kontrolle zu haben. Seidem trage ich einen Brustgurt mit Armbanduhr zwecks Kontrolle der Herzsequenz.                                                  


Es gibt auch Finger-Pulsuhren, die auf den ersten Blick bequemer erscheinen. Aber sie funktionieren nicht genau und sind beim Radfahren unpraktisch. Ich habe mir während des Klinikaufenthalts in einem Sportgeschäft einen SIGMA-Pulszähler gekauft, der für 50 Euro die wichtigsten Funktionen zuverlässig erfüllt. Man muss sich halt immer den Brustgurt umlegen und die Kontakte befeuchten.


Vom Pulsmesser am Brustgurt auf Herzhöhe wird die Herzfrequenz zur Armbanduhr gefunkt. Beim Radfahren kann man die Pulsuhr auch mit einer besonderen Halterung am Radlenker befestigen.


Herzspezialisten empfehlen ihren herzkranken Patienten zwecks Vorbeugung eines neuen Infarkts infolge von Arteriosklerose ungefährliche Ausdauer-Sportarten wie Northern Wallking, Jokken, Radfahren, Rudern, Paddeln oder im Winter auch Skiwandern. Als am 1. Februarwochenende 2008 für kurze Zeit Schnee in den Deutschen Mittelgebirgen niedergeht, nutze ich die Gunst der Stunde, "fliehe" einen Tag früher als normal aus der Reha-Klinik in Bad Nauheim und starte im Westerwald an 3 Tagen zu längeren Skiwanderungen.


Mein Ziel ist klar: Ich werde ab sofort so "herzgesund" leben, dass ein neuer Herzinfarkt so bald nicht auftritt. Ich habe mir Rauch- und Alkoholverbot erteilt, bewege mich täglich 1 Stunde mit Hilfe eines Ergometers und treibe darüber hinaus soviel Sport wie eben möglich mit 2 verdammt demolierten Beinen und Hüftgelenken. Bis zum Sommer 2008 möchte ich 10 kg Körpergewicht reduziert haben, bis zum nächsten Winter 15! Dazu wird auch eine fettarme Mittelmeerkost mit viel Gemüse, Salat, Obst, Fisch und Olivenöl beitragen. 

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Nur 5 Wochen nach einem Herzinfarkt kommt man sich natürlich außerhalb einer Reha-Klinik nur noch auf sich allein gestellt ziemlich hilflos und verunsichert vor. Kann ich das überhaupt wagen, was ich hier gleich vorhabe? Oder bekomme ich da prompt wieder einen neuen Infarkt? Womöglich abgelegen draußen im Wald, wo kein Notarzt hinkommt! Kann passieren, aber immer und überall! Also, ich kann ja nicht in Rufweite einer Herzklinik auf mein vorzeitges Ende warten. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! (Siehe hierzu auch die Seiten http://www.kanukassel.de/137481/243507.html und http://www.kanukassel.de/137481/371641.html)


Also, meine Frau Astrid und Tochter Samira haben mich in Bad Nauheim abgeholt, Langlaufski und Winterklamotten mitgebracht und jetzt geht es gleich los!


Im Westerwald kennen wir uns gut aus. Dort sind wir beinahe jedes Wochenende mit Segeln, Windsurfen, Paddeln, Schwimmen, Radeln, Wandern, Schlittschuh-laufen oder eben Skiwandern beschäftigt. Also, auf mangelnde Bewegung und sportliche Aktivität kann mein Herzinfarkt eigentlich nicht zurückzuführen sein!


Mit 2 kaputten Hüftgelenken ohne Knorbel, auf 10 OP-Narben und auf einem chronisch entzündeten Schienbeinknochen Langlauf zu betreiben, indem sich noch eine 40 cm lange Antibiotika-Kette befindet, das kann ja wahrlich kein Vergnügen sein! (Siehe hierzu auch die ausführlichen Seiten unter http://www.kanukassel.de/137481/71674.html, http://www.kanukassel.de/137481/137581.html und http://www.kanukassel.de/137481/370153.html) Aber eins ist Tatsache: Ich kann besser auf Skiern laufen, als allein auf meinen Beinen! 


Ich muss erst nur mal in die Gänge kommen und dann ohne Pause ein Stunde durchlaufen. Bei längeren Pausen werden Gelenke und Sehnen schnell wieder kalt und steif und es beginnen anschließend höllische Schmerzen.


Beim Skiwandern halten wir uns nicht in gespurten Loipen der Schnellläufer auf. Wir haben extra breite Back-Country-Ski, die besonders fürs Querfeldeinlaufen gebaut werden.


Sobald es auch nur ein bisschen bergauf geht, steigt mein Puls schon auf 110 Schläge pro Minute an. Man glaubt ja ohne Pulskontrolle gar nicht, wieviel Herzschläge und Sauerstoff beim Skiwandern notwendig sind.

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Bei meinen Herzreha-Skiwanderungen durch den Hohen Westerwald Anfang Februar 2008 werde ich von meiner Tochter Samira und meiner Frau Astrid begleitet.


Es liegt nur wenig Schnee. Loipen lassen sich bei dieser Menge noch nicht maschinell erstellen Aber er reicht aus zum Skiwandern "quer Beet".


Natürlich kommen wir beim "Quer-Beet-Wandern" langsamer voran, als beim schnellen Gleiten auf gespurten Loipen. Aber auf Geschwindigkeit kam es uns in diesem Metier noch nie an!


Sobald ich ein bisschen Gas gebe, steigt der Zielpuls auf über 120! Das darf er aber zur Zeit nach einem frischen Herzinfarkt noch nicht!


Also ist erst mal eine kurze Pause im Stehen angesagt. In einer Minute muss nun der Puls auf 80 Schläge pro Minute zurückgehen. Dann ist alles in Ordnung und weiter geht es!


Es macht schon Sinn, solche Trainingsübungen mit einem Pulsmesser zu betreiben. Sonst würde ich meist nicht bemerken, dass ich schon längst über den Zielpuls weit hinaus bin.


Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem körperlichen Zustand nach meinem Herzinfarkt am 1. Januar 2008 sehr zufrieden. Eigentlich merke ich kaum, dass da was Schlimmes war, was mir beinahe das Leben gekostet hätte.


Das Schnee-Wochenende Anfang  Februar 2008 im Westerwald ist für uns alle drei auch eine Erholung für die Psyche nach den langen, tristen und bedrückenden Herz-Klinikwochen im Kempten und Bad Nauheim. 


Im stillen Westerwald entgehen wir natürlich so auch dem Faschingsrummel, der ansonsten in den Metropolen, aber auch in erelbnisarmen, kleinen Nestern tobt. 


Samira führt in ihrem kleinen Rucksack das notwendige Essen und Trinken für unterwegs mit.


Hier im "Raum der Stille" kann ich mich wieder neu sammeln und die Zukunft, die gestern schon begonnen hat, neu planen!

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