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MARMOR, STEIN UND EISEN BRICHT, ABER KASSELS HERZ DOCH NICHT! WAS UNS NICHT UMBRINGT, MACHT UNS NUR HÄRTER! Irrtum! Richtiger ist der Spruch: DUMMHEIT MACHT KRANK! Raubbau mit dem Körper führt dazu, dass man früher stirbt und länger tot ist! 



Um es gleich vorneweg zu sagen: Ich war nie ein Gesundheitsfanatiker. Ich hatte nie den Ehrgeiz, durch ein freudloses, entbehrungsreiches und asketisches Leben eines Tages vollkommen gesund zu sterben. Im Gegenteil: Ich wollte, ich hatte und ich habe immer noch verdammt viel Spaß und Freude in meinem Leben – koste es, was es wolle! Und ich muss zugeben: Gesund war das nicht immer, was dabei unterm Strich herauskam! Ich habe gefeiert, gefressen, gesoffen, getanzt, geraucht, gevögelt, Extremsport betrieben, gelacht, geweint, geflucht, gestresst, gekämpft und gearbeitet, was das Zeug hielt. Es hielt leider nicht immer gut genug. Mein Körper war meinem Lebensstil nicht immer gewachsen. Davon zeugen zahlreiche Narben von Operationen an meinen Knochen, Sehnen, am Darm und anderswo. (Siehe herzu auch die anderen Schilderungen auf meiner Website unter NO RISK, NO FUN)


Am 1. Tag des Jahres 2008 sind eine neue Narbe und ein neues Metallimplantat hinzugekommen und zwar mitten in meinem Herzen, dem organischen Motor meiner leiblichen Existenz auf Erden. Sie sind leider keine Bagatelle, sondern noch folgenschwerer als viele Verwundungen und Vernarbungen der Jahrzehnte zuvor. Nein, diesmal ist es ein Volltreffer, mitten ins Zentrum, eben mitten ins Herz! Mein Motor hat gestottert und beinahe versagt! Eine lebenswichtige Spritleitung ist plötzlich und unerwartet verstopft. Ich bekomme am 01.01.2008 um 5 Uhr morgens im Pitztal in Tirol auf 1700 Metern im Campingbus einen ersten, mir zunächst nicht bewusst werdenden Herzinfarkt. Herzinfarkt bedeutet, dass ein Herzkranzgefäß durch ein Blutgerinnsel verschlossen wird. Dadurch ist ein Teil des Herzmuskels von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten. Es entstehen sofort starke, undefinierbare Schmerzen im Brustkorb, die in Arme und Hals ziehen. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn Zeit ist Leben. Wird das Blutgerinnsel nicht möglichst schnell beseitigt, ist der Tod nahe. Er tritt ein durch Pumpversagen des Herzens und durch eintretende Herzrhythmusstörungen, die zu einem Zusammenbruch des Blutkreislaufs führen.


Normalerweise hätte ich das Wettrennen mit dem Herztod verloren. Denn erst 28 Stunden (!) nach den ersten Herzinfarktanzeichen durchstößt der Herzspezialist Dr. Seidel am 02.01.2008 um 9 Uhr im Klinikum Kempten-Oberallgäu das Blutgerinnsel in meinem Herzen, weitet die Verengung mit einem Ballon und setzt eine Drahtspirale (Stent) ein. Blut und Sauerstoff fließen wieder.


Dass ich heute hier am 7. Januar 2008 um 18.39 Uhr in Kempten im Klinikbett der Kardiologie, Station 3, auf Zimmer 318 auf meinem Laptop diesen Bericht niederschreibe, beweist, dass ich trotz unglaublicher Zeitverschwendung und Unkenntnis der lebensrettenden Notwendigkeiten meinen Herzinfarkt überlebt habe – und das sogar ohne Dachschaden und gravierende Leistungseinbußen meines zentralen Muskelmotors.      


Trotzdem: Jetzt bin ich mal wieder ziemlich fertig und mein mentaler Lebensantrieb hat Schaden genommen. Ich fühle mich schlapp, ängstlich und mutlos. Beim Gedanken an die Ereignisse der letzten Tage tritt mir der kalte Schweiß auf die Stirn. Da hilft zunächst nur wie immer eine gedankliche Aufarbeitung dessen, was da passiert ist – solange und so intensiv, bis Ungewöhnliches zum Alltäglichen wird. HILFE HERZINFARKT! NA UND? DEN HABEN VIELE – UND LEBEN NOCH!

Wie es im Einzelnen ausgerechnet am Neujahrstag 2008 dazu kam, dass ich mal wieder ahnungslos dem Tod ins Auge schaute, darüber möchte ich hier auf dieser Seite berichten – als erster Schritt meiner persönlichen, nervlichen Rehabilitation.


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Am 21.12.2007 bekommen wir um 10.30 Uhr Weihnachtsferien. Um 11 Uhr sind wir mit voll beladenem Campingbus auf der Autobahn gen Österreich unterwegs. Wir wollen die kompletten Weihnachtsferien von 3 Wochen mit Wintersport im Hochgebirge verbringen – wie immer in unserem perfekt ausgerüsteten, wintertauglichen High-Tech-Campingbus. Unser Ziel ist das Pitztal in Tirol.

Und wir haben Glück. Der Ausklang des Jahres 2007 ist wintersport- und wettertechnisch vom Feinsten.

Ein konstantes Hochdruckgebiet über Nordosteuropa beschert den Alpen und uns eine weiße Weihnacht mit ausreichend Schnee, klirrender Kälte und stahlblauem Himmel. Und wir sind mit Spaß und Freude mittendrin.

Zu solchen Weitsichten über verschneite Alpengipfel kamen früher nur hart gesottene Bergsteiger und Tourengeher. Heute führen Seilbahnen in die höchsten Regionen der Alpen.

So können auch Leute wie wir aus dem Flachland hoch hinaus - dorthin, wo die Temperaturen immer kälter und die Luft immer dünner werden. Das birgt Gefahren in sich, an die wir bisher nie gedacht haben. Herzinfarkt zum Beispiel!

Und  wie so oft feiern wir Weihnachten mit der ganzen Kassel-Family bei extremen Bedingungen in außergewöhnlicher Landschaft unterm freien Sternenhimmel.

Zu den Minus 17 Grad liefert uns die Natur an Heiligabend 2007 sogar noch einen schneehell strahlenden Vollmond über den Dreitausendern des Pitztals. Aufgrund der freien Wochenend- und Weihnachtsfeiertage stoßen auch unsere erwachsenen Kids Sina mit Mann Alex aus München und Robin mit Freundin Katja aus Frankfurt für 5 Tage zu uns.

Wir erleben gemeinsam in der Familie wunderschöne Sonnentage beim Ski- und Snowboardfahren auf dem Pitztaler Gletscher (Siehe hierzu auch die neue Seite "Pitztal 2007" unter "WINTERSPORT") 

Robin Kassel beherrscht wie alle Mitglieder der Kassel-Family sowohl das Skifahren wie auch das Snowboarden. Heute bei diesem Pitztaltrip Weihnachten 2007 hat er allerdings nur eine ganze Kollektion verschiedener Snowbaords dabei, die er  der Reihe nach testet.

Samira Kassel fährt genau so gerne Ski wie Snowboard und wechselt beinahe täglich!

Sina Kassel - heute Brendel - ist sowohl Snowboard- als auch Skilehrerin und beherrscht beide Arten, den Berg herunter zu rutschen, beinahe perfekt!

Robin und Katja düsen im Parallelschwung die Gletscherpisten hinunter.

Die kältemaskierte Astrid Kassel kann zwar auch Snowboarden,  findet Skifahren aber weniger anstrengend. Im 45. Lebensjahr muss man sich ja auch nicht mehr ständig alles antun, wie das einst Gerd Kassel machte und sich mit 52 Jahren beim Snowboarden 5 Trümmerbrüche zuzog (Siehe hierzu: http://www.kanukassel.de/137481/71674.html)  

Auch zwischen Weihnachten und Neujahr bleibt das Wetter traumhaft und der Schnee gut. Mittlerweile sind meine Frau Astrid, unsere Tochter Samira und ich leider wieder allein unterwegs. Die anderen müssen arbeiten.

Für die aktuelle Wintersaison 2007/2008 haben wir uns einen Saison-Skipass gekauft. Mit dem können wir die Liftanlagen am Pitztaler Gletscher, am Pitztaler Rifflsee, am Kaunertaler Gletscher und in Fendels im Kaunertal benutzen. Das Urlaubsleben ist daher abwechslungsreich und schön.

Wir ahnen zum Glück noch nicht, dass diese zunächst so ungewöhnlich schöne Winterreise 2007/2008 – ähnlich wie viele Reisen zuvor – ein ultrakrasses Ende findet.

Den Silvestertag 2007 verbringen wir zwischen 1700 m und 3440 m auf dem Pitztaler Gletscher beim Skifahren. Der letzte Tag des Jahres 2007 ist besonders schön, die Luft besonders klar und die Fernsicht auf dem Hinteren Brunnenkogel (3440 m) besonders weit. Allerdings ist es auch besonders kalt und wir müssen aufpassen, dass wir uns keine Erfrierungen einfangen.

Für den Silvesterabend haben wir in unserem Pitztaler „Wohnzimmer“, dem rustikalen HEXENKESSL (Siehe Link http://www.kanukassel.de/69282/340765.html#top) , einen Tisch reserviert. Uns wird ein schmackhaftes Menü serviert und die Essensfete geht zwanglos über in eine stimmungsvolle Silvesterparty.

Natürlich sind wir auch dort wie immer beim Apre-Ski mitten im Getümmel dabei. Wir trinken, rauchen, toben, singen und tanzen.

Es gehörte schon immer zu meinen Lebensprinzipien, bei Lust und Laune - meist spotan - nach getaner Arbeit, nach Krampf und Kampf zu feiern, auszuflippen und die Sau raus zu lassen. 

Um Mitternacht lässt es Heli, der HEXENKESSL-Wirt, bei den lauten Klängen klassischer Walzermusik kräftig krachen. Ein schönes Feuerwerk erhellt den Himmel im Hinteren Pitztal.

Um 1 Uhr morgens legt sich unsere dreizehnjährige Tochter Samira im bequemen Hochdachbett unseres beheizten Campingbusses schlafen. Der steht wie immer, wenn Alkohol im Spiel ist, direkt vor der HEXENKESSL-Kneipe auf dem Parkplatz. Astrid und ich verlassen erst gegen 3 Uhr morgens die überfüllte Tanzfläche.

Im Bussbett kuscheln wir uns zusammen und haben zum Abschluss dieser wunderschönen Silvesternacht in angemessener Weise Sex.


10 Minuten nach dem Einschlafen weckt mich starker Schmerz. Das ist nichts Neues und nichts Besonderes. Seit vielen Jahren gehören krankheits- und unfallbedingte Schmerzen im gesamten Körper zu meinem Alltag. Meist ignoriere ich sie, in nicht seltenen Fällen muss ich aber auch zur Wiederherstellung meiner Bewegungsfähigkeit und Alltagstauglichkeit schmerz- und entzündungshemmende Medikamente einnehmen: Voltaren, Novalgin, Tramal. 

Doch was ich jetzt, so gegen 5 Uhr morgens am Neujahrstag im Campingbus vorm Pitztaler HEXENKESSL spüre, dass ist ein neuer, mir unbekannter Schmerz. Doch (noch) besteht für mich kein Grund zur Panik auf der Titanic: „Heute hast Du es mal wieder etwas übertrieben, Alter!“ So rede ich mir beruhigend zu und der Schmerz geht tatsächlich bald wieder weg. Klar, mit beinahe 57 Jahren, mit vielen Krankheiten, Unfällen, Gebrechen und regelmäßigem Medikamentenkonsum kann man nicht mehr ständig die Sau rauslassen! Heute habe ich neben Betablocker, Antirheumatika und Säureblocker eindeutig zu viel Jagertee und Nikotin intus. Zum Schluss noch guten, aber anstrengenden Sex – und das alles nach einem langen Silvester-Skitag in einer Höhe um die 3000 Meter, das hält doch kein Pferd aus! Also sind merkwürdige Schmerzen im Brustkorb und in den Armen doch völlig normal! Ich schlafe wieder ein.

Um 8.30 Uhr weckt mich meine Tochter Samira: „Hei Papa, komm steh’ auf! Die Sonne scheint und die Skipisten sind bestimmt heute morgen schön leer!“ Da hat sie recht. Am Neujahrstag kann man selbst in überfüllten Skiorten schön Skifahren. Zumindest in den ersten Morgenstunden, wenn die meisten Urlauber noch mit Kopfschmerzen vom Feiern in ihren Hotelbetten liegen. Ich habe keine Kopfschmerzen – und stehe auf! Wie immer in den letzten Tagen steigen wir gleich in unsere Thermounterwäsche und Skianzüge, quetschen die schmerzenden Füße in die unbequemen, aber über Nacht durch einen speziellen Heißluftschlauch aufgewärmten Skistiefel, stülpen die Helme über die etwas unordentlichen Köpfe, schultern die Rucksäcke und stapfen mit Skiern los zur „Pitz Gletscher-U-Bahn“. Dort sind wir die einzigen Gäste, die sich in 8 Minuten von 1700 m auf 2840 m hochziehen lassen. In Anbetracht meines bereits um 5 Uhr morgens begonnenen Herzinfarkts hätte nun allein schon dieser schnelle Höhenwechsel tödlich sein können. War er aber nicht! Oben empfängt uns strahlende Sonne und eisige Kälte. Wir beginnen selten sofort mit den sportlichen Aktivitäten, sondern setzen uns auch heute Morgen zunächst ins noch vollkommen leere Gletscherrestaurant „Kristall“, um gemütlich zu frühstücken. Es geht uns allen dreien den Umständen entsprechend gut. Zwar sind wir ein bisschen müde vom sehr späten Schlafengehen, aber einhellig sind wir der Meinung: Es war eine schöne, lohnenswerte Silvesterfeier im HEXENKESSL, die uns großen Spaß gemacht hat.

Am 1. Januar 2008 fahren wir gegen 10 Uhr mit der „Pitz Panoramabahn“ auf 3440 Meter. Der 1. Tag des Jahres ist wunderschön, knackig kalt und bietet uns eine glasklare Aussicht auf die umliegenden, verschneiten und mit Gletschereis umgebenen Alpengipfel.

Bei der ersten Abfahrt bin ich noch etwas steif und bemerke auch, dass meine Oberschenkel schneller als sonst anfangen zu brennen. Da fehlt Sauerstoff! Das führe ich auf den übermäßigen Konsum von Nikotin und Alkohol in der Silvesternacht zurück. Also normal! Das wird sich im Laufe des Tages beim Mineralwassertrinken und Giftabbau wieder legen. Es legt sich nicht – und am frühen Nachmittag stelle ich das Skifahren ein.

Stattdessen setze ich mich etwas erschöpft und kurzatmig in den „Schirm“, trinke einen Kaffee und warte ab, bis auch meine beiden nimmermüden Frauen vom Skisport genug haben.

Um ehrlich zu sein: Mir schmerzt der ganze Körper, vom Kopf, Hals, dem Brustkorb über die Arme, die Hüftgelenke bis in die Beine. Doch das ist kein Wunder: Ich leide an Muskelrheumatismus, Coxarthrose und den Folgeschäden von 7 Beinbrüchen mit 14 OPs in den letzten 7 Jahren. Da kann übermäßiges Feiern und Skifahren schon mal heftige Schmerzen verursachen. Also alles normal, kein Grund zur Sorge.

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MONITORAUFNAHMEN VON MEINEM HERZKATHEDER-EINGRIFF AM 02.01.2008 IM HERZKATHEDER-LABOR IN KEMPTEN 

SAUBER REPARIERT! DIE ENGSTELLE WIRD GEWEITET UND DURCH EINE DRAHTSPIRALE = STENT OFFEN GEHALTEN!


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Um 15 Uhr fahren wir mit der U-Bahn wieder ins Tal und nehmen diesmal unsere Ski- und Snowboardausrüstung mit runter, die wir sonst immer oben im Skidepot gelassen haben. Das war eine weise Entscheidung, wie sich aber erst Stunden später herausstellt. Den Pitztaler Gletscher sehen wir jedenfalls in diesem Urlaub nicht wieder.


Wir beschließen, den Rest des Neujahrtages 2008 geruhsam und „gesund“ zu gestalten. Also kein Apre-Ski und kein Alkohol, stattdessen gemütlich Essen gehen und früh schlafen. Gedacht, gemacht. Eigentlich wollen noch runter ins Tal auf den Campingplatz „Mountain-Camp“ fahren, um endlich mal wieder heiß zu duschen, aber dazu sind wir zu müde. Also schlafen wir wieder auf einem Parkplatz im oberen Pitztal.


Nachts um 2 Uhr am 2. Januar 2008 wecken mich wieder starke, ziehende Schmerzen in Brust, Hals und beiden Armen. Verdammt, die gleichen, mir bis dato noch unbekannten Schmerzen wie letzte Nacht! Ich bekomme Angst! Fühlt sich so ein Herzinfarkt an? Ich fürchte ja! Ich wecke Frau und Kind und gebe die Devise aus: Nix wie raus hier! Mitten in stockdunkler, eisiger Nacht fliegt kein Hubschrauber ins enge, von Dreitausendern umgebene Pitztal. Bis ein Notarzt im Auto von Imst im Inntal hier oben im hintersten Pitztal ankommt, kann es zu spät sein. Wir müssen selbst losfahren!


In 10 Minuten sind wir startklar – und genau in dieser Zeit hat sich der Druckschmerz in Brustkorb, Hals und Armen wieder verflüchtigt. Fehlalarm? Ich weiß es nicht! Vorsichtshalber fahren wir los! Wir müssen auf jeden Fall runter und näher an die Zivilisation, an Notarzt und Krankenhaus heran! Diese Entscheidung ist richtig, nur besser wäre es gewesen, wir hätten trotzdem die112 gewählt und einen Notarzt angefordert, der uns von unten entgegen gekommen wäre. Heute weiß ich es besser! Damals vor 5 Tagen war ich unwissend und blöd. Denn ich setze mich selbst mit Herzinfarkt ans Steuer unseres Sprinter-Campingbusses und fahre los.


Wir kommen nicht weit. Nach wenigen Metern beginnt der 5-Zylinder-Dieselmotor unseres 3,5-Tonners zu stottern, zu ruckeln, zu bremsen, zu qualmen und zu stinken. Himmel, Arsch und Zwirn! Hat der Motor jetzt auch noch einen Infarkt? Kolbenfresser, oder was? Nein, kann nicht sein! Aber er bekommt nicht mehr genug Sprit! Die Dieselpumpe muss verstopft sein! Als es aus dem Auspuff immer mehr qualmt und mir der Geruch von verbranntem Kerzenwachs in die Nase steigt, kommt die Erleuchtung: DIESEL EINGEFROREN! Nicht jedem dürfte klar sein, was das bedeutet, aber mir schon. Ab einem gewissen Minusgrad friert der Dieselkraftstoff ein, wird steif und scheidet Parafin ab, einen Wachs, der sich bei Erwärmung auch nicht mehr in Wohlgefallen auflöst. Stattdessen verstopft dieser Scheißwachs die Dieselpumpe, den Dieselfilter und die Kraftstoffleitungen. Wenn dieser Fall eintritt, dann geht nichts mehr! Alle verstopften Teile müssen ausgebaut, gereinigt oder erneuert werden.


Dann tritt der Supergau ein: Mitten in einem längeren Lawinentunnel bleibt unser Auto stehen. In Sekunden wird der Tunnel mit unserem Abgasrauch vernebelt. Ich muss den Motor abschalten und beginne vor Angst und Verzweiflung zu weinen: 3 Uhr nachts, minus 22 Grad, Herzinfarkt und Motorschaden in einem Tunnel des abgelegenen Pitztals. Keine Hilfe weit und breit. Was tun? Ich bin am Ende.


Noch nicht am Ende ist unsere 13-jährige Tochter Samira, die schon viele Unfälle und Supergaus auf unseren Reisen der letzten Jahre hautnah mit erlebt hat. Sie nimmt mich in ihre Arme, tröstet mich und sagt: „Los, das schaffen wir schon!“ O.k. nicht aufgeben! Das schaffen wir schon! Ich starte den Motor wieder – und er springt auch tatsächlich hustend und spuckend an. Langsam, unendlich langsam rollen wir aus der Tunnelfalle heraus. Dann bleibt die Kiste wieder qualmend stehen. Aber immerhin, wir sehen wieder die Sterne über uns! Samira schaltet die Gasheizung an. Es ist schweinekalt im Bus, von draußen ganz zu schweigen. 10 Minuten später starte ich erneut, der Motor springt an und wir kommen einige hundert Meter weiter. Jetzt geht es steil bergab und ich lasse den Bus im Leerlauf rollen. Dann schalte ich in den 2. Gang, gebe Gas! Es folgen Husten, Stottern, Qualmen. Wieder vom Gas weg, Leerlauf! Kurze Zeit später Gang wieder rein, Vollgas! Diese Prozedur wiederhole ich endlos! Zum Glück geht es im Pitztal auch endlos bergab! Und dann läuft der Motor plötzlich wieder normal! Ein Geschenk des Himmels! Das abgeschiedene Parafin ist durchgedrückt, durchgepresst, verbrannt!


In der ganzen Aufregung um das streikende Auto habe ich beinahe vergessen, dass ich ja eigentlich einen Herzinfarkt haben müsste. Deshalb befinden wir uns ja auf der Flucht aus dem abgelegenen Pitztal ins zivilisierte Inntal. Aber ich merk’ nix mehr! Das liegt nicht daran, dass ich ein schmerz-unempfindlicher Übermensch bin, sondern an dem unglaublichen Wunder, dass sich die Verstopfung in meinem Herzkranzgefäß noch ein zweites Mal etwas öffnet.


Als wir das Inntal mit den oben beschriebenen Komplikationen endlich erreicht haben, werde ich prompt wieder übermütig. Vielleicht schaffen wir es ja noch bis Frankfurt nach Hause? Also, wir rufen in Imst im Inntal keinen Notarzt zur Hilfe, steuern kein Krankenhaus an, sondern ich düse einfach weiter über den des Nachts verkehrsarmen Fernpass. Gegen Morgen erreichen wir den hübschen Touristenort Nesselwang. Wir legen eine kurze Schlafpause ein. Die dauert nicht lange. Dann sind die beängstigenden Brustkorbschmerzen mit dem Ziehen in Arme und Hals wieder da.


Jetzt wird es ernst. Ich kann kein Auto mehr fahren! Mitten auf der Gasse halte ich mit Warnblinker an und Astrid übernimmt das Steuer. „Fahr nach Kempten. Nur noch 15 Kilometer. Dort gibt es bestimmt ein Krankenhaus!“ Doch das erreichen wir nicht mehr. Die Schmerzen werden ganz schlimm. Mir wird übel. Panik setzt ein. Ich spüre, bald bin ich bewusstlos! „Fahr’ ins nächste Dorf und frag’ nach einer Arztpraxis! Schnell!“ Es klappt. In einem Vorort von Kempten erwischen wir die gerade geöffnete und schon überfüllte Praxis von Dr. Franke, einem Facharzt für Allgemeinmedizin, in der Magnusstraße 5. Der couragierte Mann zögert keine Sekunde, holt mich aus dem Auto in die Praxis und beginnt ohne langes Fragen mit der Notfallbehandlung. Nitro unter die Zunge, Morphin in die Vene, EKG, Herbeirufen des Notarztes und eines Krankenwagens. Kurze Zeit später sind alle da! Mein EKG wird online zum allzeit bereiten Herzkatheder-Zentrum ins Klinikum Kempten gesendet.

 


Eine halbe Stunde später bin ich auch dort und werde sofort auf ein Herzkatheder vorbereitet. Ein freundlicher Chefarzt Dr. Seidel und eine überfreundliche Assistenzschwester Gabi machen sich fachmännisch an mir zu schaffen. Alles geht ruckzuck, gelassen und routiniert. Ich scheine in guten Händen zu sein.

 


Zunächst wird Kontrastmittel in meine Blutbahnen gespritzt und dann kann ich auf dem Monitor mit verfolgen, wie sich Dr. Seidel mit einem Draht auf die Suche nach der Ursache des Herzinfarkts begibt. Es ist unglaublich! Da stochert ein äußerst freundlicher und cooler Sechziger mit einem Stück Draht, der sich Katheder nennt, mitten im Zentrum meines Lebens herum. Ich schaue gelassen zu, lasse mir Details des Vorgehens erklären, höre auf das freundliche Angebot von Schwester Gabi beruhigende Volksmusik aus dem Allgäu und denke über den Wahnsinn der modernen Medizin nach. Viele Idioten schimpfen auf die Schulmedizin, die alles, was zusammengehört, auseinander nimmt und somit hoch spezialisierte Fachidioten erzeugt. Aber genau die haben mir schon mehrmals das Leben gerettet! Gerade jetzt z.B.! 

 


Der ganze Eingriff an meinem kollabierenden Herzen heute am frühen Morgen des 02.01.2008 dauert mit Implantation einer Metallspirale (= Stent) etwa eine dreiviertel Stunde. Dann darf meine Frau Astrid hinzukommen und wird ausführlich anhand von Fotoausdrucken meiner Herzkranzgefäße vor und nach dem kunstvollen Eingriff von Chefarzt Dr. Seidel informiert. Das ist menschlich und fachlich erste Sahne!

 

Danach komme ich zur strengen Kontrolle und Rund-um-die-Uhr-Beobachtung für 3 Tage auf die Intensivstation des Klinikums Kempten. Von dem Team, das hier freundlich und kompetent schafft, bin ich hellauf begeistert. Ich fühle mich unter Menschen, die trotz harter, stressiger Arbeit in Unterbesetzung ihre Lust am Arbeiten und ihre Freundlichkeit untereinander und zu den todkranken Patienten nicht verlieren. Danke! 


Dieser Herzkatheder-Bericht Nr. 0002/2008 vom 02.01.2008 war nicht der erste des neuen Jahres 2008 von Herzspezialist Dr. Friedrich Seidel in Kempten, aber es war der erste über mein Herz, über mich!


Dieses Herz aus schönem Naturstein hat mir meine 13-jährige Tochter Samira am 3. Januar 2008 auf der Intensivstation des Klinikums Kempten geschenkt. Ich lag dort, weil ich am 1. Januar 2008 morgens um 5 Uhr im Pitztal in Tirol einen Herzinfarkt erlitten habe. Im lebensrettenden Herzkatheder-Labor mit 24-Stunden-Bereitschaft in Kempten landete ich allerdings erst nach einer 28-Stunden-Odyssee, die mir beinahe das Leben gekostet hätte.Niemals hätte ich gedacht, dass ich für diese eher miese Seite meines Lebens (und meiner HP) soviel ständig brandaktuellen, neuen "Erzählstoff" zu Verfügung haben würde. Doch leider stammt das, was unter der immer umfangreicher werdenden Website "NO RISK, NO FUN" steht, nicht einem kranken Hirn, sondern meinem realen, ohne Zweifel sehr ereignisreichen Leben.


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Am 04.01.2008 werde ich im Klinikum Kempten von der Intensivstation auf die Normalstation verlegt.


Von nun an bin ich erst wieder in der Lage, meine nähere Umgebung und das Krankenhaus, in dem ich zufällig mit meinem Herzinfarkt gelandet bin, unter die Lupe zu nehmen.


Zunächst soll ich von einer Krankengymnastin "zimmermobil" gemacht werden. Aber das klappt nicht, weil Wochenende ist, an dem ich allen Leuten Freizeit und Erholung gönne! Also mache ich mich Schritt für Schritt in gewohnter Weise selbst mobil!


Astrid und Samira sind während meines Klinikaufenthaltes in Kempten natürlich mit unserem Campingbus dort geblieben (Campingplatz am Öschlesee - Sulzberg/Moos 1) und Astrid  regelt den Papierkram mit der Krankenhausverwaltung.


Das Klinikum Kempten an der Memmingerstraße ist klein und überschaubar. Das liegt daran, dass das Krankenhaus im Sterben liegt und ein größeres Schwester-Krankenhaus in Kempten hat, das ständig erweitert und vergrößert wird, so dass die Memmingerstraße bis 2010 geschlossen wird. "Rationalisierung, Kosteneinsparung in größeren, wirtschaftlichen Einheiten" nennt man das!  


Das Team auf der Intensivstation des Klinikums in Kempten in der Memmingerstraße wird mir nachhaltig positiv in Erinnerung bleiben! Ich bedanke mich für die hervorragende Pflege und warmherzige Anteilnahme!


Am 3. Tag meines Klinikaufenthaltes werde ich von der Intensivstation auf die Station 3 der Kardiologie verlegt. Dazwischen liegen, was die Patientenfreundlichkeit betrifft, Welten. In den 5 Tagen, in denen ich dort auf Station 3 liege, lerne ich keinen einzigen Stationsarzt namentlich kennen. Aus dem ganz banalen Grund, weil sich kein einziger Arzt dort die Mühe macht, sich mir vorzustellen und mit mir zu sprechen! Ekelhaft war das! Vorbildlich hat sich da nur der Chefarzt der Kardiologie Dr. Friedrich Seidel verhalten, der mich täglich besucht und ausführliche Gespräche mit mir geführt hat. Herzlichen Dank dafür!


Auf den ersten Blick sieht die äußere Optik auf Station 3 recht freundlich aus!


Doch auch 5 Stunden nach meiner Ankunft auf Station 3 hat sich niemand bei mir auf Zimmer 318 blicken lassen. Mein Kleiderschrank auf dem privaten Einzelzimmer wird als Windeldeponie missbraucht und ist nicht abschließbar! Als endlich mal Leute vom Pflegepersonal ins Zimmer brechen, ohne anzuklopfen, muss ich sie nötigen, sich vorzustellen! Lediglich der stellv. Stationsleiter ist ein sehr netter und hilfsbereiter Mann, der ordentlich mit den Patienten umgeht! Er kümmert sich auch sehr gut um mich! Danke dafür!


Aber wie dem auch sei: Ich befinde mich auf dem Wege der Besserung und Erholung und freue mich immer wieder auf die regelmäßigen Besuche von meiner Frau Astrid und meiner Tochter Samira!


Für Samira ist die Situation mit der Dramatik um meinen Herzinfarkt im Pitztal ein schwierig zu verdauendes Ereignis, wenngleich sie mit Katastrophenszenarios während unserer früheren Reisen schon verdammt vertraut ist!


Der Blick aus dem Fenster meines Krankenzimmers im Klinikum an der Memminger Straße fällt genau auf die Friedhofskapelle und den Friedhof vom Kempten. Ich wüsste gerne mal, wieviele Menschen dort begraben liegen, die an einem Herzinfarkt gestorben sind.


Nach den herrlichen Wintertagen Ende des Jahres 2007 beginnt das Jahr 2008 passend zu meinem Herzinfarkt mit depressivem Tauwetter!


Der Hubschrauberlandeplatz des Klinikums Memmingen dient natürlich dazu, Herzinfarktpatienten möglichst schnell zum lebensrettenden Herzkatheder-Labor in Kempten zu schaffen.


Wenn man tagelang im Krankenhaus liegt, dann ist es schön, wenn man per Telefon Kontakt zur Außenwelt halten kann. Handys sind hier verboten und Internet-Anschlüsse für E-Mails nicht vorhanden.


Als Vorsorge gegen Herzinfarkt-Rückfälle wird mir im Klinikum Kempten für die Zukunft dringend die sogenannte "Mittelmeerkost" empfohlen, welche Arteriosklerose möglichst verhindern soll! Siehe hierzu auch den Link: http://www.gesundheit.de/ernaehrung/alternative-ernaehrung/laenger-leben-durch-mittelmeerkost/index.html


Eins ist Fakt: Bedingt durch meine vielen Knochenbrüche samt Komplikationen habe ich in zu kurzer Zeit wegen Bewegungs-mangel und zuviel Essen zu viel Gewicht zugenommen. Das ist weder gesundheits- noch herzfreundlich! Also muss sich da dringend was ändern: 10 kg abnehmen z.B. und gesund ernähren!  


Man lernt ja nie aus im Leben. Dass Mittelmeerkost sehr gesund fürs Herz sein soll, das habe ich früher schon gelesen. Menschen im Mittelmeerraum kennen im Gegensatz zu Nordeuropäern kaum Herz-Kreislauferkrankungen. Aber blöderweise leben wir nicht am Mittelmeer, sollen aber  so essen!


Dass mit dem Rauchen ist auch so eine Sache. Vor 3 Jahren hatte ich wegen meiner Knochenmarksepsis schon mal aufgehört damit, bin dann aber wieder rückfällig geworden! Doch jetzt ist endlich Schluss damit!


Das Pflegepersonal von Station 3 der Kardiologie scheint so  knapp bemessen, dass selten jemand dort in der Schaltzentrale anzutreffen ist. Ich könnte, wenn ich wollte, mich selbst mal kurz in meiner Akte über meine Untersuchungsergebnisse informieren, ohne dass es jemand bemerken würde!


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Am Sonntag, den 06.01.2008 besuchen mich Sina und Alex aus München im Klinikum Kempten. Natürlich muss ich mir auch ein paar Vorwürfe über mein viel zu anstrengendes, stressiges und ungesundes Leben anhören, aber.....


Was war falsch? Wo liegen die Ursachen für den Herzinfarkt? Was lässt sich ändern? Ein weites Feld für Krankenhausgespräche!


Samira war über mein Krankenhaus-Wochenende hinweg bei ihrer großen Schwester Sina in München. Sonntags kommen sie zurück und bringen mir selbst gemachten Kuchen mit. Das hilft nicht gegen mein Übergewicht, schmeckt aber köstlich!


Herzinfarkte schaden nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele. Mit einem Motor weiter zu reisen, dem man nicht mehr vertrauen kann, das erzeugt Unsicherheit und Angst! Was geht noch - und was nicht? 


Zeit heilt Wunden, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch! Ich hoffe, ich komme wieder auf die Beine und kann noch ein bisschen Leben so schön gestalten wie bisher. Doch eins scheint festzustehen: MEIN KÖRPER VERTRÄGT MEINE LEBENSPHILOSOPHIE, MEINE AKTIONEN, MEINE PROJEKTE und meine Unfälle NICHT MEHR BESONDERS GUT!


Aber eins ist auch klar: Für den Rest meines Lebens - wie lange es auch noch dauern mag und soviel Einschläge noch erfolgen werden - ich bin kein Kamillenteetrinker, kein Däumchendreher und kein Rohkostfanatiker. Ich lebe weiter, wie es mir gefällt - und wenn Schluss ist, dann ist eben Schluss! WER FRÜHER STIRBT, IST LÄNGER TOT! KLAR! ABER ICH KENNE VIELE MENSCHEN, DIE SIND SCHON TOT, EHE SIE GESTORBEN SIND!

ALSO, IN DIESEM SINNE: HAU REIN, ALTER! UND PASS AUF, DASS DU NICHT ZU LANGE TOT BIST! 

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Am 01.01.2008, dem Tag meines stotternden und versagenden Herzens, bekam ich von Elli per Mail dieses Doppelherz-Foto! Zufall? Klar! Aber schön, oder? 

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