
ODER

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Alles Sprüche, die man sich gerne einredet, wenn man im Leben in scheinbar ausweglose Situationen aller Art gerät. Aber es gibt natürlich viele Situationen, da nützt auch der stärkste Wille nichts mehr, dann ist Ende Gelände! Umgekehrt: Habe ich keinerlei Wille mehr, um mich aus dem Schlamassel, aus der Not, aus dem tiefen Loch zu schaffen, dann ist natürlich ERST RECHT Ende Gelände.
Im Moment habe ich ein großes Problem, das ist meine schlechte Gesundheit. Ehrlich gesagt, das Problem habe ich schon länger und es ist durch schlimme Sportunfälle beim Windsurfen und Snowboarden forciert worden. Am schlimmsten traktiert mich seit 3 Jahren eine sogenannte OSTEOMYELITIS = CHRONISCHE KNOCHENMARK-ENTZÜNDUNG (siehe auch die Berichte auf dieser Seite NO RISK - NO FUN?) Sie lässt allmählich trotz vieler Retttungsoperationen mein linkes Bein abfaulen. Im Mai 2007 war es mal wieder so weit. Eine erneute Knochenmark-OP wurde notwendig (siehe hierzu auch mein KLINIK-TAGEBUCH unter "Operation 1-07"). Aber schon kurz nach der Krankenhausentlassung bin ich mit meiner Familie wieder zum Segeln in den Westerwald gefahren. Noch mit den Fäden in der OP-Wunde und einem kaum belastbaren, linken Bein. WARUM? Weil ich das so will! Weil ich sonst auch noch krank im Kopf werde! Weil ich keinen Bock habe, mich hängen zu lassen und rumzujammern! Jawohl, ich brauche ab dieser letzten Oeration im Mai 2007 sehr wahrscheinlich für den Rest meines Lebens zum Laufen Gehhilfen = Krücken - und auch immer öfter einen Rollstuhl, da mein "gesundes" rechtes Bein auch nicht gesund ist, sondern dringend ein neues, künstliches Hüftgelenk bräuchte. Doch bei einer OSTEOMYELITIS sind IMPLANTATE aller Art einfach gefährlich, weil dort, wo sie als Fremdkörper eingebaut werden, stets schlechte Durchblutung herrscht und die OSTEOMYELITIS-Eiterkeime dort beim Angriff auf keine körpereigenen Abwehrstoffe stoßen!
Einige Leute glauben, dass es sehr dumm von mir ist, mich auf meiner Website hier so agil und aktiv zu präsentieren, obwohl ich zur Zeit (Sommer 2007) wegen einer sehr starken Antibiotika-Langzeittherapie und eines angegriffenen Immunsystems bis zum nächsten Operationstermin am 1. August 2007 gleich von mehreren behandelnden Ärzten arbeitsunfähig geschrieben bin. Dumm sei ich deshalb, sagt man, weil ich in Kürze einen Antrag auf SCHWERBEHINDERUNG stellen muss, um im weiter fest eingeplanten BERUFSLEBEN mildernde Umstände eingeräumt zu bekommen.

Mein linkes Schienbein nach der 9. Operation im Mai 2007. Der Einbau eines Reißverschlusses wäre hier sinnvoll, wurde aber leider noch nicht erfunden

Nicht nur die Luft wird immer dünner, ja, auch die Haut an meinem Schienbein. Es wird der Tag und die Operation kommen, an dem die Wunde am linken Schienbein nicht mehr zuwächst. Dann entsteht eine neue "Baustelle" - Hauttransplantation vom Oberschenkel zum Loch im Schienbein!


GERD KASSEL - Steckbrief: 180 cm, 90 kg, graue, lange Haare, weißer Vollbart, leicht humpelnd, Gehhilfen benutzend, meist grinsend, seit Juli 2004 Stammgast im Krankenhaus-"Knast" - BG-Unfallklinik Frankfurt/Main. Entlassung nur auf Bewährung! Bei zu erwartenden Rückfällen sofortige Einweisung in die Septische Chirurgie dringend anzuraten. Vorsicht! Der Patient ist bewaffnet mit scharfer Zunge und eigener Meinung!


Im Westerwald liegt an der Krombachtalsperre unsere zweite Heimat - und unser Wassersport-Bassislager. Hier liegen stets 4 Segelboote, 2 Kanus und 2 Windsurfbretter bereit zum Einsatz. Außerdem können wir hier gut schwimmen und radeln. Und hier ist seit Jahren mein persönliches REHA-Zentrum. Ich weiß selbst am besten, was mir gut tut. Nach einem körperlichen Mega-Tief mit Operation folgt auf dem Fuß auch ein seelisches Tief. Und dagegen hilft kein REHA-Aufenthalt in ihrendeiner Spießer-Kleinstadt. Mir hilft da vielmehr meine persönlich geschätzte Umgebung draußen. Mit frischer Luft und machbaren Aktivitäten. Was "machbar" ist, das kann ich ganz gut selbst entscheiden. Dazu brauche ich nicht irgendwelche Klugscheißer in weißen Kitteln, die mich in meinem bisherigen Leben selten gut beraten haben! Was heute machbar ist - bereits 2 Tage nach der Klinik-Entlassung - das ist Segeln auf unserem behindertenfreundlichen Segelkatamaran!
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Was ich allerdings dringend brauche zum Katamaransegeln, das ist ein Service-Team, das den Kat zum Wasser schaffen und aufbauen kann. Dafür kommen nur meine Frau Astrid und unsere 12-jährige Tochter Samira in Frage. Sie sind erfahrene Seglerinnen und eine wertvolle Hilfe (siehe hierzu auch die Seite SEGELN - SURFEN)
Unseren familien- und behindertenfreundlichen HOBIE CAT "Getaway" haben wir im Sommer 2003 gekauft, als bereits abzusehen war, dass ich unheilbare Beinschäden davontragen würde. Der Kat ist gutmütig, kippstabil und trotzdem sportlich. Das Segeln zu Dritt auf dem Boot macht uns allen richtig Spaß. Blöd ist nur, dass jetzt, wo sich meine Beinschäden permanent verschlimmern, ein Mann im Team fehlt. Das bedeutet, dass meine beiden Frauen meinen Arbeitspart mit übernehmen müssen. Das ist besonders anstrengend beim Transport und Aufbau des 180-kg-Kats.
Der HOBIE CAT "Getaway" hat einen 8m-Mast und eine Segelfläche von 18 qm. Damit gehört er zu den gemäßigten Sportbooten dieser Klasse. Seine Rümpfe sind aus robustem PE. Der Kat wird in den USA gebaut und über HOBIE CAT Südfrankreich vertrieben (siehe hierzu auch unter http://www.hobiecat.com/)
Bei der Anschaffung unseres Katamarans haben wir besonderen Wert darauf gelegt, ein zweites, vorderes Trampolin und sogenannte Wings = Sitzbänke anbringen zu können. Dieses Sonderzubehör schafft mehr Platz und Bequemlichkeit auf dem Boot - und macht es somit behindertentauglich!
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So, es geht los! Wenn ich auf der Bank sitze, kann ich eine sehr entspannte Haltung einnehmen, bei der meine Beine kaum schmerzen. Gesegelt wird nicht mit den Beinen, sondern mit dem Kopf. Mehr als 30 Jahre war der Wind mein ständiger Begleiter und Freund auf winzigen Surfbrettern, schnittigen Jollen und großen Segelschiffen.
Zusammen mit meiner 12-jährigen, schon sehr segelerfahrenen Tochter Samira und meiner Frau Astrid bilden wir ein gutes Kat-Segelteam. Ich steuere den Kat und halte ihn in allen Lagen genau auf Kurs, während meine beiden Frauen gut eingespielt die körperliche Arbeit verrichten, wie Segel bedienen, Focksegel back halten und ins Trapez steigen, um das Gleichgewicht zwischen Winddruck und Kat-Kipppunkt zu halten.
Zum Schutz für meine lädierten Beine trage ich eine genau an den linken Unterschenkel angepasste Orthese, welche das Anstoßen und eventuelle Abknicken verhindert. Zum Schutz der Knie beim Rutschen über das Trampolin trage ich spezielle Neopren-Knieschoner.
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Natürlich tragen wir beim Segeln auch bei Schwachwind und Schönwetter stets sehr gute Schwimmwesten mit Rettungsgurten und Kälteschutzkleidung aus Neopren. Es kann passieren, dass der Wind plötzlich auffrischt und dann steht Sicherheit an erster Stelle!
Meine beiden Frauen tragen zusätzlich zu Neopren-Shorty und Schwimmweste noch eine sogenannte Trapezhose, mit deren Hilfe sie sich bei zunehmendem Winddruck bequem außenbords hängen können
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Trapezsegeln gehört zur hohen Schule dieses Sports. Es ist eine millimetergenaue Abstimmung zwischen Steuermann, Segelstellung, Windkurs und Trapezfahrerin notwendig, damit die Sache nicht schiefgeht. Aber wie schon erwähnt, Segeln ist Teamsport - und wir sind seit Jahren bestens eingespielt.
Beim Trapezsegeln ist eine hohe Konzentration aller Beteiligten notwendig. So komme ich hier bei meiner ersten REHA-Aktion nach meinem Krankenhausaufenthalt im Mai/Juni 2007 blitzschnell auf andere, schönere Gedanken als die Tage und Wochen zuvor!
Sonne, Wind und guten Laune helfen mir hier und heute, Depressionen infolge meiner körperlichen Gebrechen im Keim zu ersticken. Solange mir das noch gelingt, bin ich nicht wirklich behindert!
Der Wind, der um meine Nase weht und meine langen Haare flattern lässt, der pustet auch alle dunklen Wolken und schwarzen Schatten aus meinem Kopf. Damit wird "Platz" geschaffen, um neue Attacken meiner körpereigenen Feinde zu ertragen und abzuwehren.
Stress aller Art schädigt mein Imunsystem und lässt altbekannte Krankheitsbilder wie die verdammte OSTEOMYELITIS wieder aufblühen. Das weiß ich jetzt. Es hat lange gedauert, bis ich das kapiert habe. Deshalb ist ab sofort in meinem Leben Schluss mit Stress. Arbeiten? Ja! - Stress? Nein Danke! Viel sinnvoller sind regelmäßige Entspannung und ausreichend Bewegung, um dem körperlichen und seelischen "Supergau" vorzubeugen!
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Das eigentliche Katamaran-Segeln ist auch mit 2 lädierten Beinen kein Problem. Die Beine werden beim Hin- und Herrutschen übers das federnde Trampolin kaum belastet. Anders sieht das jedoch beim Ablegen und Anlanden aus. Da muss ich äußerst vorsichtig sein, um die Beine nicht falsch zu belasten.
Meine Gehhilfen sind beim Segeln stets in Reichweite vorne auf dem vorderen Trampolin befestigt. Meine Frau Astrid kann sie mir bei Bedarf sofort anreichen, wenn ich den Katamaran verlassen will.
Vieles mache ich mittlerweile mit den Armen, um das Gewicht auf den Beinen zu reduzieren. Notfalls krieche ich auf allen Vieren Treppen rauf und runter - oder über Segelboote! Natürlich gehe ich hier ein gewisses Risiko ein. Aber das Risiko beim Einstieg in die Badewanne, beim Fahren mit dem Auto oder erst recht auf dem Operationstisch ist ungleich höher. Das sei allen deutlich gesagt, die meinen: "Der Kassel spinnt! Der kann die Schnauze nicht voll kriegen!"
Noch habe ich die Nähte in der OP-Wunde am linken Schienbein nicht entfernt bekommen. Die müssen diesmal länger drin bleiben als früher, da bei vielen Wiederholungs-OPs Wunden immer schlechter heilen. Also ist besondere Vorsicht angesagt. Natürlich darf das Bein nicht mit Seewasser in Berührung kommen. Tut es auch nicht, da ich in der Sache mit dem Krückenlaufen schon viel Erfahrung und Übung habe.
Also, das ist jetzt die ideale Startposition, um durch das seichte Uferwasser mit festem Untergrund aufs Trockene zu stelzen.......... Im Krankenhaus habe ich 2 Wochen lang geübt, mit Gehhilfen so zu laufen, dass das operierte linke Bein vollkommen entlastet wird. Dafür ist es gut, wenn man genügend Kraft im Oberkörper und den Armen hat.
Meine Krücken, sorry Gehhilfen, sind besonders exklusiv. Als ich sie vor vier Jahren von einem Orthopädie-Fachhändler kaufte, waren diese Dinger gerade eine Messeneuheit - heute sind sie Schnee von gestern. Die extravagante Formgebung mit revolutionärem Design und guter Funktionalität haben sich nicht durchgesetzt. Und so falle ich überall, wo ich mit diesen Krücken ankomme, besonders auf. Ich bin einzigartig ausgerüstet!
Los geht's! Kein Problem, es klappt. Ich muss nur darauf achten, dass die Krücken einen festen Stand im Uferwasser haben und nicht wegrutschen können.
Geschafft! Körperlich müde, aber geistig wieder aufgefrischt! Meine mir selbst verordnete Segeltherapie in den Tagen nach meinem 2-wöchigen Krankenhausaufenthalt schlägt positiv an.
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Meine Segelkumpels im Westerwald halten mich zwar für ein bisschen verrückt, aber das sind sie - und ich - schon länger gewohnt!
Hier fühle ich mich wohler als in kommerziellen REHA-Zentren, die mir beim Auffrischen meiner Psyche kaum helfen können.
OKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOKOK
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Sollte man mit einem verfaulenden, bereits zum 9. Mal (!) operierten linken Schienbein und Coxarthrose in beiden Hüftgelenken noch so bescheuert sein und sich mit einem Mountainbike abquälen? Meine Antwort lautet glasklar: JA! Denn hier gilt auch der alte Oma-Spruch: Wer rastet, der rostet! Auch wenn mich meine langjährige OSTEOMYELITIS (chronische Knochenmark- und Knochenentzündung) stark gehbehindert macht und zusammen mit einer weit fortgeschrittenen COXARTHROSE (Hüftgelenkentzündung mit Knorbelzerstörung) immer öfter in den Rollstuhl zwingt, so wäre es doch für meinen restlichen Körper fatal, würde ich entsetzt und mutlos vor dem PC erstarren und der Dinge harren, die da kommen. Wer sich bewegungslos seinem Krankheitsschicksal beugt, wird noch bewegungsloser und kränker! Also los! "QUÄL DICH, DU SAU!" (legendärer Spruch von Tour-de-France-Fahrer Udo Bölts an Tour-Sieger Jan Ullrich 1997) Zitat Wikipedia: "Als sein Teamkapitän Jan Ullrich 1997 im gelben Trikot auf der 18. Etappe der Tour de France in den Vogesen schwächelte, feuerte er ihn mit dem Spruch an: „Quäl dich, du Sau!“. Dieser Satz ist seitdem in die Radsport-Folklore eingegangen.
Sein langjähriger Teamchef Walter Godefroot sagte über Bölts, als dieser nahezu ohne Vorbereitung am Ironman Hawaii teilgenommen hatte: "Die Bölts ist stärk, die geht niemals kapütt." (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_B%C3%B6lts
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Letztes Jahr im August 2006 habe ich mir seit meinen Knochenbrüchen in beiden Beinen im Januar 2003 (Link: http://www.kanukassel.de/137481/71674.html) bereits mein drittes Fahrrad gekauft. Das erse REHA-Rad war ein Siebengang-Damenfahrrad vom PENNY mit extrem tiefem Einstieg, also mit einfachstem Auf- und Abstieg.(Link: http://www.kanukassel.de/137481/71674.html) Als das vorrübergehend ausgedient hatte, kaufte ich mir von FOCUS und solide 900 Euro ein 24-Gang Trekking-Rad mit Y-Rahmen zum leichten Auf- und Absteigen über die Mitte. Das neuste Rad ist wieder ein echtes Mountainbike von CANNONDALE für satte 2000 Euro.
Beim Mountainbiken auf dem CANNONDALE benutze ich eine sogenannte Orthese als Außenprothese (Link: http://www.kanukassel.de/137481/144981.html), um das lädierte und zum neunten Mal operierte, linke Schienbein vor Schlägen und möglichem Abbrechen zu schützen.
Das Auf- und Absteigen ist zugegeben ein ziemlicher Krampf. Links Schienbein morsch, rechts Hüftgelenk morsch. Da geht der Auf- und Abstieg nur noch über die Mitte. Deshalb brauche in eben Fahrradrahmen im Y-Schnitt. Da komme ich gerade noch so mit dem Bein drüber!
Doch wenn ich erst einmal drüber bin, dann wird die Sache leichter - es sei denn, ich muss nicht gerade an einem steilen Berg anfahren und zu viel Druck auf die Pedalen geben. Es dürfte logisch sein, dass ich mit einem 20%-Bein keine Up- und Downhills mehr fahren kann. Kleine, gemäßigte Mittelgebirgstouren im Westerwald (Link: http://www.kanukassel.de/173213/index.html) und rund um die Krombachtalsperre im Hohen Westerwald (Link: http://www.kanukassel.de/69201/119003.html) machen mich schon genug fertig!
Beim Radeln mit lädiertem Bein muss ich mich jetzt natürlich mehr konzentrieren als früher. Ja nicht mit dem falschen Bein auf- und absteigen! Ja nicht mit dem falschen Bein voll in die Pedale treten! All das kann verhängnisvoll sein und sofort wieder auf dem OP-Tisch zwecks Amputation enden. Aber bin ich mal optimistisch und sicher, dass mir kein Fehler passiert!
Wenn ich einmal drauf sitze auf meinem leichten CANNONDALE, dann habe ich gewonnen. Dann geht es ab. Dann habe ich nur wenig Schmerzen. Beine und Hüftgelenke werden massiv entlastet - und Bewegung ohne Druck tut ihnen allemal gut!
Natürlich geht mir jetzt immer die 20%-Belastbarkeitsprognose des linken Schienbeins durch den Kopf. Diese Diagnose stammt von Stations- und Oberarzt der Septischen Chirurgie der BG-Unfallklinik Frankfurt nach meiner letzten Knochen-OP am 24. Mai 2007 (Link: http://www.kanukassel.de/137481/370153.html). 20% nur belasten bedeutet bei meinem Gewicht, dass ein Butterkeks unter meinem linken Fuss beim Betreten nicht zerbröseln darf!
Natürlich spüre ich beim Radeln noch die OP-Wunde und jede einzelne Kugel der 30 cm langen Antibiotika-Kette, die am 24.5.2007 für 8 Wochen eingebaut wurde, um den Eiterkeim Staphylokokkus aureus zu vertreiben. Aber das spüre ich auch zuhause am PC oder beim Däumchendrehen. Also egal! "QUÄL DICH, DU SAU!
Ich muss zugeben, ich fühle mich wie ein nasser Turnschuh. Seit Wochen futtere ich morgens, mittags und abends auch noch Clindamycin-Kapseln - ein Antibiotika gegen einen Streptokokkus, der auch noch im Bein gefunden wurde! Zusammen mit täglichem Betablocker und Antirheumatika gibt das immer einen widerlichen Chemiecocktail in meinem Magen, der sich am Speichel, beim Schwitzen und natürlich beim Pinkeln leicht nachweisen lässt!
Egal! Bewegung tut gut, um den Blutkreislauf wieder in Schwung zu bringen, die Restmuskeln am Verkümmern zu hindern und die Birne frei zu pusten. Vom Abtrainieren einer widerlichen Speckschicht rund um den Bauch ganz zu schweigen!
Heute, am 30. Juni 2007 - knapp 6 Wochen nach meiner OSTEOMYELITIS-OP - sind wir; das sind meine Frau Astrid und meine Tochter Samira, zusammen mit den beiden Rentnern Hanne und Paul, satte 4 Stunden mit halbstündiger Pause unterwegs gewesen. Das reicht!
Jetzt bekomme ich gerade Muskelkrämpfe in den Oberschenkeln und Waden und die Coxarthrose meldet sich auch zurück - damit ich sie ja nicht ganz vergessen möge! Müde, kaputt, zerschlagen - aber glücklich, mal wieder für einige Stunden dem PC und Rollstuhl an der frischen Luft entflohen zu sein!
QUÄLDICHDUSAUQUÄLDICHDUSAUQUÄLDICHDUSAUQUÄLDICHDUSAUQUÄLDICHDUSAUQUÄLDICHDUSAUQUÄLDICHDUSAU
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