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PADDELN auf der ELBE - Clip 5: Über MEISSEN bis RIESA - Made by kanukassel

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Vor der Stadtkulisse von Meissen gelingen Samira Kassel ein paar KATALOG-Fotos für die österreichische Luftbootfirma GRABNER - siehe www.Grabner-Sports.at

 

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Dienstag, 28.6.2011

Kanuverein Coswig Sachsen -  Kanuverein Riesa 35 km

Nachdem wir um 6.00 Uhr aufgestanden sind, packen wir unser ganzes Gerödel ein und frühstücken. Wobei das mit dem Einpacken heute schon schneller geht als gestern. Um kurz nach neun sind auf dem Wasser. Der Tag verspricht wieder sehr schön zu werden. Es ist schon jetzt ziemlich warm, der Himmel ist blau und die Sonne scheint.

Wir genießen das Wetter und sehen uns die Landschaft an. Nach 12 km machen wir Essenspause und gehen schwimmen. So eine kalte Erfrischung tut bei den mittlerweile bestimmt 28-30° Grad richtig gut.

Dann geht’s wieder weiter. Wir kommen heute durch einige Naturschutzgebiete, in denen Anlegen außerhalb der  ausgewiesenen Rastplätze verboten ist. Dafür sehen wir eine Vielzahl an Vögeln.

Irgendwann machen wir nochmal Pause und gehen schwimmen. Anschließend bringen wir auch noch die letzten Kilometer bis zum Kanuverein Riesa hinter uns. Dort angekommen, suchen Mama und ich erst mal irgendjemanden, der uns zeigen kann, wo wir unsere Zelte aufstellen dürfen. Wir treffen auf den Hausmeister, der uns bereitwillig die Zeltwiese hinter dem Clubhaus Zeigt. In dem großen Gebäude selbst befinden sich der Clubraum, das Büro, die Toiletten und die Duschen. Vor dem Haus zum Fluss hin betreiben Russen ein Draußen-Restaurant mit Sesseln, Stühlen, Tischen, einer Theke und einer Grillecke.


Die Zeltwiese ist ungefähr 200 Meter vom Fluss weg, also etwas unkomfortabel weit wegen der Schlepperei unseres Gepäcks und der Kanus. Darum bietet uns der Hausmeister auch einen Bootswagen an, um so die Boote bequem zum Lagerplatz fahren zu können. Das stellt sich allerdings als Flop heraus. Denn wider aller Vernunft laden wir den ersten Kanadier samt allem Gepäck auf den Bootswagen. Eigentlich wissen wir, dass das Boot so viel zu schwer ist, um es auf einen Bootswagen zu laden. Aber wir sind alle k.o. und haben bei der Hitze keine Lust, unzählige Male hin und her zu laufen. Tja, da hat der Bootswagen einfach mal die Grätsche gemacht und eine Schraube ist aus ihrer Halterung gebrochen. Das war´s dann mit der Bequemlichkeit. Also haben wir doch alle Tonnen ausgeladen, diese einzeln zur Wiese geschleppt und anschließen die fast leeren Kanadier auf dem jetzt kaputten Bootswagen zu unserem Lagerplatz gefahren.

Während wir dann endlich unsere Zelte aufschlagen, treffen noch ein Fahrradfahrer und zwei Paddler zu uns, die auch auf der Wiese übernachten wollen. Als die Sekretärin des Kanuvereins kommt, melden Mama und ich uns an und bezahlen. Die Preise sind hier sehr teuer: 7 € pro Person und 1€ für 3 Minuten duschen!

Sobald unser Lager einigermaßen fertig ist, gehen Mama und Papa bei dem Russen erst mal ein Bier trinken. Hartmut und Robert gehen ins Dorf einkaufen und ich gehe duschen. Danach schaue ich bei Mama und Papa im Biergarten vorbei, die sich angeregt mit dem Radfahrer unterhalten. Kurzzeitig überlegen wir, ob wir nicht einfach hier im Biergarten was essen. Allerdings sind unsere Essenstonnen noch randvoll und schwer, so dass wir eigentlich kochen sollten. Das machen wir dann auch.  Bei Mama und Papa gibt es irgendein Nudelgericht und ich mache mir eine Tomatensuppe mit  Semmelknödeln. Schlechte Idee, ganz schlechte Idee! Erstens ist heiße Suppe bei heißem Wetter generell keine gute Idee. Zweitens habe ich viel zu viel Suppe für die Semmelknödel, woraufhin ich sie sehr lange kochen lasse, damit möglichst viel Wasser verdampft. Dabei erreicht meine Suppe natürlich eine sehr hohe Temperatur. Aber ich habe großen Hunger und lasse die Suppe nicht lange genug abkühlen, was zur Folge hat, dass ich mir die Zunge so sehr verbrenne, dass ich bis morgen Mittag nichts mehr schmecke. Schließlich schütte ich die überflüssige Suppe weg und esse noch einen Nachtisch. Ich schmecke zwar nichts, aber immerhin bin ich jetzt endlich satt.

Wir trinken noch einen Tee (dessen Geschmack ich auch nicht ermitteln kann) und gehen dann in die warmen Zelte.

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Siehe auch hier: ELBE 13/2011 - Kurztagebuch - Zwischen Elbe, Biergärten und Altstadtkultur - Made by kanukassel

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Mittwoch, 29.6.2011

Kanuverein Riesa → Kanuverein Torgau 45 km

Heute haben wir die bisher längste Etappe dieser Tour vor uns. Daher stehen wir heute schon um viertel vor sechs auf und fangen gleich damit an, unser ganzes Gerödel in die blauen Tonnen zu packen. Dann müssen wir wieder alles den langen Weg ans Wasser schleppen. Schnell noch unser Müslifutter rein schaufeln und dann kann´s auch schon wieder losgehen.

Der Morgen ist warm und die Sonne scheint von einem makellos blauen Himmel. Gut gelaunt gehen wir die heutige Etappe an. Allerdings passiert Papa gleich zu Beginn ein dummes Missgeschick, was leicht hätte ins Auge gehen können: Wie immer filmt Papa das Einstiegs- und Ablegemanöver unserer beiden Kanadier-Teams. Heute tut er das von Land aus. Da der Fluss hier eine recht flotte Strömung hat und wir auch gleich munter drauf los paddeln, entfernen wir uns sehr schnell von der Ablegestelle, wo Papa noch einsteigen muss. So kommt es, dass wir erst nach ungefähr 1,5 km das Fehlen vom rot-schwarzen „Riverstar“-Luftboot samt Gerd darin bemerken. Wir hören auf zu paddeln und denken: „Na, der wird wohl bald kommen.“ Wir treiben gemächlich dahin und nutzen die Zeit, um uns mit Sonnencreme einzuschmieren.

 

Endlich sehen wir einen rot-schwarzen Punkt hinter der letzten Flussbiegung auftauchen. Sobald Papa in Hörweite ist, fragen wir ihn, was denn los gewesen sei. Da erklärt er uns, dass er schon im Boot gesessen habe und sich grade vom Ufer wegstoßen wollte, als er bemerkt habe, dass sein Paddel fehlte. Im letzten Moment habe er noch aus dem Boot springen können, um sein Paddel zu holen, welches noch oben auf der Zeltwiese gelegen habe.

Halb belustigt, halb erschrocken über das Gehörte paddeln wir weiter. Wäre Papa nur 5 Sekunden später eingefallen, dass er ja gar kein Paddel hat, hätten wir das Paddel auf dem Wasserweg nicht mehr wieder bekommen. Denn gegen eine Strömung von 4 km/h kommt man nur mit den Händen ohne Paddel auf gar keinen Fall an und wir mit unseren Kanadiern waren schon zu weit flussabwärts, um nochmal bis zur Anlegestelle hoch zukommen. Na ja, ist ja noch mal gut gegangen!
Nach 15 km machen wir Halt, um Schwimmen zu gehen und uns ein zweites Frühstück zu genehmigen.

So gestärkt kann´s bald wieder weiter gehen. Mittlerweile ist es sehr heiß geworden und wir hängen mental etwas durch. Doch wir wollen heute nach Torgau und deswegen geht’s gnadenlos immer weiter. Umso erfreuter sind wir, als wir nach 17 weiteren Kilometern einen Biergarten an einer Fährstation entdecken. Natürlich legen wir sofort an. Während die Anderen schon mal vor gehen, suche ich noch eine Stelle zum Schwimmen, wobei ich allerdings nicht grade erfolgreich bin. Das Wasser ist dreckig und das Ufer steinig. Irgendwie mache ich mich trotzdem nass und steuere dann auch den Biergarten an. Wir erfreuen uns an Eisbechern mit Obst und Sahne, Wienerwürstchen mit Brot und kalten Getränken. Zwar ist das Obst aus der Dose und als Brot gibt es nur fades Toastbrot, doch das beeinträchtigt unseren Genuss nur geringfügig.

Schließlich machen wir uns an die letzten 13 Kilometer des heutigen Tages. Allerdings kann man nicht mehr grade behaupten, dass wir noch besonders fidel wären. Die Sonne brennt vom Himmel und treibt uns den Schweiß aus allen Poren. Wir beschließen, nochmal eine Schwimmpause einzulegen. Kurz bevor wir eine geeignete Stelle finden, sehen wir einen Mann mitten in der breiten Elbe, der mit dem Strom schwimmt. Als wir ihn fragen, wie lange er schon schwimmt, erklärt er uns, dass er in einem kleinen Dorf 2 Kilometer flussabwärts wohnt. Von dort ist er 3 Kilometer flussaufwärts gelaufen und schwimmt nun nach Hause. Wir wünschen ihm noch viel Spaß und legen an einem kleinen Sandstrand an, um uns selbst im kühlen Nass zu erquicken. Robert und Hartmut gehen wie immer nicht schwimmen.

Nachdem wir uns ausreichend erfrischt haben, gehen wir zum Endspurt über. Dann haben wir es endlich geschafft und kommen am Torgauer Kanuclub an. Allerdings liegt die Anlegestelle mitten in der Strömung und es geht gleich steil das Ufer hoch. Wir binden die Boote fest und erkunden erst mal, wo das Clubgelände ist, denn es liegt nicht direkt am Fluss. Ein asphaltierter Fußweg führt über den 20 Meter entfernten Radweg zum dahinter liegenden Kanuclub. Vom Fluss aus ist die Sicht durch eine hohe Hecke und Bäume verdeckt. Das Gelände ist sehr schön. Direkt rechts neben dem kleinen Tor zum Fluss ist ein schmaler Wiesenstreifen, auf welchem wir unsere Zelte aufbauen sollen. In der Mitte befindet sich ein großer gepflasterter Hof und weiter hinten rechts steht eine nagelneue Bootshalle und ein neues, top ausgestattetes Clubhaus mit sauberen Sanitäranlagen, einem Kühlschrank mit kalten Getränken und einem Stromanschluss für Papas Laptop.

Nachdem das geklärt wäre, fangen wir an unsere Boote zu entladen und das Gepäck auf den Wiesenstreifen zu schleppen. Wir bauen unser Lager auf. Obwohl es schon halb sechs ist, ist es immer noch sehr heiß, wodurch vor allen Dingen das Aufpumpen der Luftmatratzen zur Qual wird. Aber irgendwann haben wir es geschafft und gehen duschen. Heute Abend wollen wir in die Stadt gehen und uns ein leckeres Abendessen gönnen. Gesagt, getan! Als wir alle ausgehfertig angezogen sind, schlendern wir Richtung Altstadt. Auf dem Weg klärt Papa uns über den neusten Wetterbericht auf. Dieser ist keineswegs gut. Ab morgen soll eine Schlechtwetterperiode beginnen. Für den morgigen Tag ist Windstärke 4 und Regen angesagt, außerdem soll es nur noch 17°C warm werden. Na ja, wir werden sehen. Wir haben zwei Lagerplätze für morgen zur Auswahl, einmal nur 14 Kilometer flussabwärts und einmal 44 Kilometer weit. Wir kommen am Schloss von Torgau vorbei, welches sehr schön ist. Bevor wir aber Essen gehen können, müssen Papa und Hartmut erst Mal auf die Bank. Wir fragen eine Dame, wo die nächste Bank ist. Sie beschreibt uns den Weg und wir kommen an einem großen freien Platz vor dem Rathaus raus, in dessen Mitte ein schöner Brunnen steht. Rundherum befinden sich lauter Gaststätten, Restaurants und Hotels. Wir entscheiden uns für das Restaurant „Zum Goldenen Löwen“, wo es 30 verschiedene Schnitzelvariationen gibt. Allerdings kennt man hier in der Gegend kein einfaches Wienerschnitzel, denn es steht nicht auf der Karte und auch als ich frage, ob ich trotzdem eins bekommen kann, gelingt dies nicht so ganz. Doch das Essen schmeckt sehr lecker und wir bekommen sogar eine Tomatensuppe als Vorspeise auf Kosten des Hauses.

Schließlich sind wir alle gesättigt und machen uns auf den Rückweg. Dabei halten Papa und ich noch Ausschau nach einer offenen Eisdiele, denn vor allen Dingen ich habe noch Lust auf ein Eis. Leider haben schon alle Eisdielen zu. Doch da entdecke ich ein italienisches Restaurant, welches auch selbst gemachtes Eis verkauft. Ich hole für Papa ein Bällchen in der Waffel und für mich zwei Bällchen in der Waffel.

Zurück bei den Zelten, gehen wir alle bald ins Bett, denn wir sind sehr müde und müssen für den morgigen Tag ausgeruht sein.

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Siehe auch hier: http://www.kanukassel.de/1367341/1367934.html

Siehe auch hier: ELBE 15/2011 - Kurztagebuch - Die SONNEN-Seite - Made by kanukassel

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Donnerstag, 30.6.2011

Kanuverein Torgau →  Kanuverein Prettin 14 km

6.30 Uhr: ich wache auf und schaue aus dem Zelt. Wie der Wetterbericht vorher gesagt hat, ist der Himmel grau und bewölkt und es ist windig. Der Wind soll heute im Verlaufe des Tages noch stärker werden und aus einer Richtung wehen, die für uns hauptsächlich Gegenwind bedeutet. Immerhin ist es noch nicht so kalt, wie der Wetterbericht vorher gesagt hat. Ich ziehe mir frohen Mutes eine Dreiviertel-Hose an.

Wir bauen unsere Zelte ab und verstauen unser Gepäck in den Booten. Bevor wir lospaddeln, gehen Mama und ich noch zum zehn Minuten entfernten Supermarkt, um Trinkwasser einzukaufen. Der Rückweg ist mit dem vielen Wasser etwas beschwerlich, doch zum Glück nicht so lang.

Endlich sind wir startklar. Da es nun doch ziemlich stark nach Regen aussieht, ziehen Papa und ich uns unsere billigen Moped-Regenoveralls an. Wir haben keine Lust, unsere teuren, guten Anzüge aus der blauen, schon verzurrten Tonne rauszukramen. Nur Mama hat ihren wasserdichten Gore-Tex-Anzug an. Wir legen los. Am Anfang klappt noch alles prima und wir sind guter Dinge. Der Gegenwind hält sich noch in Grenzen und es nieselt nur leicht.

Für heute haben wir, je nach Wetterentwicklung, wieder einen Plan A und einen Plan B. Plan A sind 44 Kilometer bis zum Kanuverein in Elster. Plan B ist der 14 Kilometer entfernte Kanuverein von Prettin. 

Momentan sind wir noch so optimistisch, dass wir denken, wir könnten sogar die längere Etappe von 44 Kilometer meistern. Doch schon bald ändert sich die Lage radikal. Der Gegenwind nimmt zu und es beginnt zu regnen. Nun stellen wir fest, dass unsere Billig-Overalls Scheiße sind. Denn es dauert nicht lange und wir sind bis auf die Haut durchnässt. Doch Mama mit ihrem teuren Anzug geht es nicht viel besser. Da mittlerweile auch die Temperaturen gesunken sind, fangen wir an zu frieren.

Wir haben schwer mit dem Wind zu kämpfen und kommen nur langsam voran. Wir begegnen einem Paddler-Pärchen mit einem Gepäck-Kanadier, welches unter einem Regenschirm sitzend gerade Pause auf einer Kiesbank macht. Wir paddeln winkend an ihnen vorbei. Doch kurz darauf ziehen sie wieder an uns vorbei. Sie haben es verdammt eilig. Wir auch, aber es geht bei uns nicht schneller.

Irgendwann nach 3 Stunden Kampf und Krampf haben wir die Ausstiegsstelle vom Prettiner Kanuclub erreicht. Wir landen in einem kleinen, wellengeschützten Motorboot-Hafen an  Allerdings ist das noch lange nicht das ersehnte Ende des heutigen Kampfes mit Wind, Wetter und den hiesigen Umständen. Denn wir treffen keineswegs auf einen schönen, netten, komfortablen, flussnahen Kanuverein. Nein, denn besser gesagt, treffen wir zunächst Mal auf gar keinen Kanuverein. Eigentlich ist, außer zwei Bänken an der Anlegestelle, weit und breit nur Niemandsland. Ein kleine Teerstraße führt vom Fluss hinweg über den Deich ins Hinterland. Diesen Weg schlagen wir jetzt bei unserer Suche nach dem Kanuvereinsgelände ein. Das Paddler-Pärchen von vorhin, das uns so rasant überholt hat und dessen Gepäck-Boot auch an der Ausstiegstelle liegt, kommt uns kopfschüttelnd entgegen. Sie mosern übelgelaunt rum: „Also hier das ist ja unmöglich, hier bleiben wir nicht!“

Doch wir wollen uns selber ein Bild über Lage machen und gehen weiter. Denn noch weitere 30 Kilometer zu paddeln ist bei diesem Wetter weder erstrebenswert noch machbar für uns. Es wäre eine Aktion, deren Ausgang nicht unbedingt vorhersehbar gut sein würde. Also laufen jetzt ins Landesinnere. Nach circa fünf- bis sechshundert Metern treffen wir endlich auf das Vereinsgelände. Dieses ist jedoch keineswegs mit den vorhergehenden Luxusbootshäusern an der Elbe zu vergleichen, die wir bisher kennengelernt haben. Die drei Gebäude eines alten Gehöfts sind heruntergekommen und sehen baufällig aus. Wüssten wir nicht, dass es hier einen Kanuverein geben soll, wären wir nicht auf die Idee gekommen, dass diese Gebäude und dieses Gelände überhaupt noch genutzt werden. Alles scheint alt und morsch. Auf der Zeltwiese stehen lauter Apfelbäume, was zur Folge hat, dass auf der ganzen Wiese verteilt haufenweise kleine, harte Äpfel liegen. Diese bereiten uns, wenn sie unter den Zelten liegen bleiben, ein mit Apfelbrei eingesautes Equipment. Also werden wir die Äpfel erst Mal auflesen müssen, sollten wir hier unsere Zelte aufschlagen.

Doch im Moment ist vor allen Dingen Papa keineswegs angetan von dieser möglichen Bleibe. Aber genau genommen haben wir keine andere Wahl. Auf dem Rückweg zu unseren Booten gehen wir nochmal unsere Möglichkeiten und deren Realisierbarkeitschancen durch. Es regnet und stürmt immer noch sehr stark und die Wahrscheinlichkeit, dass wir heute noch 30 Kilometer schaffen, ist gleich null. Also müssen wir hier bleiben und uns ein möglichst gutes, wetterfestes Lager aufbauen.

Doch bevor wir mit dem Gerödel anfangen, essen wir erst mal ordentlich Dosenbrot mit „Überlebenskäse“ und Salami am Stück, denn seit dem Obstmüsli heute Morgen haben wir nichts mehr gegessen. Anschließend blasen wir zu Attacke. Wir machen die Boote leer und schleppen in Teamarbeit alles Gepäck zur Zeltwiese. Am Ende dieser Aktion ist jeder von uns 2-3 Kilometer gelaufen, die Hälfte davon mit schwerem Gepäck beladen. Wenigstens wurde uns davon kurzfristig etwas wärmer. Die Kanus lassen wir am Fluss liegen und sichern sie gegen Diebstahl und Wegfliegen mit Drahtseil.

Jetzt geht es ans Lager errichten. Wir bauen unsere Zelte in einem Halbkreis vor einem Holzgebäude auf, das uns etwas Windschutz gibt. Vor diesem kleinen, leider verschlossenen Küchenschuppen mit Fenstern steht praktischerweise eine Bierzeltgarnitur, wo wir unser Kochgeschirr drauf stellen können. Außerdem steht die hintere Hälfte der Sitzgarnitur noch unter dem überstehenden Dach des Gebäudes, sodass man dort vor Regen geschützt sitzen kann.

Über die zwei Zelte von Mama, Papa und mir spannen wir unser Wing-Tarp, damit man nicht sofort nass wird, wenn man aus dem Zelt gekrochen kommt. Während wir das Lager aufbauen, ruft Mama bei der Telefonnummer an, die auf einem Zettel an der Tür mit dem Zeichen für Toiletten und WC steht und fragt, ob wir hier übernachten dürfen und ob jemand kommen kann, um uns die Sanitäranlagen aufzuschließen. Der freundliche Herr am anderen Ende der Leitung antwortet ihr, dass er heute Abend um 20.00 Uhr vorbei käme, um uns aufzuschließen.

Peinlicherweise stellt Papa zehn Minuten später fest, dass die Tür zu den Sanitäranlagen gar nicht abgeschlossen ist. Egal, wir müssen ja sowieso noch bezahlen, darum wird der nette Herr auch nicht umsonst kommen.

Endlich steht das ganze Lager und jeder kann das machen, was er will. Mama und Papa ziehen sich um und setzen sich auf die Sitzgarnitur. Papa arbeitet an seinem Laptop und Mama kocht Tee. Hartmut und Robert kochen sich was zu essen auf ihren Trangia-Sturmkochern. Währenddessen gehe ich ausgiebig duschen. Ich genieße das warme Wasser und das Föhnen so lange, bis Mama irgendwann kommt um zu schauen, ob alles okay ist. Nie und nimmer hätten wir anfangs hier warme Duschen vermutet. Trocken und warm angezogen geselle ich mich schließlich zu den Anderen und spiele mit Mama, Hartmut und Robert Uno.

Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und wir beschließen einen kleinen Spaziergang auf dem Deich zu machen. Vielleicht würden wir es sogar bis zu dem 2-3 Kilometer entfernten Ort Prettin schaffen, ohne wieder bis auf die Haut durchnässt zu werden. Auf dem Weg reißt sogar der Himmel auf und die Sonne kommt raus. Mittlerweile haben wir alle wieder gute Laune und sind zu Scherzen aufgelegt. Das ist auch gut so, denn typisch für uns, endet der Weg irgendwann einfach mitten in der Pampa und wir gehen quer Beet weiter durch die Felder bis zum Dorf.

Dieses ostdeutsche Provinz-Nest Prettin ist echt das abgefackelste Dorf, das wir auf der bisherigen Reise gesehen haben. Man hat wirklich das Gefühl, hier liegt der Hund begraben. Eigentlich haben wir uns erhofft, irgendwo eine Pizzeria oder eine Dönerbude zu finden. Doch momentan sinken unsere Chancen. Wir kommen an einer heruntergekommenen Kirche und einem nagelneuen Supermarkt vorbei, wo Hartmut sich schnell ein paar Tütensuppen kauft. Anschließend stoßen wir auf die Hauptstraße und finden tatsächlich, man glaubt es kaum, eine offene Döner- und Pizzabude.

Drinnen ist es sehr schön warm und wir setzen uns an einen runden Tisch. Hartmut ist von seinem Eintopf heute Mittag noch so satt, dass er sich nur eine Cola bestellt. Doch wir anderen essen alle was. Mama isst eine kleine Schinken-Champignon-Pizza mit Salat, Papa gebratene chinesische Nudeln, Robert eine türkische Pizza und ich eine kleine Pizza Hawaii. Das Essen wird schnell serviert und schmeckt auch ganz gut. Anschließend machen sich Robert und Hartmut schon mal auf den Heimweg, da es bald 20.00 Uhr ist und der Herr vom Kanuverein kommen wird. Papa und ich wollen gerne noch ein Eis als Nachtisch essen und darum bleiben wir noch einen Moment länger.

Schließlich machen auch wir uns auf den Rückweg. Allerdings hat Papa ganz schöne Schmerzen in den Beinen und weiß nicht so genau, wie er den Rückweg schaffen soll. Da kommt uns das Glück zur Hilfe. Wir sind noch keine 10 Minuten unterwegs, da hält neben uns ein kleiner Bus an und der Fahrer fragt, ob wir zum Kanuverein wollten. Wir bejahen erstaunt und er fordert uns auf einzusteigen. Auf der Fahrt zum Vereinsgelände stellt sich heraus, dass der Fahrer der nette Herr ist, mit dem Mama telefoniert hat. Als wir beim Kanuverein ankommen, stellen wir fest, dass sowohl Robert und Hartmut wie auch vier weitere Vereinsmitglieder dort sind. Wir steigen aus und sagen zu Robert und Hartmut: „ Seht mal, was für ein Glück, wir sind mitgenommen worden.“ Die beiden grinsen uns nur breit an und meinen: „Wir auch!“ Da müssen wir alle erst mal lachen. Sowas wäre uns in Westdeutschland nicht passiert.

Anschließend unterhalten wir uns ein bisschen mit den kontaktfreudigen Mitgliedern des Kanuvereins. Einer von ihnen schließt uns noch das kleine Holzgebäude auf, in welchem sich eine Küche befindet. Außerdem bezahlen wir noch unsere Übernachtungsgebühren. Dann ziehen sich die Vereinsmitglieder zu einer Vorstandsitzung in ihren Clubraum zurück und wir sitzen noch eine Weile bei einem Tee zusammen und spielen Uno. Doch wir sind alle ziemlich erschöpft von diesem feuchtkalten, stürmischen Tag und gehen bald darauf in unsere zwar feuchten, aber dichten Zelte.

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PADDELN auf der ELBE - Clip 6: Harte KONTRASTE - Made by kanukassel

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