Warum Website?
Historie meiner HP
Die Kassel-Family
-1.Rund ums Kanu-
Wieso kanukassel?
KANU-Interview
Faszination Kanu
REISEBERICHTE
FAMILY ON TOUR
Highlight LOFOTEN
AALAND-Kajak
Abenteuer ARDÈCHE
GORGES du TARN
BUCH-"BAUSTELLE"
DONAU-PADDELBUCH
ELBE im KANU 2011
Elbe-TAGEBUCH 2011
Kassels KANUBÜCHER
KANUPROJEKT-Buch
FAMILIENPADDELN
Kassel-AUSRÜSTUNG
SICHERHEIT
Sponsoring
RIVERSTAR-Kajak
- 2.Rund um Wind -
KINDERSEGELSCHULE
SEGELN - SURFEN
KATSEGELN
STRANDSEGELN
WINDSPOT ROSES
WIND-INSEL RÖMÖ
WINDSPOT LEUCATE
MONDIAL DU VENT 11
TREIBGUT 2012
STRANDFETEN
-3.Rund ums Pferd-
PFERDESPORT
HOF KREMPEL
REITERHOF Sauer
-4.Rund um Schnee-
WINTERSPORT
WINTERWALD
Extremmobil
Highlight KAUNERTAL
EISSPORT
- 5.Basislager -
KROMBACHTALSPERRE
DAUERCAMPER
WESTERWALD
- 6.Unfälle  -
NO RISK - NO FUN?
- 6a.Rund ums Rad -
EXTREM-"ROLLSTUHL"
ROLLI-ADVENTURE
ENDURO-Spaß
Samiras ROLLER
INLINESKATEN
MOUNTAINBIKEN
-7.Kreativprojekte-
KERAMIKPROJEKTE
Maskenkacheln
BANNOCK-Ofenprojekt
VIDEOPROJEKTE
YOUTUBE-VIDEOS
MUSIC OF NATURE
Literatur-Tipps
Klettergarten
STEIN-Männchen
Bratäpfel
PRALINEN-Projekt
-8.Reformschule-
"SchuB"-MODELL
SchuB-APFELPROJEKT
Kassels KANUSCHULE
Projektkonzeption
Eigenbau-Kanus
Camp Edersee 2002
Lahn-Projekt 2004
Lahn-Projekt 2005
Weser-Projekt 2005
Lahn-Projekt 2006
WPU "Kanu" 2007
2007 gescheitert!
BlaufederLahn 2008
Projekttag Paddeln
"Sturm"Kochen
Kanu-"Workshop"
Presseberichte
Schülermeinungen
KANU-PROJEKT 2009
WAL&KANU-Proj.2010
WAL-Projekt 2010
PROJEKT Frk. Saale
GRÜNES KLS-ZIMMER
SPORT-Spiel-Spaß
Proj.HUNDERTWASSER
MOSAIKprojekt 2011
Projekt URMENSCH
Schüler-Post 1
Schüler-Post 2
Leserpost
-9. Verschiedenes -
AKTION ProWal
HEIMATLOS?
TAPETENWECHSEL
Im TEUFELSGRUND
FIT FOR FUN
Der "NACHTFALKE"
Gästebuch
Einträge
Ihr Weg zu uns
DAS war GESTERN
Was geht HEUTE ab?
Voting
Kontakt


Kanuprojekte sind zeit- und materialaufwendig. So stellt sich zwangsläufig die Frage: Lohnt der ganze Aufwand? Haben die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen für ihr späteres Leben etwas Wichtiges erlebt und gelernt? Sind die Projekte in lebendiger, positiver Erinnerung geblieben? Hat ein Transfer des Erlebten und Gelernten ins spätere, wirkliche, alltägliche Leben stattgefunden? Hat’s was genutzt?

Ich muss gestehen: So ganz genau weiß ich das nicht. Ich habe das spätere Leben aller Projektteilnehmer/innen nicht bewusst verfolgt, keine wissenschaftlich fundierten Umfrageergebnisse eingeholt. Dazu fehlte mir die Zeit und Motivation.

Klar ist: Bei meinen Kanuprojekten wird erlebt, gelernt, Verhalten trainiert und erzogen. Natürlich kann ich gelerntes Wissen durch herkömmliche Tests, z.B. über die Funktionsweise einer Schleusenanlage oder das Thema „Gewässerökologie“,  abfragen und somit überprüfen, ob die angestrebten kognitiven Lernziele erreicht wurden. Schwieriger wird es schon bei der Überprüfung, ob im Rahmen des Projekts schneller, besser, nachhaltiger, also effektiver gelernt wurde als im herkömmlichen Schulunterricht.                                                                                                                                                  

Untersuchungen belegen:

JE MEHR SINNE ODER LERNWEGE WIR BEIM LERNEN BENUTZEN, DESTO BESSER BEHALTEN WIR ETWAS!

Der Schüler behält 10% beim LESEN, 20% beim HÖREN, 30% beim SEHEN, 50% beim HÖREN UND SEHEN, 70% beim SELBST DARÜBER REDEN und 90% beim SELBST AUSPROBIEREN UND AUSFÜHREN! Das spricht für Projektunterricht mit dem Schwerpunkt auf dem praktischem Lernen.

Ob und in welchem Umfang bei meinem Kanuprojekt die gewünschten Erziehungs- und Lernziele erreicht wurden, ob sich Verhalten geändert hat, ob Ängste abgebaut wurden und das Selbstwertgefühl gestiegen ist, das lässt sich nur schwerlich durch standardisierte Tests überprüfen und exakt belegen.

Aber: Häufig nehmen Ex-Schüler/innen noch nach Jahren Kontakt zu ihrem ehemaligen Pauker auf: Entweder sie besuchen mich in der Schule oder zu Hause, laden mich zu Klassentreffen ein oder schreiben E-Mails und tragen sich in das Gästebuch meiner Homepage ein. Und alle fangen an zu erzählen, von damals – und vom Kanuprojekt, wo sie dabei waren, und wie „geil“ das war. Ab 1995 führe ich zwei- bis dreimal jährlich Kanuprojekte durch. Die Teilnehmer/innen der Anfangsjahre sind längst in Beruf und Arbeit, haben zum Teil schon Familie und Kinder – und einige davon fahren immer noch mit auf „große Tour“. Natürlich als gern gesehene Helfer und Betreuer – und natürlich unendgeldlich. Dafür opfern sie einen Teil ihres Jahresurlaubs. Das freut mich und motiviert mich weiter zu machen – auch ohne wissenschaftlich fundiertes Erfolgserlebnis.

Über die Jahre habe ich etliche, nach jedem Projekt im Rahmen der Reflexionsphase eingeforderte, schriftliche Stellungnahmen der Projektteilnehmer/innen gesammelt. Hieraus möchte ich jetzt ein bisschen zitieren (natürlich nur solche Passagen, die für mich und die Sinnhaftigkeit meines Kanuprojekts sprechen):

Sie haben eine Meinung, die Kids von heute, auch wenn ihre Artikulation oft brutal kurz ist. Gefragt, wie's war, kommt meist nur "Geil!" oder "Mega-Scheiße!" Die folgenden Stellungnahmen wurden daher von mir mühsam herausgekitzelt


„Am Anfang der Kanutour hoffte jeder, dass sie so gut werden würde, wie die vom letzten Jahr, doch sie wurde noch schöner. Vom Paddeln her war es an den ersten Tagen sehr anstrengend, doch am Abend war es mit Herrn Kassel und der Klasse lustig. Es gab auch Auseinandersetzungen, doch die regelten wir dann schon unter uns. Das Verhalten der Klasse an manchen Tagen fand ich ziemlich egoistisch. Da hat irgendwie jeder nur an sich selber gedacht, doch das änderte sich im Laufe der Woche. Die Klasse wuchs mehr und mehr zusammen.“ (Helena Felde)

„Die Abschlussfahrt auf der Weser fand ich gut. Das Paddeln hat mir großen Spaß gemacht. Die ersten paar Tage waren zwar ziemlich anstrengend, wegen starkem Gegenwind und der nicht vorhandenen, versprochenen, starken Strömung. Aber auf dem Wasser war es trotzdem immer sehr lustig. Durch Wasserschlachten und Gesänge wurde das Kanufahren noch schöner. Das Kentern fand ich überhaupt nicht schlimm – im Gegenteil. Ich fand es einfach großartig, in der Weser zu schwimmen.“ (Roland Nietsch, R10)

„Es gab auf den Campingplätzen öfter Streit unter den einzelnen Gruppen, die sich gebildet hatten. Wir hatten uns sogar schon auf der Busfahrt Schimpfwörter an den Kopf geworfen. An einen Streit werde ich mich ein Leben lang erinnern und zwar an den am Samstagabend, als Sascha und ich über einige Schüler und deren schlechte Manieren und Macken geredet haben. Dabei haben uns die Betroffenen belauscht. Um diesen Streit zu begraben, mussten wir über 4 Stunden diskutieren! Dieser Streit war zwar Scheiße, aber andererseits haben wir uns ausgesprochen und fest vorgenommen, dass so was nicht mehr vorkommt. Dadurch sind wir bessere Freunde geworden.“ (Mourad Noua, R10)

„Auf dem Wasser wurde es mit der Zeit immer langweiliger, da das ewige Grün immer gleich blieb. Leider gab es auf der Strecke von Münden bis Petershagen nur eine Bootsrutsche, durch die es etwas Abwechslung gab. Aber die Städte, in denen wir die Nächte eigentlich schlafend verbringen sollten, waren sehr interessant. Die lange Pause in Hameln hat allen sehr gut getan, um sich von den Strapazen zu erholen und wenigstens einmal in der Woche richtig auszuschlafen. Herr Kassel war während der Klassenfahrt wie ein Freund und vergaß ganz die Rolle eines Lehrers. Er machte sich einen Spaß daraus, uns zu ärgern und uns mitten in der Nacht durch den Wald zu scheuchen. Die Schüler/innen, die auch letztes Jahr nicht mit auf der Kanutour waren, konnten wieder nicht erfahren, warum sich die Klasse in dieser Zeit so veränderte. Wenn man eine Woche so aufeinander hängt, muss man sich erst einmal an die Situation gewöhnen, da es doch eine ziemliche Umstellung ist. Es ist nur schade, dass die Schulzeit jetzt zu Ende ist, denn eine solche Klassengemeinschaft wie im Moment hatten wir in den drei Jahren mit Herrn Kassel noch nie. Es ist gut, dass wenigstens die Erinnerungen an diese Abschlussfahrt bleiben können.“ (Daniela Paiska, R10)

„Das Kanufahren war auf der einen Seite sehr anstrengend, auf der anderen auch sehr lustig. Bei starkem Gegenwind zu paddeln oder 51 Kilometer an einem Tag zurückzulegen, war natürlich kein großer Spaß. Aber sich ein paar Kilometer – mit allen Booten zur „Insel“ verbunden – treiben zu lassen, war dann wie eine große Erholung. Das ständige Tragen der voll beladenen Boote war anfangs auch ein Problem, weil nicht jeder mithalf. Aber nach wenigen Tagen wurden 2 Trageteams gebildet, so dass alles reibungslos klappte. Nicht nur das Tragen der Boote war lästig, sondern auch das Auf- und Abbauen der Zelte. Das waren aber einfach Dinge, die sein mussten und nach einigen Tagen war es Routine.
Herr Kassel war in dieser Woche eigentlich nicht wie ein Lehrer, sondern wie ein guter Freund. Er erlaubte uns sehr viele Dinge oder unternahm was mit uns. Gerd versuchte die Klasse zumindest abends zusammenzubringen und ärgerte sich nicht, wenn wir mit ihm einen Spaß machten, z.B. als wir sein Boot zum Kentern brachten. Im Gegenteil, er ließ uns nachts auch mal die Zelte abbauen oder setzte sich mit uns in eine Wirtschaft und tanzte mit uns. Jeder half jedem und auch Streitigkeiten, die unter uns während der Tour auftraten, wurden geklärt. In manchen Situationen konnte man halt sehen, dass wir eine Klassengemeinschaft haben. Letztendlich kann man sagen, die Klassenfahrt war bis auf ein paar Kleinigkeiten super. Herr Kassel hat uns nicht nur Deutsch und Geschichte beigebracht, sondern auch, wie man in schwierigen Situationen zusammenhält. Diese Kanutouren trugen mehr zur Klassengemeinschaft bei als alle vorherigen Fahrten. Die Erinnerungen daran und auch an Herrn Kassel werden immer bleiben.“ (unleserliche Unterschrift unter Stellungnahme)

„Um die beste Abschlussfahrt aller Zeiten zu organisieren, haben unser Klassenlehrer und unsere Klasse schon Wochen vor der Tour mit der Planung begonnen. Mit dem Zeltaufbau klappte es am Anfang nicht so gut. Aber später lief es wie geschmiert. Die ersten 3 Tage waren wir ein wenig gereizt, da wir eine Strecke von 136 Kilometern paddeln mussten. Da kamen einige an ihre Grenzen. Was mir an der Tour gefallen hat war, dass die Betreuer/innen für jeden Spaß zu haben waren. Besonders unser Gerd Kassel, der sich nicht einmal aufregte, als eine Gruppe nachts um 2.00 Uhr nackt baden gehen wollte. Was mir persönlich nicht so gefallen hat war, dass sich immer kleine Gruppen gebildet haben, die etwas alleine unternahmen. Bis unser Gerd Kassel irgendwann gesagt hat: „Heute Abend unternimmt die ganze Klasse etwas zusammen.“ An diesem Abend ist alles glatt gelaufen, da wir uns alle zusammengesetzt und besprochen haben, was wir alles heute Abend unternehmen werden. Insgesamt war diese Klassenfahrt die beste, die ich und wahrscheinlich auch die anderen jemals erlebt haben. Wir haben soviel Spaß gehabt wie vorher noch nie! Außerdem denke ich, dass Gerd Kassel sehr stolz auf uns sein kann. Denn wir haben seine Meinungen respektiert und seine Befehle bedingungslos ausgeführt. Was ich über unseren Gerd noch sagen wollte: Auf dieser Tour war Gerd nicht unser Lehrer, sondern unser Kumpel und das find’ ich eine starke Leistung. Das hätten andere Lehrer nie mit uns gemacht: Nachts um 4 Uhr zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal querfeldein zu klettern, um den Sonnenaufgang dort oben zu erleben. Wenn Gerd noch einmal so eine Kanutour mit uns machen würde, wäre ich sofort dabei. Danke Gerd!“ (Sascha Ledebrink, R10)

„Herr Kassel versuchte fast jeden Tag, die Klasse zusammenzuhalten. Um die Klassengemeinschaft zu fördern, ging er oft abends mit uns aus. Als Revanche für unerlaubtes, nächtliches Abhauen ließ er uns auch einmal mitten in der Nacht die Zelte abbauen und die Kanus startklar packen, was mir überhaupt nicht gefiel. Trotz aller Streitigkeiten, die es in der Woche gab, finde ich, dass die Klasse wieder ein Stück näher zusammen gekommen ist. Leute, mit denen man sich vor der Tour kaum verstanden hat, sind zu guten Freunden geworden. Diesmal waren die Betreuer lockerer als im letzten Jahr. Es gab zwar auch mal Missverständnisse zwischen uns und ihnen, aber die wurden meistens wieder aus dem Weg geräumt. Sie machten auch mal einen Spaß mit oder setzten sich abends mit uns zusammen. Ich finde, dass solche Kanutouren zum besseren Verstehen und Kennen lernen viel beitragen.“ (René Rocznik, R10)

„Ich denke, die Weser-Tour war ein voller Erfolg. Wir hatten viel Spaß, ob an Land oder zu Wasser. Herr Kassel animierte uns durch seine entspannenden Indianergesänge immer zum Weiterpaddeln, obwohl mir das nicht immer gelang. Das blühende Weserbergland war schön anzuschauen, auch wenn es manchmal in Strömen regnete. Die öfter eingelegten Ruhepausen auf der Weser kamen mir gerade recht, denn mir ging öfter schon mal die Puste aus. Ich freute mich immer auf die Ankunft am nächsten Campingplatz, wo wir endlich was zwischen die Zähne bekamen und uns von den Strapazen erholen konnten. Scheiße war nur: Erst mussten ja noch die Kanus aus dem Wasser getragen und die Zelte aufgebaut werden. Das abendliche Beisammensein fand ich immer schön und lustig, bis auf eine Nacht. Es war schon 4 Uhr morgens. Da wachte Herr Kassel auf, weil große Unruhe im Lager war. Er forderte die gesamte Klasse auf, innerhalb von 10 Minuten die Zelte abzubauen und sich an den Bierzelt-Tischen zu versammeln. Ich dachte mir nur: So wird’s auch bei der Bundeswehr! Aus dem Lehrer wird ein Diktator! Diese „erzieherische Maßnahme“ musste Herr Kassel aber am nächsten Tag büßen. Sein Boot wurde von Mitschülern zum Kentern gebracht. Herr Kassel ging samt Hut baden. Ich dachte mir nur: Korrekte Aktion! Aber der Gerd Kassel ist schon ein toller Lehrer, der aus seinem Leben das beste rausholt, was rauszuholen ist. Auch wenn er meint, ich wäre ein Looser, egal, er war trotzdem immer cool drauf. Ich fand’ die Klassenfahrt super gut. Ich glaube, wir sind uns alle ein bisschen näher gekommen.“ (Florian Trageser, R10)

„Die Organisation unseres Kanuprojektes auf der Lahn war im Allgemeinen zufriedenstellend. Wir wurden auf die Fahrt gut vorbereitet und waren ausführlich informiert. Ein Organisationsfehler ist mir bei der Rückfahrt aufgefallen und zwar, dass der Bus zu wenig Stauraum für unser Gepäck geboten hat. Die Zeltplätze an den ersten beiden Tagen und das Plumsklo fand ich nicht so toll und auch nicht ,dass wir manchmal lange Wege hatten, um den Müll wegzubringen. Während der Klassenfahrt habe ich den Eindruck bekommen, dass ich ein gutes Verhältnis zu den Betreuern hatte. Ich möchte es als fast freundschaftlich beschreiben. Das Verhältnis zu meinen Mitschülern hat sich im Vergleich zum Schulalltag verbessert. Wir waren gegenseitig aufeinander angewiesen, zum Beispiel beim Zeltaufbau. Das Kanuprojekt war mein erstes Erleben von Natur in so einer intensiven Art. Als wir abends alle am Feuer zusammen waren und Herr Kassel uns Informationen und Erklärungen gegeben hat, das bleibt mir in besonderer Erinnerung. Ebenfalls in Erinnerung – aber nicht so angenehm – bleiben mir die anfänglichen Probleme bei den Versuchen einzuschlafen auf dem harten Boden und die Blasen an den Händen vom Paddeln. Ich denke, zur Verbesserung des Kanuprojektes wäre ein Erholungstag angebracht. Es war gut, dass wir in Zweier-Teams gepaddelt haben, weil man sich besser einigen  und besser paddeln konnte. Abschließend möchte ich noch sagen, dass die Kanufahrt toll war und ich bei der geplanten Weser-Tour mitmachen werde.“ (Andreas Hain, H8)

„Die Organisation der Kanutour ist glattgelaufen, da alles schon vorher genau geplant  und im Laufe der Zeit fertiggestellt worden ist. Die erwachsenen Betreuer waren alle nett zu uns. Sie haben uns nicht rumkommandiert wie Soldaten. Sie haben uns in brenzligen Situationen geholfen. Wir verstanden uns mit ihnen sehr gut in der Zeit, wo wir die Kanutour gemacht haben. Die Flusslandschaft war sehr schön, die Luft war frisch und die Sonne schien die meiste Zeit. Das Paddeln hat mir gut gefallen. Am Anfang der Kanutour waren die Beziehungen zwischen einigen Schülern schlecht, nach einigen Tagen hat sich die Freundschaft verbessert und wir haben auch mehr gemeinsam unternommen. Das Paddeln war einsame Spitze. Das hat sehr viel Spaß gemacht und das Wetter war fast immer genial. Wir haben Pausen gemacht und uns in der glühenden Sonne gebräunt. Das einzige, was mir nicht gefallen hat, war der Regen, der über ein paar Tage sein Unwesen trieb. Beim Regen-Paddeln ist es erst recht schwer gefallen, weil es einen genervt hat in den Regenanzügen. Die Kanutour war so genial, alles durchdacht organisiert, da gibt es nichts, was man noch besser machen könnte. Kanufahren macht Spaß und noch mehr Spaß macht es, wenn man noch mit guten Freunden unterwegs ist. Kanutouren sollte man an allen Schulzweigen durchführen. Kanufahren ist eine tolle Veranstaltung, die jeder mal mitmachen sollte, sie macht Spaß und ist voller Abenteuer.“ (Christian Coner, H8)

„Das Paddeln war sehr anstrengend, aber es ging nach den ersten 2 Tagen etwas besser. Ich fand die Landschaft sehr schön, man konnte sogar Vögel von einer Nähe betrachten, wie es bei uns nicht möglich ist. Ich verstand mich mit meinen Klassenkameraden auf dieser Klassenfahrt besser als in der Schule und fand es sehr schön, dass wir uns alle gegenseitig geholfen  haben. Was mir nicht so gut gefallen hat war, dass Lisa und ich einige Streitigkeiten hatten, die uns beide sehr verärgerten, aber das war nicht das einzige, das ich schlecht fand. Die Nächte in den  Zelten waren sehr kalt  und in den Schlafsäcken war es auch immer so nass und kalt. Ich fand es nicht besonders schön, dass es auf dem ersten Campingplatz als sanitäre Anlage nur ein Plumsklo und ein paar Waschbecken gab.“ (Elena Kessler, H8)

„Ich war mit der Organisation zufrieden. Denn wenn wir in eine prekäre Lage kamen, wussten alle, was zu machen war und vor allem die Organisation in Teams klappte super. Auch mit den erwachsenen Betreuern war ich zufrieden, weil sie sich mit uns identifizieren konnten, also praktisch wie wir waren und nicht gleich bei jeder Kleinigkeit rummeckerten. Das Paddeln auf der Lahn hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber es war auch ziemlich anstrengend und manchmal sehr schwer, weil die Kraft in den Armen nachließ. Die Flusslandschaft war sehr schön, man konnte dort Tiere sehen, die wir hier noch nie gesehen haben. Die Bäume waren meist mit Müll übersäht. Aber auch nur deswegen, weil die Flüsse Hochwasser hatten, was den Müll an Land in die Bäume trieb. Die Beziehung zu meinen Klassenkameraden veränderte sich Tag für Tag mehr, denn wir hatten mehr Zusammenhalt als in der Schule. Das schlechteste Ereignis, was mich am meisten belastete, war ein Asthmaanfall meines Mitschülers Sören. Ich hatte voll Angst um ihn, auch wenn ich mich sonst nicht so gut mit ihm verstehe. Das schönste Ereignis war, als wir endlich die 25-Kilometer-Etappe uns gebracht hatten, denn das war das anstrengendste überhaupt.“ (Iris Baumgartl, H8)

„Zu aller erst mal ein dickes Lob, denn von der Organisation her war das Kanuprojekt meiner Meinung nach kaum zum Toppen. Denn es gab nichts, was ich während der Kanufahrt noch hätte gebrauchen können, was vorher nicht ausdrücklich erwähnt wurde. Zu den Betreuern: Anfangs dachte ich so viele Betreuer? (eine Klassenfahrt unter ständiger Beobachtung) Doch es baute sich schneller ein kameradschaftliches und freundschaftliches Verhältnis auf, als ich es von manchen Mitschülern erwartet hätte. Doch die Kameradschaft insgesamt hat mir sehr gut gefallen. Von Leuten, von denen ich vorher gerade mal wusste, wie sie aussehen und heißen, kannte ich danach die Lebensläufe und Familienverhältnisse. Die Campingplätze fand ich alle auf ihre Weise gut, auf einigen gab es gute sanitäre Anlagen, aber dafür auch eine genau aufgesetzte Platzordnung, die bis ins Detail beachtet werden musste. Auf den Jugendzelt- und Bundespfadfinderplätzen hingegen konnte man fast tun und lassen, was man wollte. Entsprechend sahen auch die sanitären Anlagen aus. Fazit: Jugendzelt- und Bundespfadfinderplätze mit sauberen Toiletten passen einfach nicht zusammen. Ansonsten war ich eigentlich mit allen Plätzen zufrieden. Sie hatten eben alle ihre guten Seiten. Nun zum Eigentlichen, dem Paddeln: Das Paddeln hat mir sehr gut gefallen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich die wichtigsten Paddelschläge so schnell lernen würde. Meine Meinung ist, dass das Paddeln insgesamt sehr gut geklappt hat, was, glaube ich, damit zusammenhängt, dass wir uns die Teams selber zusammenstellen durften und dass das nicht von einem Lehrer vorgenommen wurde. So waren zwar manche Teams langsamer als andere, aber dafür waren sie nicht stundenlang mit Streiten beschäftigt! Die Flusslandschaft hat mir auch sehr gut gefallen, da sie sehr abwechslungsreich war. Sie zog sich manchmal über mehrere Kilometer an Städten entlang, dann durchfuhr man stundenlang Niemandsland. Doch am faszinierendsten erschien es mir, nach einer Etappe auf der Karte nachzuschauen, wo man überall vorbeigekommen ist. Da sah ich, dass wir mal über drei Stunden um einen Berg gefahren sind und das ganze auch in einer halben Stunde hätten machen können, wenn ein Tunnel im Berg gewesen wäre und wir den direkten Weg genommen hätten. Insgesamt beurteile ich die Flusslandschaft als sehr schön und abwechslungsreich, was mit Sicherheit auch an der Jahreszeit lag.
Als besonders gut  wird mir mit Sicherheit die Kameradschaft in Erinnerung bleiben, die wir während der Schulzeit wahrscheinlich nie wieder so zustande bringen. Als besonders schlecht dagegen wird mir mit größter Wahrscheinlichkeit das anstrengende Kanuschleppen in Erinnerung bleiben. Aber das gehört eben dazu! Verbesserungsvorschläge fallen mir zur Zeit keine ein, denn  ich finde, dass unsere Schule vom Kanu-Material und den erfahrenen Lehrkräften her erste Klasse ist.
Mein abschließendes Urteil sieht daher so aus: Ich hätte mir eine Kanufahrt nie so durchdacht und fehlerfrei vorgestellt, doch jetzt habe ich es am eigenen Leib erfahren und bin im nachhinein froh, dass ich mitgefahren bin!           
In diesem Sinne Gratulation an alle, die diese Fahrt geplant – sich den  Kopf zerbrochen – geholfen –  und mitgewirkt haben!“ (Hendrik Bock, H8)

„Wir saßen nachts am Lagerfeuer und haben geredet, wie der Tag so abgelaufen ist und ob man was besser machen konnte. Jeden Morgen wurden wir geweckt mit einer Trillerpfeife und mussten das Zeltlager abbauen. Bis wir fertig waren mit allem, war es meistens so gegen 8.30 Uhr.
Das Paddeln hat am meisten Spaß gemacht, denn die Landschaft von Fulda und Weser ist häufig mit schönen Naturschutzgebieten umgeben. Durch das Paddeln und Schleppen der Boote wurde die Klassengemeinschaft stark zum Guten gewendet. Manche Jungs und Mädchen, die in ihrem Leben noch keine fünf Sätze miteinander geredet hatten, redeten jetzt den ganzen Abend. Ich fand die Bootsrutschen und die Schleusen sehr spannend und interessant.“ (Stefan Harnischfeger H9)

„Die ganze Fahrt fand ich gut durchdacht, und sie wurde auch ebenso gut ausgeführt. Für die Landschaft konnte ich mich nicht so sehr begeistern, da ich viel zu sehr mit dem Paddeln beschäftigt war. Zu Anfang der Kanutour  hatte der Fluss noch Strömung ,die das Paddeln erleichterte, aber leider später nachließ. Mit jedem Tag funktionierte es besser mit dem Paddeln.
Das Verhalten der Schüler war merkwürdig und ich konnte manchmal nur den Kopf schütteln. Es war schon komisch, dass sich Zeltteams beim Auf- und Abbau des Zeltes gegenseitig beschimpften, weil der Partner nicht richtig oder gar nicht geholfen hat. Auch beim Fahren mit dem Kanu gab es einige Unstimmigkeiten bezüglich Geschwindigkeit, Richtung, und wie man richtig paddelt. Jeder dachte, er wisse es besser. Auch das Fahren hintereinander war katastrophal, da vorne die Geschwindigkeit gemacht wurde und es in der Mitte zu Streitereien kam, da manche nicht mit der Geschwindigkeit mithalten konnten. Mir fiel außerdem auf, dass bei den Trageteams immer dieselben die Kanus getragen haben. Bei diesen Trageteams kam es oft zu Problemen, da die eingeteilten Leute nie in ihren Teams blieben. Durch die Klassenfahrt hat sich das Verhältnis zu meinen Mitschülern nicht verändert! Ich fand die Unfälle nicht so toll, aber positiv war, das sich keiner entmutigen lies. Zum Verhalten der Begleitpersonen gibt es nicht viel zu sagen, da man ja nur in den Lagern Kontakt hatte. Dennoch habe ich mich mit allen gut verstanden. Einige der Campingplätze waren gut, andere waren nicht ganz nach meinem Geschmack, da sie nur unzureichende sanitäre Einrichtungen hatten. Bei der freien Zusammenstellung der Paddelteams gab es oft viel zu viel Streit, wer mit wem paddeln wollte. Der Tagesablauf war in Ordnung, jedoch hätte die Klasse es fließender gestalten können. Ich kann keine Kritik an der Organisation ausüben und habe somit auch keine Verbesserungsvorschläge. Zum Schluss will ich doch noch festhalten, das mir am Ende dieser Woche das Heimkommen nicht schwer fiel!“ (Stefanie Becker, H8)

„Dieses Kanuprojekt der H9b auf Fulda/Weser war bestimmt für alle ein voller Erfolg. Die gesamte Organisation, von Herrn Kassel gemanagt, war super. Es gab keine Probleme mit den Campingplätzen, dem Fahrtengeld oder der Kanu-Ausrüstung, alles klappte reibungslos. Die Betreuer waren lustig, unterhaltsam und korrekt. Mit ihnen konnte man auch mal einen Trinken gehen und über alles reden. Über die Klasse war und bin ich jetzt noch total erstaunt, wie sie sich auf der Tour verhalten hat. Ganz anders als in der Schule. Alle Schüler/innen waren hilfsbereit und nett. Und jetzt verstehe ich mich sogar mit einigen, mit denen ich vorher überhaupt nichts zu tun hatte.
Es gibt sehr viele schöne Erlebnisse, die ich nie vergessen werde wie: Das Lagerfeuer am Abend, das Zusammenleben mit der Klasse im Zeltlager und natürlich das Paddeln. Nur eine schlechte und gefährliche Situation plagt mich noch: Als das Grabner-Gummiboot im strömenden Regen in eine sehr gefährliche Schleuse reingepaddelt ist, da habe ich voll die Panik bekommen, denn der Sog des Kraftwerkes saugte das Gummi-Boot an. Doch die Bootsbesatzung schaffte es gerade noch, der Gefahr auszuweichen. Dann paddelte Herr Kassel zu uns zurück und sagte: „Das Boot hat’s noch geschafft, aber wir tragen jetzt alle Boote außen um die Wehranlage herum, sonst gibt es noch eine Katastrophe!“ Und dann das noch: Als wir nass und erschöpft am Campingplatz in Kassel ankamen, stellte sich heraus, dass eine Klassenkameradin sich eine Nierenbeckenentzündung eingefangen hatte und sofort von Herrn Hain nach Hause gefahren werden musste. Darüber habe ich mir Sorgen gemacht, doch durch Ablenkung der Klassenkameraden und gute Musik vergaß ich dies. Die Flusslandschaft, die Schleusen und Bootsrutschen waren Superklasse und interessant. Besonders die 12-m-Schleusenkammer und die Felswände am Ufer haben mich fasziniert. Beim Paddeln hatte ich am Anfang Schwierigkeiten, da ich noch nie gepaddelt war. Doch durch die Hilfe der anderen war das Paddeln schnell gelernt.
Da Herr Kassel ein „Profi“ in seinem Gebiet „Organisieren“ ist, hat es uns an nichts gefehlt und es lief alles glatt. Mein abschließendes Urteil über das Kanuprojekt lautet: Gut – sehr gut! Ein glattes „sehr gut“ gebe ich nicht, weil mir abends im Zelt immer sehr kalt war und ich erst am letzten Abend erfahren habe, dass man im Schlafsack nur Unterwäsche tragen sollte. Dies rate ich jedem, der diese Stellungnahme liest und noch nie richtig in freier Natur gezeltet hat!“ (Yvonne Wicklein, H9)

„Bereits vor einem Jahr erlebte unsere Klasse eine wundervolle Kanu- und Erlebniswoche auf der Lahn. Hauptsächlich finanzielle Erwägungen bewegte meine Eltern dazu, die Kanutage der Skifreizeit vorzuziehen (Skifreizeit 350 €, Fulda/Weser-Tour 210 €, Lahn-Tour 150 €). Sie hatten recht. Das anfänglich schwere Paddeln entwickelte sich – dank der hervorragenden Vorbereitung durch unseren Klassenlehrer Herr Kassel – zu einem absoluten Highlight meiner Schulzeit. Es war deshalb nur selbstverständlich, ein Jahr später mit der gleichen Mannschaft die schwierigere Fulda/Weser-Tour in Angriff zu nehmen. Auch diesmal ruhte Herr Kassel nicht, bis auch der Letzte über alle Gefahren und Regeln, die man nun mal als Teil eines Teams beachten muss, Bescheid wusste. Im Nachhinein kann ich ihn (Herr Kassel) mit seiner bestimmenden Art immer besser verstehen und nun, da sich unsere Wege ja bald trennen werden, bin ich schon ein bisschen traurig. Dank des hervorragenden Begleitteams, dem ich mit Sicherheit öfter auf die Nerven gegangen bin und dessen Hilfe ich immer wieder in Anspruch nehmen musste (ich hatte mich leider nicht genügend ausgerüstet und auch mein Nasenbluten stellte sich wieder ein), war die Tour für mich ein Erlebnis der besonderen Art. Kameradschaft, gegenseitiges Helfen, Toleranz und Rücksicht, alles Dinge, die in der Schule nicht so vorhanden sind, waren nun beim Kanuprojekt Fulda/Weser eine Selbstverständlichkeit. Wir waren wieder eine echte Klassengemeinschaft. Ich hoffe, dass noch möglichst viele Schüler ein solches Erlebnis haben werden.“ (Christian Harth, H9)

„In der Zeit vom 3.5. – 11.5.2001 war unsere Klasse H9b mit Gerd Kassel als Abschlussfahrt auf der Fulda und Weser mit den schuleigenen Kanus unterwegs. Herr Kassel hat frühzeitig begonnen unsere Abschlussfahrt zu planen, so dass die Kanutour ohne organisationstechnische Pannen vonstatten ging. Zusätzlich zu unseren Lehrern (Herr Kassel, Herr Hain) waren noch sieben Eltern und Herr Schust (Oberstudienrat a.D.) mit seiner Gattin als Begleitpersonen dabei. Die Erwachsenen integrierten sich hervorragend in die Gruppe, so dass es mir vorkam, als seien sie Bestandteil unserer Klasse. Das Paddeln, insbesondere die Wasserschlachten, die Wettrennen und das Treiben lassen in der Gruppe bei starker Strömung auf der Weser hat mir sehr  viel Spaß gemacht. Die Strecke von Münden nach Beverungen war mit 52 Kilometern zwar mit Abstand die anstrengendste, aber auch eine der schönsten wegen der Bootsrutsche. Die Abschlussfahrt hat unsere Klasse erst richtig zu einer Gemeinschaft zusammengeschweißt. Auftretende Probleme haben wir in der Gruppe gelöst. Die Höhepunkte der Klassenfahrt waren das fast allabendliche Zusammensitzen am Lagerfeuer. Dort haben wir in Ruhe den Tag noch einmal Revue passieren und mit einem kalten Bier langsam ausklingen lassen. Meiner Meinung nach könnte man eine Kanutour nicht besser organisieren. Einzig wäre es vielleicht schön gewesen, wenn wir Schüler auch mit organisationstechnischen Dingen betraut worden wären. Meiner Meinung nach sollte jede Klasse einmal so ein Kanuprojekt erlebt haben. Der Teamgeist, den wir auf der Fahrt kennen gelernt haben, wird mir mein Leben lang erhalten bleiben.“ (Jan Schafhaupt, H9)

„Ich musste mit Jan und Sonja in einem Schlauch-Kanadier paddeln. Herr Kassel hatte dies angeordnet, weil er für die Herstellerfirma Grabner aus Österreich, die unser Kanuprojekt mit Bootsausrüstung sponsert, Katalog-Fotos machen musste. Das Paddeln in diesem Gummiboot war auf stehendem Gewässer sehr anstrengend. Es hat mir trotzdem Spaß gemacht. Auf der Flussfahrt konnte ich die Landschaft gut beobachten. Mein Hauptinteresse gilt den landwirtschaftlichen Maschinen. Ich hatte die Bauern auf ihren Feldern immer im Blickfeld. Es gab nicht sehr viel Industrie zu sehen. Die Beziehung zu meinen Schulkameraden war genauso wie in der Schule auch. Auch wenn es einmal Auseinandersetzungen gab, war am nächsten Tag die Sache wieder in Ordnung. Das Wetter war am 4. Tag sehr schlecht. Es hat sehr geregnet. Die Fahrt mit dem Schlauch-Kanadier war sehr beschwerlich. Ich war fix und fertig und am Abend sehr müde. Meine Kleider waren alle nass. Ich habe noch gut in Erinnerung, als das Wetter schön war und wir uns mit dem Schlauchboot auf dem gut strömenden Weserfluss treiben lassen konnten. Abends durften wir die einzelnen Städte oder Dörfer erkunden und besichtigen. Dort gingen wir auch mal in eine Pizzeria und es war sehr lustig. Es wird kaum ein Lehrer eine solche Tour besser organisieren können als unser Lehrer Gerd Kassel.
Ich glaube, dass ich unsere beiden Kanutouren in meinem Leben nie vergessen werde. Die positiven Ereignisse haben die schlechten immer übertroffen. Ich selbst musste oft an meine körperlichen Grenzen gehen, habe dies aber immer sehr genossen. Heute bin ich froh, dass wir in keine Jugendherberge gefahren sind. Eine Woche unter freiem Himmel war für mich Abenteuer pur.“ (Johannes Krebs, H9)



„Am ersten Tag noch freute ich mich, endlich mal mit einem Kocher vor meinem Zelt mit einer Gruppe von Freunden zu kochen. Mit der Zeit dachte ich, es geht alles daneben, denn ich hatte nur wenig Laune und konnte nachts nur schwer schlafen. Aber trotz schlechter Laune kämpfte ich mich durch und es machte immer mehr Spaß, denn ich kannte die Gegenden nicht und ich freute mich immer wieder auf unsere Ankunft auf den verschiedenen Campingplätzen. Die Organisation war sehr toll, alles hatte bisher geklappt. Nur das eine mal mussten wir hoffen, dass wir Brötchen bekamen, denn beim Supermarkt waren keine mehr da. Wir hätten sie einen Tag vorher bestellen müssen. Aber wir bekamen von woanders die Brötchen her, denn ein Begleiter fuhr mit dem Auto in die Stadt und holte Brötchen. Die Campingplätze waren immer sauber, wenn wir ankamen und so haben wir sie wieder verlassen. Die Begleiter waren alle sehr nett und auch sehr hilfsbereit. Sie halfen uns beim Boote schleppen und sogar manchmal beim Zeltaufbau, wenn Regen und Gewitter gemeldet war. Das Paddeln war auch sehr toll, es war manchmal etwas anstrengend, aber man konnte nicht meckern. Die Geldausgabe war gut eingeteilt. Wir bekamen alle zwei Tage 50 DM für jede Zweiergruppe. Wir konnten einkaufen, was wir wollten und brauchten, aber es war nicht in jeder Stadt billig. Wir konnten wandern, wenn wir wollten und wir waren mit Herrn Kassel sowie Frau Tschirner im Ort spazieren gegangen. Herr Kassel schenkte mir sogar einmal eine Bratcurrywurst und einmal sogar einen Teller Döner mit Pommes, weil seine kleine Tochter Samira nichts mehr packte. Ich würde gerne noch mal so eine Fahrt mitmachen.“ (Karlheinz Althaus, H9)

„Das Verhältnis zu den Betreuern war super, denn man konnte mit ihnen über ernste Dinge reden, aber auch den einen oder anderen Scherz machen. Auch der persönliche Ansporn, wenn man am Ende seiner Kräfte war, war echt super.
Das Paddeln an sich hat mir gut gefallen. Es war zwar bei der 25,4 km-Etappe anstrengend, aber es war nicht so, dass man nicht mehr paddeln konnte, wenn man am Ziel war. Die Landschaft um den Fluss herum war sehr schön, sogar wenn man durch eine Stadt kam. Da konnte man nämlich ein kleines Schwätzchen mit den Touristen, die uns zugeschaut haben, halten. Im Laufe der Woche, so finde ich, hat man sich viel besser kennen gelernt und einen besseren Kameradschaftsbund aufbauen können. Bei so einem tollen Projekt ist nun mal jeder auf jeden angewiesen, so dass der Klassenzusammenhalt viel besser wurde. Ich persönlich habe keine schlechten Erlebnisse oder Ereignisse, an die ich mich erinnern kann. Die schönen Erlebnisse werde ich so schnell gar nicht  vergessen können.
1. Eine Wasserschlacht auf der Lahn ist mal was besonderes gewesen.
2. Ein Erlebnis war auch, mal ein Rennen auf der Lahn zu machen, denn da muss man aufpassen, dass man nicht irgendwo dagegen knallt und kentert.
3. Es war auch interessant, mal mit zu verfolgen, wie ein Gewitter unter dem freien Himmel ist und man nur eine Regenplane über dem Kopf hat.
Da wir die Paddelteams selbst bestimmen durften, mussten wir ja zufrieden sein. Die Zeltplätze waren gut, bis auf den Campingplatz in Weilburg. Dieser war sehr dreckig und auch die Luft war nicht gerade gut. Die Ausrüstung, die wir von der Schule bekommen haben, war gut. Für den Rest war ja jeder selbst verantwortlich. Im großen und ganzen war die Ausrüstung sehr viel und auch schwer, aber man konnte sie jedoch gut verstauen und auch auf die Schwierigkeit des Paddelns hatte sie keine Auswirkung.
Aus meiner Sicht war die Kanutour ein toll organisiertes und erlebnisreiches Projekt, bei dem man eigentlich nichts verbessern muss. Aus der Kanutour habe ich eine positive Bilanz gezogen, denn dieses Projekt hat mir gezeigt, wo meine persönliche Belastungsgrenze liegt.“ (Steffen Iffland, H9)

Beim Lesen dieser doch recht aufschlussreichen Schüler-Stellungnahmen aus früheren Zeiten fällt mir zum Stichwort „Schülerresonanz“ noch eine bewegende Begegnung mit einem Ex-Schüler aus der Anfangszeit meines Lehrerdaseins ein: Ich komme zu schon fortgeschrittener Stunde an die Theke einer Szene-Kneipe und bestelle ein Bier. Neben mir hockt ein junger Mann, dessen Kopf auf der Theke liegt. „Zugekifft!“ denke ich mir. Vom Wirt werde ich freundlich begrüßt: „Hey, Gerd, schön, dass du dich auch mal wieder blicken lässt.“ Plötzlich hebt der Typ neben mir seinen Kopf, fixiert mich mit tränenunterlaufenen Augen und sagt: „Du Arschloch warst mein Klassenlehrer!“ Das ist ein Volltreffer. „Wieso Arschloch?“ frage ich ziemlich irritiert nach. Das Gesicht kommt mir bekannt vor, doch genau einordnen kann ich es nicht. „Ihr superschlauen Achtundsechziger habt uns zu kritischen Bürgern erzogen, die überall auf der Welt das Schlechte und Böse erkennen und analysieren können. Prima! Aber ihr habt versäumt, uns beizubringen, wie man die ganze Scheiße aushält.“ Ich bin ziemlich von den Socken! Der Mensch, der mich hier so überraschend und knallhart attackiert, ist weder zugekifft noch betrunken. Er macht eher einen todtraurigen, niedergeschlagenen Eindruck. „Hast du jemals darüber nachgedacht, dass junge Menschen auch lernen müssen, wie man ein glückliches und zufriedenes Leben führt? Wie man stark wird und Spaß am Leben bekommen kann?“ Ich musste gestehen, darüber hatte ich in meiner Rolle als Lehrer bis dato, Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, noch nicht nachgedacht. Doch das sollte sich nach diesem Thekengespräch, dass noch bis tief in die Nacht andauerte, ändern. Mein Gesprächspartner steckte in einer tiefen Lebenskrise, war mit den Nerven am Ende, frustriert und lebensmüde. Er konnte die Probleme dieser Welt weder länger ertragen noch seine persönlichen lösen. Dafür machte er mich, seinen ehemaligen Klassenlehrer, mitverantwortlich. 

Dieses gravierende Erlebnis führte zu einem Umdenken bezüglich meiner Erziehungsaufgaben im öffentlichen Schuldienst. Neben der Erziehung zum gesellschaftskritischen Mitbürger hatte noch etwas zu treten, dass Kinder und Jugendliche befähigte, stark, selbstbewusst, widerstandsfähig und glücklich zu werden. Ich stieß auf die Erlebnispädagogik – und auf ihren bedeutenden Vordenker Jean-Jacques Rousseau. Rousseau ging es darum, die Freude am Leben zu lehren:

„Nicht wer am ältesten wird, hat am längsten gelebt, sondern wer am stärksten gelebt hat. Mancher wird mit hundert Jahren begraben, der bei seiner Geburt gestorben war. Es wäre ein Gewinn gewesen, wenn er als Kind gestorben wäre, wenn er wenigstens bis dahin gelebt hätte.“

Dieses radikale Statement eines Philosophen aus dem 18. Jahrhundert hing jahrelang an der Pinnwand über meinem Schreibtisch – als „Wegweiser“ für mein persönliches, privates Leben und für meine pädagogische Arbeit als Lehrer.

 
Top